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Tipps / Infos

Kanada 2005

Tipps und Infos für eine unbeschwerte Ferienzeit im Yukon und in Alaska. Die Infos beruhen auf eigener Erfahrung und müssen keine allg. Gültigkeit haben.

Bekanntlich haben Amerika und Kanada unterschiedliche Währungen, Masse und Gewichte. Amerika rechnet mit US$, Meilen, Gallonen, Feet usw. Kanada mit C$, Kilometer, Liter, Meter usw. Einfachheitshalber hab ich hier alle Angaben an das kanadische bez. an das europäische System angepasst.

Northwest Territories
"Land of Giants" Land der Giganten, oder anders gesagt, im Land der Buffalos. Die Northwest Territories, mit 1.4 Millionen Quadratkilometer Fläche, der grösste Bundesstaat Kanadas. 42000 Menschen leben in dieser Wildnis ,davon allein 19000 in der Hauptstadt Yellowknife. Theoretisch hätte jeder Einwohner 32 qkm für sich allein zur Verfügung. Unglaublich diese Dimensionen. Alleine der Wood Buffalo Nationalpark ist mit seiner Fläche von 44807 qkm grösser als die Schweiz. Angesichts dieser gewaltigen Dimensionen ist auch das Reisen kein Honigschlecken. Es müssen riesige Distanzen zurückgelegt werden in absolutem Niemandsland. Es gibt Highwayabschnitte da ändert sich das Bild über hunderte von Kilometer kaum, was eine gewisse Eintönigkeit aufkommen lässt. Da das Land sehr flach ist, gibt es zumindest am Highway entlang kaum Aussichtspunkte. Nur wer sich dessen bewusst ist und nebenbei eine Menge Zeit mitbringt, der soll die Northwest Territories bereisen. Europäische Touristen haben wir hier oben übrigens kaum gesehen. Ob sich eine Fahrt nach Yellowknife lohnt, können Sie sich nach diesem Reisebericht vielleicht selber beantworten.

Alberta
Alberta, der Bundesstaat der meist im Schatten von Britisch Columbia steht. Eigentlich zu unrecht. Den Alberta hat viel zu bieten, sehr viel sogar. Denn zum einen ist Alberta die Heimat der zwei berühmtesten Nationalparks Kanadas: Banff und Jasper. Und zum anderen befindet sich Calgary in Alberta, die Olympiastadt von 1988 und Austragungsort der berühmte Stampede, ein Westernspektakel der Superlative, das jährlich Millionen Cowboyherzen höher schlagen lässt.

Reisen:
Da die Northwest Territories nicht gerade auf der Hauptreiseroute der Motorhome Vermieter liegen, gibt es eigentlich keine andere Alternative als sein Gefährt in Calgary oder in Whitehorse (Yukon) zu mieten. Alles andere macht angesichts der weiten Anreise, wenig Sinn. Wer trotzdem sein Auto in Vancouver mieten möchte, sollte genügend Zeit mitbringen (mindestens 4 Wochen). Es ist sehr sehr weit bis nach Yellowknife hinauf. Calgary ist hier sicher die beste Lösung obwohl auch hier die Kilometer nicht zu unterschätzen sind (Calgary-Yellowknife 1800 Km). Mit dem internationalen Flughafen ist Calgary bestens von Europa aus erreichbar und die Flugkosten halten sich auch im Rahmen. Von Frankfurt aus geht es zum Beispiel mit Air Canada täglich nach Calgary. Es gibt genügend Motorhomevermieter, die es erlauben die Northwest Territories zu bereisen (meistens mit Nordzuschlag). Whitehorse dagegen, die andere Alternative, ist da schon erheblich teurer. Vorallem der Flug hinauf in den Yukon ist aus Europa (Frankfurt), in der Hauptsaison, sehr teuer. Eine andere Variante wäre die Einwegmiete. Übernahme in Calgary, Abgabe in Whitehorse oder auch umgekehrt. Diese Möglichkeit hatten wir uns auch angeschaut, sind aber angesichts der Kosten für Einwegmiete und Flug, schnell wieder davon abgekommen.

