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Tipps / Infos

Kanada 2003

Tipps und Infos für eine unbeschwerte Ferienzeit im Yukon und in Alaska. Die Infos beruhen auf eigener Erfahrung und müssen keine allg. Gültigkeit haben.

Bekanntlich haben Amerika und Kanada unterschiedliche Währungen, Masse und Gewichte. Amerika rechnet mit US$, Meilen, Gallonen, Feet usw. Kanada mit C$, Kilometer, Liter, Meter usw. Einfachheitshalber hab ich hier alle Angaben an das kanadische bez. an das europäische System angepasst.
Stand Juli 2003

Yukon:
Welch ein Land, welche Dimensionen! Knapp über 486'000 Quadratkilometer ist das Yukon Territory, wie es offiziell heisst, gross. Das bedeutet, Deutschland, Dänemark, Belgien und die Niederlande würden darin Platz finden. In dieser Weite verlieren sich die knapp 33'000 Bewohner geradezu, von denen ohnehin mehr als zwei Drittel in Whitehorse leben. Ihnen stehen 50'000 Elche, 185'000 Karibus, 5'000 Wölfe, 10'000 Schwarzbären und knapp 7'000 Grizzlybären gegenüber. Knapp 5'000 Kilometer Strasse erschliessen das Yukon Territory.

Alaska:
Ein Land wie ein Kontinent. Alaska ist mit einer Gesamtfläche von 1'518'807 Quadratkilometer der grösste Bundesstaat der USA und umfasst ein fünftel der gesamten Fläche der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Eisbox, wie der Staat im Volksmund heisst, wurde am 3.1.1959 offiziell zum Bundesstaat der USA und erschien ab diesem Zeitpunkt auch als 49. Stern auf der US-Flagge. Rund 630'000 Einwohner zählt Alaska, wovon die Hälfte in Anchorage lebt.

Reisen:
Der Yukon und auch Alaska sind Reiseziele, die ins Geld gehen. Das beginnt bereits beim Flug. Aus der Schweiz gibt es keinen Direktflug nach Whitehorse (Yukon). Einzig Condor (Thomas Cook) fliegt Whitehorse in den Sommermonaten direkt von Frankfurt aus an. Da er der einzige Direktflug aus Europa ist, (im Jahr 2003, Dienstag und Donnerstag) sind die Plätze schnell mal belegt. Frühes Buchen ist da fast ein Muss. Auch der Preis ist hier mit ca. 2000.-- Franken (von Zürich, Hauptsaison) verhältnismässig hoch.

Der Yukon und Alaska sind am besten mit dem Motorhome zu bereisen. Es ist die einfachste und auch die bequemste Art sich in dieser endlosen Wildnis fortzubewegen. Die diversen Recherchen haben ergeben, dass es billiger kommt, ein Motorhome im Yukon (Whitehorse) zu mieten und dann nach Alaska (Anchorage) zu fahren, als andersrum. Es gibt viele Vermieter, die happige Zuschläge verlangen für die Yukon und Alaska Region. Vergewissern Sie sich, dass sie auch wirklich alle Strasse befahren dürfen, die Sie sich vorgenommen haben. Abschleppen kann hier sehr teuer werden.

Der Zustand der Highways ändert sich von Jahr zu Jahr. Behinderungen und Baustellen wird es aber immer geben, da durch den Permafrost immer wieder Schäden entstehen. Die jährlich erscheinende "Milepost" informiert sehr detailliert über die jeweiligen Behinderungen. Das knapp 700 seitige Buch in englischer Sprache gilt als die "Bibel" der Alaska-Fahrer. Meile für Meile sind die wichtigsten Informationen und Attraktionen an den Strassen und in den Städten Alaskas/Yukons aufgelistet. Alle Kilometerangaben in meinem Reisebericht 2003 beruhen auf den Einträgen in der Milepost. Kostenpunkt ca. 42 kan. Dollar. Ist auch in einem guten Buchladen in Europa erhältlich. Kostet bei uns aber dementsprechend mehr.

