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Tipps / Infos

Kanada 2002

Tipps und Infos für eine unbeschwerte Ferienzeit in Kanada. Die Infos beruhen auf eigener Erfahrung und müssen keine allg. Gültigkeit haben. Sie sollen aber zeigen, wie Kanada einfach zu bereisen ist.
Stand September 2002

Reisen:
Wie 2001 haben wir uns auch dieses Jahr wieder entschieden, Kanada mit einem Motorhome zu bereisen. Für uns die einfachste und bequemste Art, Kanada kennenzulernen. Die Reisezeit haben wir dieses mal auf den Spätsommer verlegt. Letztes Jahr war es Ende Juni Anfangs Juli, dieses Jahr Ende August bis Mitte September. Es kann hier nicht gesagt werden, welche Jahreszeit die bessere ist. Es kommt natürlich auch immer auf die Reiseroute an. Mit Regentagen muss immer gerechnet werden. Auch wir wurden nicht verschont. Wir haben im Norden British Columbia (ca. 56 Breitengrad) im September recht kalte Temperaturen erlebt. In Stewart/Hyder war es an einem Mittag, trotz schönstem Sonnenschein, kaum über 6 Grad warm. Wer noch höher in den Norden gehen möchte, Yukon, Alaska, sollte sich im September warm anziehen. Im Gegensatz dazu hatten wir Ende August in Victoria (Vancouver Island) über 25 Grad. Im nachhinein würde ich unsere Rundtour vielleicht in den Juni/Juli versetzen. Zum einem wird es da von Tag zu Tag wärmer und zum anderen sind die Tage wesentlich länger. Wer garantiert warmes Wetter vorfinden möchte müsste schon in die Hauptsaison Juli/August ausweichen.

Statistik:


karte-total

3 Wochen Rundreise
Total 3498 Kilometer
174.9 Kilometer pro Tag im Durchschnitt
733 Liter Benzin getankt und dabei genau 600 Dollar bezahlt
Benzinverbrauch auf 100 Kilometer = 20.95 Liter
Benzinkosten auf 100 Kilometer = 17.15 Dollar
Längste Fahrstrecke pro Tag. 02.09.2002 = 393 Kilometer
Durchschnittspreis pro Liter Benzin = 0.82 Dollar
Detaliertere Karten im Tages Reisebericht

Im Uhrzeigersinn
Blau = Fahrstrecke
Grün = Fähre
Rot = Übernachtung














Folgende Bücher (Reiseführer können wir empfehlen.

- Canadas grosser Westen mit Alaska (Verlag: Reise Knwo-How) sehr gut
- West Kanada, Der Rote Faden (Verlag: Vista Point Pocket)

- Kanada British Columbia (Verlag: Dumont)

Motorhome:
DSCF0918 DSCF1969 DSCF1971 Wie schon erwähnt, war unser fahrbarer Untersatz ein 22 ft (6.50 Meter) Motorhome. Wer in Kanada unabhängig reisen möchte ist mit dieser Art bestens bedient. Sie kommen fast überall hin und müssen keine Angst haben, dass Sie irgendwo keinen Schlafplatz finden. Kanada ist für das Reisen mit dem Motorhome wie geschaffen.
Es gibt natürlich die andere Möglichkeit per Auto und Motel/Hotel Kanada zu entdecken. Aber bedenken Sie, je nördlicher Sie kommen desto schwieriger wird es eine Unterkunft zu finden. Was machen Sie zum Beispiel wenn Sie in ein Dorf kommen und es ist alles belegt? Die nächste Unterkunft ist vielleicht 150 Kilometer entfernt. Sicher, man kann seine Unterkunft immer im voraus reservieren, aber dann ist man nicht mehr so flexibel.
Die Variante Auto und Zelt haben wir auf unserer Rundtour relativ viel gesehen. Auch eine gute Sache. Aber es gibt im September bereits nachts tiefe Temperaturen. Zum anderen muss man auf viel Komfort verzichten gegenüber einem Motorhome. Aber für Leute, die weniger Geld ausgeben wollen, ist das sicher eine Alternative.
Das Motorhome bietet nicht immer Vorteile, ist ja auch klar. Die Grösse und das Gewicht (ca. 4 Tonnen) sowie der hohe Benzinverbrauch sind sicher negative Punkte. Zum einem ist die tägliche Kilometerleistung begrenzt. Ich denke mehr als 400 Kilometer werden Sie an einem Tag nicht schaffen, wenn Sie nebenbei noch Besichtigungen machen möchten. Wir wollten eigentlich am 9. Tag von Prince Rupert nach Stewart fahren (ca. 460 Kilometer) mussten aber unser Unterfangen nach 393 Kilometer abbrechen. Die Strassen in Kanada sind mit europäischen nicht zu vergleichen. Sie sind zwar gut bis sehr gut ausgebaut, aber es gibt selten Autobahnen (nur in der Agglomerationen der Städte). Viele Strassen sind einfach so dem Gelände angepasst worden. Stetiges rauf, runter, links, rechts ist daher keine Seltenheit. Mit einem Motorhome kommen Sie da höchstens auf 80 Kilometer in der Stunde. Bei 400 Kilometer sind das schon 5 Stunden reine Fahrzeit.
Kontrollieren Sie bei der Wohnmobilübernahe mittels Checkliste, ob die gesamte Ausrüstung dabei ist. Ein Blick rund ums Auto ist ebenfalls empfehlenswert. Ev. Schäden dokumentieren. Nehmen Sie sich Zeit. Eine Funktionskontrolle der Geräte (Kühlschrank, Klimaanlage, usw) kann auch nicht schaden