In diesem Jahr (2005) werden auch noch die letzen 32 Kilometer Schotterstrasse vor Yellowknife asphaltiert und dann wird die NWT Hauptstadt endlich durchgehend geteert erreichbar sein, was touristisch sicher einen Aufschwung bedeuten könnte. Das einzige Hinderniss ist dann nur noch der Mackenzie River. Hier werden die Fahrzeuge im Sommer per gratis Fähre über den Fluss befördert und im Winter bildet eine Eisbrücke den Übergang. Das Problem sind die Übergangsmonate. Wenn die Fähre wegen dem Eis nicht fahren kann und die Eisdecke zu dünn ist, um darüber zu fahren. In dieser Zeit ist Yellowknife nicht per Fahrzeug erreichbar. Aber auch das soll schon bald der Geschichte angehören. Man plant eine Brücke, die bis 2007 realisiert werden soll. (Neusten Informationen soll die Brücke in Planung sein aber das kann noch dauern. Stand 2010)
Ansonsten ist der Mackenzie Highway sehr gut zu befahren. Auf der Strecke nach Fort Simpson ist der ungeteerte Teil eine wenig ruppig. Der Liard Trail, auch ungeteert, ist in einem hervorragendem Zustand, zwar recht staubig aber ohne Probleme mit Motorhomes zu befahren. Auf der Seite von British Columbia sogar asphaltiert.
Die jährlich erscheinende "Milepost" (siehe auch Kanada 2003) ist auch hier sehr nützlich und informiert detailliert über denn jeweiligen Zustand der Highways.

Die Reisezeit. Die Northwest Territorys kann man etwa mit Alaska und Yukon vergleichen, siehe dazu Reisebericht Kanada 2003. Im Sommer profitiert man im Norden vor allem von den langen helle Tagen. Alberta und die Nationalparks sind in den Sommermonaten immer (zu) gut besucht. Hier ist die Vor- oder Nachsaison sicher die beste Zeit. Zu früh oder zu spät würde ich aber dennoch nicht gehen. In den Rockys kann es noch bis Mitte Mai Schnee haben und Ende September kommt der Winter schon wieder zurück.

Das Wetter war mehr oder weniger gut. Einen richtigen Regentag hatten wir zum Glück nicht. Jedoch war die Sonne auch nicht immer am Himmel. Meistens war es leicht bewölkt und manchmal sogar ganz bedeckt. Vor allem die letzte Woche in den Nationalparks hätte besseres Wetter verdient. Die Temperaturen waren in Ordnung. Am Tag kletterte das Thermometer meistens über 20 Grad, in der Nacht wurde es jedoch schnell mal kühl. Ab und zu mussten wir am Morgen die Heizung anstellen, was ich doch sehr schätze an so einem Van-Camper.

Statistik

 

Karte-total

3 1/2 Wochen Rundreise
Total 5100 Km
221.8 Kilometer pro Tag im Durchschnitt
777.2 Liter Benzin getankt und dabei 748 C$ Dollar bezahlt
Benzinverbrauch auf 100 Kilometer = 15.24 Liter
Benzinkosten auf 100 Kilometer = 14.67 C$ Dollar
Längste Fahrstrecke an einem Tag = 453 Kilometer
Durchschnittspreis pro Liter Benzin = 0.96 C$ Dollar

ca. 2100 Digitale Bilder gemacht
Detaliertere Karten im Tages Reisebericht

Schwarz = Fahrstrecke
Gelb = Flug
Rot = Übernachtung

 
Folgende Bücher (Reiseführer) können wir empfehlen:
-The Milepost (Die Bibel für Alaska, Yukon und Northwest Territories) unverzichtbar, nur englisch
- Canadas grosser Westen mit Alaska (Verlag: Reise Know-How) sehr gut.
- West Kanada (Verlag Dumont)
- Viele Reiseunterlagen, die man gratis in den Visitor Center erhält

Motorhome:
Da wir mit dem Van-Camper vor 2 Jahren auf unserer Alaska-Yukon Reise sehr zufrieden waren, kam eigentlich nur dieser Typ für die Reise in die Northwest Territories in Frage. Angesichts der vielen Kilometer, die wir fahren wollten, schien uns das die beste Lösung - und wir sollten es nicht bereuen. Weiter Infos dazu im Reisebericht Kanada 2003.