Die Reisezeit: Die beste Zeit um den Yukon und Alaska zu bereisen ist von Mitte Juni bis Mitte September. Die eigentliche Touristensaison beginnt mit dem Memorial Day (letzten Montag im Mai) und endet offiziell mit dem Labourday am 1. September. Wer früher oder später gehen möchte muss sich auf kalte Temperaturen gefasst machen. Ausserhalb der Saison ist vieles geschlossen. Wir haben den Frühsommer gewählt von Ende Juni bis Mitte Juli. Mir persönlich gefällt diese Jahreszeit. Die Temperaturen sind angenehm, das Wetter ist relativ stabil und die Tage sind verdammt lang. (siehe auch Kanada 2001)

Bezüglich Wetter hatten wir Glück. Wir mussten eigentlich nur einen richtigen Regentag in Kauf nehmen (Vom Denali N.P nach Palmer). Ansonsten war es meistens schön und warm. Manchmal sogar heiss. In der Nacht kühlt es aber rasch ab und am morgen früh waren die Temperaturen immer unter 10 Grad. 4 Mal mussten wir am frühen Morgen sogar die Heizung anstellen.

Statistik:


Gesamtreise

3 1/2 Wochen Rundreise
Total 4880 Km
203.3 Kilometer pro Tag im Durchschnitt
756.66 Liter Benzin getankt und dabei 567.33 C$ Dollar bezahlt
Benzinverbrauch auf 100 Kilometer = 15.51 Liter
Benzinkosten auf 100 Kilometer = 11.63 C$ Dollar
Längste Fahrstrecke an einem Tag = 541 Kilometer
Durchschnittspreis pro Liter Benzin = 0.75 C$ Dollar

ca. 2400 Digitale Bilder gemacht

Detaliertere Karten im Tages Reisebericht.

Blau = Fahrstrecke
Grün = Fähre
Rot = Übernachtung
Gelb = Bus

Folgende Bücher (Reiseführer) können wir empfehlen.

- The Milepost (Die Bibel für Alaska und Yukon) unverzichtbar, nur englisch
- Canadas grosser Westen mit Alaska (Verlag: Reise Know-How) sehr gut
- Alaska Yukon (Verlag Marco Polo) Gute allgemeine Karten
- Alaska und Yukon Territories (Verlag: Abendteuer und Reisen).

Motorhome:
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PICT2747 Da die Wege im Yukon und in Alaska weit sind, haben wir uns entschlossen diesesmal kein Motorhome sondern ein Van-Camper 19ft (5.62m lang) zu mieten (Typ: Royal Maxi Van II). Diese Art von Camper ist zwar um etliches kleiner als ein Motorhome, bietet punkto Komfort aber fast dasselbe, einfach nur auf einem kleineren Raum.

Innenhöhe 1.90 m, Motorklimaanlage und Dachventilator, Automat, Tempomat, Radio/TB oder CD, 3-4 Clubsessel (bester Sitzkomfort), 2 Doppelbetten, konstantes Bett 135 x 193 cm und 142 x 193 cm (oberes Bett). Kühlschrank mit Eisfach, Euro-Kochherd mit Abzug, Spülbecken, Frisch- und Abwassertank, Standheizung, Aussendusche und Wassertoilette, 110 Volt-Stromanschluss mit Ladegerät und Zusatzbatterie, Mikrowelle auf Anfrage. Zusätzlicher Unterbodenstauraum. Aerodynamische, benzinsparende Dachform und viel Bodenfreiheit.

Der Vorteil liegt aber auf der Hand. Geringer Benzinverbrauch, schnellers Vorwärtskommen, grössere Bodenfreiheit, besserer Fahrkomfort auf ungeteerten Strassen und auch der Mietpreis ist um etliches niedriger als bei einem Motorhome. Ich war jedenfalls hellbegeistert von unserem Van und würde nur noch so durch Kanada reisen. Für 2 Personen reicht das allemal.

Es gibt aber auch einen Nachteil. Wer grösser als 180cm ist, wird in diesem Van gewisse Probleme bekommen. Obwohl die Betten mit 193cm angegeben werden, hatte ich mit meiner Körpergrösse von 180cm gerade genügend Platz um ausgestreckt schlafen zu können. Auch die Innenhöhe ist mit 190cm knapp bemessen. Meistens hat man ja noch Schuhe an und dann ist man schnell mal 2-3cm grösser. Es werden zwar zwei Betten angegeben, aber ich finde dieser Van ist ausschliesslich für zwei Person gedacht. Ansonsten wird es sehr sehr eng.

Ein Benzinvergleich Motorhome - Van Camper: Mit dem Motorhome verbrauchten wir letztes Jahr auf 100 Km 20.95 Liter bei einer maximaler Geschwindigkeit zwischen 80 und 90 Km/h. Dieses Jahr brauchte unser Van-Camper auf 100 Km 15.51 Liter Treibstoff und das bei einer Geschwindigkeit von ca. 100 bis 110 Km/h

Fähre (Alaska Ferries):
Auf unserer Rundreise haben wir einmal die Fähre benützt und das von Skagway nach Haines. Wir haben die Fähre reservieren lassen da sie nur einmal pro Tag fährt. Die Reservierung ist zu empfehlen.

Campingplatze:
Im Yukon und auch in Alaska ist es ohne weiteres möglich frei zu übernachten. Auch wir haben das ein paar Mal gemacht. Man muss bedenken, dass sehr grosse Distanzen zurückgelegt werden, wo absolute Wildnis herrscht. Da hat es nicht immer einen Campingplatz um die Ecke. Wo wir konnten haben wir aber auf Campingplätzen übernachtet. Vorwiegend waren das die staatlichen Government Campgrounds, die es in angemessener Zahl im Yukon und auch in Alaska gibt. Wer gerne am Abend etwas grillen möchte, muss zwangsläufig fast auf einen Government Campground ausweichen, da offenes Feuer vielerorts nicht erlaubt ist (Waldbrandgefahr).
Die staatlichen Campgrounds liegen meistens abseits in der Wildnis und haben punkto Komfort wenig bis nichts zu bieten. Auch Strom ist da nirgends zu haben. In British Columbia hatten wenigstens ein paar staatliche Campgrounds noch Duschen und "richtige WCs". Im Yukon und auch in Alaska haben wir das auf keinem der staatlichen Campgrounds gesehen. Im weiteren kann hier nur mit Bargeld mittels Self Registration bezahlt werden. Also immer genügend Kleingeld dabei haben.

Tipp: Wer mit einer Digitalkamera und einem Notebook herumreist muss irgendwann einmal an die Steckdose. Hier hilft ein 12 Volt Wandler der Strom in 110 Volt umwandelt. Ich hatte jedenfalls mit diesem System kein Problem. Immer wenn wir unterwegs waren wurden meine Akkus auf diesem Weg aufgeladen. Wir mussten kein einziges Mal Strom von aussen beziehen.

Wie in den 2 Reisen zuvor, habe ich mir erlaubt die Campingplätze, die wir besucht haben, zu bewerten.

XXXXXX = weiterfahren
XXXXXX = schlecht - genügend
XXXXXX = genügend - gut
XXXXXX = gut - empfehlenswert
XXXXXX = empfehlenswert
XXXXXX = sehr empfehlenswert, ein Umweg lohnt sich

Ab und zu haben wir auch auf privaten Campgrounds übernachtet, sogenannte RV-Parks. Der Vorteil dabei war meistens eine Dusche und die Möglichkeit die Wäsche zu waschen. Diese "RV-Parks" sind demzufolge auch teurer, dafür sind sie mit allem Komfort ausgerüstet (Strom, Wasser, Abwasser usw.).
Ausser in Seward hatten wir nie Probleme einen freien Campingplatz zu finden.

Im Gegensatz zu Alaska und British Columbia, ist im Yukon, auf den staatlichen Campingplätzen, das Holz "noch" gratis.

Tiere:
Zuerst ein Wort zu den Moskitos. Die Moskitos sind im Yukon und in Alaska eine richtige Plage. Das fängt im Frühling an und endet im Herbst mit dem ersten Frost. Man muss sich bewusst sein, dass diese Viecher recht lästig werden können. Sie lauern eigentlich überall, mehrheitlich aber an stehenden Gewässern und in unwegsamen Gelände (Busch, Wald, Feuchtgebiete usw.). Der beste Schutz ist der Wind. Wer sich dort aufhält, wo ein kleines Lüftchen weht, hat weniger Probleme. Auch ein „Lagerfeuer“ hat seine Wirkung. Ein Mückenspray gehört aber in jedes Reisegepäck. Vorteilhaft kauft man den Mückenspray in Kanada. Das äusserst aggressive Muskol (sollte nicht mit Metall, Kleider, Augen und Lippen in Berührung kommen, da es ätzende Eigenschaften hat) hilft recht gut. Mehr dazu in den Tages-Berichten.