Campingplätze:
In den Northwest Territories ist es erlaubt frei zu übernachten. Allerdings wird es ausserhalb der Ortschaften schwierig einen geeigneten schönen Nachtplatz zu finden, schlicht aus dem Grund, dass es ausser den Highways kaum für Moterhomes befahrbare Strassen gibt. Eben mal abzweigen ist also nicht und schöne Parkplätze, die nicht direkt vom Highway einzusehen sind, sind Mangelware. Daher haben wir nur einmal frei übernachtet. In den Northwest Territories sind die Campingplätze dünn gesät. Wer seine Reise aber gut einteilt, kann eigentlich immer auf einem Campingplatz übernachten. Die NWT Campgrounds waren, zu unserem Erstaunen, in einem sehr guten Zustand mit meistens neuen santiären Anlagen. Zwar kosten alle mit 15 C$ pro Nacht gleich viel, geboten wird einem aber nicht immer dasselbe. Feuerholz ist fast immer kostenpflichtig. In Yellowknife sogar "Luxusware" (Bündel für 10C$).

In den Nationalparks von Alberta ist freies Campieren verboten; man muss also auf einen offiziellen Campground: Die Plätze sind gegenüber 2001 massiv teuerer geworden, unter 20 C$ ist kaum noch ein Platz zu haben, geboten wird aber nicht mehr als früher. Im Gegenteil. Wer jetzt einen Platz mit Feuerstelle haben will, bezahlt pro Platz und Nacht nochmals 7 C$ obendrauf, was ich doch für eine ziemliche Abzockerei halte. Dafür kann er dann soviel "nasses" Holz verbrennen wie er will. Ob diese Geschäftstaktik wohl aufgeht? Ich bezweifele es. Vielerorts wird jetzt schon gejammert, dass die Camper ausbleiben. Auch uns ist aufgefallen, dass weniger Camper unterwegs waren und die Plätze in Banff und in Lake Louise nur zu 3/4 besetzt waren.
Auf einigen Plätzen im Jasper Nationalpark kann man seinen Platz im voraus reservieren (!Reservationsgebühr für Jasper 15 C$). In den übrigen Nationalparks von Banff, Yoho, Kootenay geht es immer noch nach dem Prinzip, first-come, first-served. Einige sind Self Registration, andere, vorallem die grossen Campgrounds, haben Parkrangers, die nach dem Rechten sehen.

Tipp: Wer mit einer Digitalkamera und einem Notebook herumreist, muss irgendwann einmal an die Steckdose. Hier hilft ein 12 Volt Wandler im Auto, der Strom in 110 Volt umwandelt. Ich hatte jedenfalls mit diesem System kein Problem. Immer wenn wir unterwegs waren wurden meine Akkus auf diesem Weg aufgeladen. Wir mussten kein einziges Mal Strom von aussen beziehen, was natürlich Geld spart.

Wie in den 2 Reisen zuvor, habe ich mir erlaubt die Campingplätze, die wir besucht haben, zu bewerten.

XXXXXX = weiterfahren
XXXXXX = schlecht - genügend
XXXXXX = genügend - gut
XXXXXX = gut - empfehlenswert
XXXXXX = empfehlenswert
XXXXXX = sehr empfehlenswert, ein Umweg lohnt sich

Ein paarmal haben wir auch auf sogenannten RV-Parks übernachtet, die neben Duschen auch Waschmaschinen und Trockner anbieten. Diese RV-Parks befinden sich meist im Privatbesitz und sind aufgrund der Ausstattung (Strom, Wasser, Abwasser, Waschmaschine) meist teurer als die staatlichen Plätze. Der Nachteil, die Plätze sind verdammt eng aneinander und man kann kein Feuer machen. Und privat muss auf keinem Fall heissen, dass die sanitären Anlagen schöner/neuer sind als auf den staatlichen Plätzen. Aber wer mal so "richtig grosse" Motorhomes (RVs) sehen will, der kommt hier aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Tiere:
Im Reiseführer stand: "Nur mit viel Glück, werden Sie auf dem Mackenzie Highway die berühmten Wood-Buffalos am Strassenrand zu Gesicht bekommen." Nun, wir hatten mehr als nur Glück. Zwischen Fort Providence und Yellowknife sieht man nicht nur einzelne Tiere, sondern sogar grosse Herden. Einmal waren es sicher gegen 100 Tiere, die sich ihr Fressen am Strassenrand zusammensuchten. Auf dem Liard-Trail hat uns eine Buffaloherde sogar die ganze Strasse versperrt und wir mussten uns eine Zeitlang gedulden bis es weitergehen konnte. Braun- und Schwarzbären haben wir diesmal nur 4 gesehen und immer nur im Vorbeifahren am Highway, so dass ein anständiges Foto nicht zustande kam. Wilde Hirsche laufen einem am Campingplatz beinahe über die Füsse, so gesehen im Jasper Nationalpark und die Eichhörnchen (Squirrel "Herbie") werden auch von Jahr zu Jahr frechen.

Jetzt aber noch zur Leidensgeschichte. Wir meinen damit nichts anderes als die Moskitos. Nun, wir haben ja schon einiges erlebt in Alaska und auch im Yukon Territory, aber was hier in den Northwest Territoris mit den Moskitos abgeht, sprengt der Rahmen. Eines vorweg. An manchen Orten, vor allem am Mackenzie und am Liard River ist es kaum möglich sich draussen aufzuhalten ohne den Körper unter einem Netz in Sicherheit zu bringen. Dazu kommen dann noch die Black Flies (beissende Fliegen), die einem das Leben noch zusätzlich schwer machen. Also, eines sei jetzt schon gesagt, das war kein Vergnügen, aber dazu mehr in den Tagesreiseberichten.

Einkaufen, Essen, Geld:
Der kanadische Dollar war zu unserem Zeitpunkt (Mitte Juni 2005) ca. 1.04 CHF wert. Die Preise sind auch in Kanada gestiegen. Campingplätze, Benzin, Essen alles ist teurer geworden. Nicht zu denken der Kanada Nationalparks-Pass. Im Jahr 2001 zahlten wir für die Jahreskarte noch 35 C$. Dieses Jahr wollten die doch tatsächlich 109 C$ für die gleiche Karte. Da fehlen einem die Worte. In Alberta und auch in Britisch Columbia ist der Benzinpreis pro Liter noch unter einem Dollar. In den Northwest Territories ist das bereits Geschichte. Das teuerste Benzin bezogen wir in Fort Simpson mit 1.10C$/l. In Yellowknife kostete der Liter 1.03 C$. In Yellowknife selber ist die gesamte Infrastruktur top. In den abgelegenen Gebieten wird die Auswahl dagegen immer kleiner und die Preise immer höher. Fort Simpson, Fort Providence und Fort Liard sind solche Orte, wo Lebensmittel Apothekerpreise haben. Ein Beispiel gefällig? 2 Liter Orangenlimonade, in Calgary 0.87 C$. Die gleiche Flasche in Fort Simpson 3.93 C$. Daher unser Tipp: Lebensmittel nur in den grossen Orten kaufen.

Eine Einkaufsliste (zuhause machen) ermöglicht ein schnelleres, erstes Einkaufen. Gute Einkaufsläden sind Superstore, Safeway, Good Food, Northern.

Neben Bargeld und Kreditkarte, sind Kanadische und US Travellers Cheque zu empfehlen. Sie werden wie Bargeld behandelt und können fast überall eingelöst werden.

Vermieter, Reisebüro:
Wir haben unsere Reise wieder beim Schweizer Reisebüro Wildwestcampers, in Oberwil-Lieli AG gebucht und waren sehr zufrieden. Die Betreuung in der Schweiz wie auch in Calgary war sehr gut. Der Van-Camper war sehr gut ausgerüstet und in top Zustand.

Links: Bezogen auf Northwest Territories und Alberta. Weitere Links in den Tages-Reiseberichten

The Milepost Die "Strassenbibel" für Alaska, Yukon, Albert, Northwest Territories, BC.
Northwest Territories Gute Seite über die Northwest Territories.
Northwest Territories Die offizielle Seite des Bundesstaates.
Northwest Territories Park Die Parks in den Northwest Territories
Alberta Reisen im Bundesstaat Alberta (zum Teil Deutsch).
Travel Alberta Deutsche Seite über Alberta
Camping Reservation Einige Nationalpark Campgrounds können hier reserviert werden.
Kanadas Nationalparks Alle Parks auf einen Blick

 

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