Tiere gibt es im Yukon und in Alaska überall. Es ist ohne weiteres möglich, dass Ihnen ein Bär oder ein Elch auf dem Highway entgegenkommt. Ist uns ein paar Mal passiert. Im Denali National Park (Bären, Elche, Karibus) wie auch im Kenai Fjord National Park (Buckelwale, Orcas, Seehunde, Seelöwen usw.) hat man sogar die Garantie Wildtiere zu sehen. Mehr dazu auch in den Tagesreiseberichten.

Essen, Einkaufen, Geld:
Der Kanadische Dollar war zu unserem Zeitpunkt (Mitte Juni 2003) ca. 1.02 CHF Wert, der US Dollar stand bei 1.35 CHF.
Beide Staaten haben ein hohes Preisniveau. Vorallem Alaska ist sehr teuer. Nur gerade in den Städten Whitehorse, Fairbanks und Anchorage sind die Preise moderat. Grundnahrungsmittel sollten demnach in diesen Städten eingekauft werden. Wer einen grossen Kühlschrank mit Gefrierfach hat, sollte sogar das Fleisch hier einkaufen. Unterwegs einzukaufen ist ohne weiteres möglich. Die Preise sind einfach sehr hoch und das Angebot entsprechend klein.
Eine Einkaufsliste (zuhause machen) ermöglicht ein schnelleres, erstes Einkaufen.

Was uns aufgefallen ist, die Preis sind in Alaska und im Yukon etwa gleich angeschrieben. Ein Beispiel. Im Yukon kosten die staatlichen Campingplätze 12 Dollar. In Alaska kosten sie ebenfalls 12 Dollar. Nur, der kleine aber teure Unterschied ist, das eine ist Kan. Dollar und das andere US Dollar. Es gäbe noch weitere solche Beispiele.
Benzin ist in Alaska billiger als im Yukon. Das billigste Benzin bezogen wir in Anchorage mit umgerechnet 60 Cent. (Kanada Cent). Das teuerste Benzin tankten wir in Dawson City und in Ross River mit 91 Cents.

Neben Bargeld und Kreditkarte, sind Kanadische und US Travellers Cheque zu empfehlen. Sie werden wie Bargeld behandelt und können fast überall eingelöst werden.

Vermieter, Reisebüro:
Wir haben unsere Reise, wie letztes Jahr, beim Schweizer Reisebüro Wildwestcampers, in Oberwil-Lieli AG gebucht und waren sehr zufrieden. Die Betreuung in der Schweiz wie auch in Kanada (Whitehorse) war sehr gut. Der Van-Camper war sehr gut ausgerüstet und in Top Zustand. Wir konnten unseren "Van" bereits am Ankunftstag in Empfang nehmen, was eigentlich nach einem Transatlantikflug vielerorts nicht möglich ist. Aber das sei im Yukon so üblich, versicherte man uns.

Links: Bezogen auf Yukon und Alaska. Weitere Links in den Tages-Reiseberichten
Alaska Info Deutschsprachige Webseite mit guten Infos
The Milepost Die "Strassenbibel" für Alaska und den Yukon
Der Bundesstaat Alaska Offiziele Webseite von Alaska
Alaska Weitere Alaska Webseite (englisch)
Das Yukon Territory Offiziele Webseite vom Yukon Territory
Yukon Community Alle Orte im Yukon Gebiet
Yukon Info Informative Seite über den Yukon
Strassenzustand Yukon Der Strassenrapport über die Highways
Strassenzustand Alaska Der Strassenrapport über die Highways
Alaska Webcams Einige gute Webcams in Alaska
Amerikas National Parks Alle Nationalparks in Amerika, natürlich mit Alaska

 

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