Fähre (BC Ferries):
Um unsere Rundtour zu machen, gibt es eine Schwierigkeit. Es ist die Fähre von Port Hardy nach Prince Rupert, oder auch umgekehrt, die sogenannte Inside Passage. Die Fähre sollte, oder muss, mindestens 6 Monate im voraus reserviert werden. Das gilt für Vor-, Haupt-, und Nachsaison. Ansonsten wird man keinen Platz finden. Davon ohne Reservation nach Port Hardy zu reisen, oder Prince Rupert, rate ich ab. Ausser Sie haben Zeit. Wenn Sie 4 oder 6 Tage lang warten können haben Sie vielleicht die Möglichkeit mitzukommen. Aber wer bleibt schon 4-6 Tage in Port Hardy? Da die Fähre "nur" jeden zweiten Tag vom jeweiligen Hafen aus abfährt, ist sie natürlich sehr schnell ausgebucht und mit 157 Fahrzeugen ist die Kapazität recht begrenzt.
Die Queen of North braucht für die Strecke ca. 16 Stunden. Kostenpunkt für 2 Personen inkl. 22 ft Motorhome 650 Dollar. Je länger das Motorhome desto teurer wird's. Mehr dazu im Tages Reisebericht.
Vancouver Island ist vom Festland aus, mit dem Auto nur per Fähre zu erreichen. Von Vancouver aus fahren zahlreiche Fähren Richtung Vancouver Island. Diese fahren regelmässig mehrmals am Tag. So ist eine Reservation nicht unbedingt notwendig. Ausser vielleicht am Wochenende. Wir sind an einem Montag nach Vancouver Island gefahren und hatten keine Schwierigkeiten. Wir kamen sofort mit ohne gross zu warten. Kostenpunkt für 2 Personen inkl. 22 ft Motorhome 76 Dollar (Dauer ca. 1 1/2 Stunden). Wochenende höhere Tarife.
Tipp: Die Fährüberfahrt Tsawwassen - Swartz Bay ist landschaftlich die schönste. Sie führt mitten durch die Gulf Islands

Campingplätze:
Eines vorweg. Wer beabsichtigt mit der Fähre die Inside Passage von Port Hardy nach Prince Rupert oder umgekehrt zu fahren, sollte sobald die Reservation der Fähre bestätigt ist, die Campingplätze vor und nach der Überfahrt ebenfalls reservieren. In Prince Rupert und Port Hardy sind die Campingplätze und Motels an Fährtagen fast immer ausgebucht.
Wir haben auf unserer Rundreise immer auf Campingplätze übernachtet. (ausser einmal). Die Möglichkeit so ohne weiteres in der Wildnis zu übernachten besteht natürlich. Ausser in den Nationalparks, da ist freies Übernachten verboten. Campingplätze bieten aber einen gewissen Komfort, auf den man nicht immer verzichten möchte (z.B. Strom für Laptop, Klimaanlage oder Mikrowelle, Feuerstelle usw.). Ich habe mir erlaubt die Campingplätze, die wir besucht haben, zu bewerten.

XXXXXX = weiterfahren
XXXXXX = schlecht - genügend
XXXXXX = genügend - gut
XXXXXX = gut - empfehlenswert
XXXXXX = empfehlenswert
XXXXXX = sehr empfehlenswert, ein Umweg lohnt sich

Ein einziger Campingplatz hat die 6 Kreuze bekommen. Welcher? Sie erfahren es im Tages-Reisebericht.
Wie wurde bewertet:
Preis, Stellplatzgrösse, Lage (laut oder ruhig), Komfort (Wasser, Strom, Abwasseranschluss), Möglichkeit zum Feuermachen, Holz (Gratis, Kaufen), Sanitäre Anlagen, Aktivitäten rundherum, Freundlichkeit, Informationen.

Die staatlichen Campingplätze (BC-Parks) haben Punkto Komfort wenig zu bieten, dafür verfügen sie aber über wunderschöne Stellplätze mitten im grünen oder am See/Meer. Neuerdings, im Gegensatz zu letztem Jahr, gibt es in den BC-Parks kein gratis Holz mehr. Es muss beim Ranger gekauft werden (ca. 5 Dollar pro Bündel). Dafür sind diese Plätze mit 12 Dollar pro Nacht auch die Billigsten.

In Tofino (Vancouver Island) und dem Skiort Whistler sind die Campingplätze so teuer dass es sich lohnt nicht unbedingt dort zu übernachten. Preise so zwischen 40 und 60 Dollar ?????

Tiere:
Zu unserem Erstaunen haben wir dieses Jahr relativ wenige Tiere gesehen. Abgesehen vom Highlight Hyder Fishcreek, sind uns weniger freilebende Tiere begegnet als letztes Jahr. Ob das mit der Jahreszeit oder mit der Reiseroute zusammen hängt wissen wir nicht. Vielleicht haben wir auch einfach nur Pech gehabt.
Wie gesagt, Hyder (Alaska) war das Highlight in Sachen Tiere. Der Abstecher nach Stewart/Hyder (Alaska), ca. 460 Kilometer ab Yellowhead HWY 16, ist ein absolutes Muss. Ich würde meinen, es führt kein Weg daran vorbei. Einmal im Leben, Bären aus nächster Nähe und da meine ich auch aus nächster Nähe, zu erleben, ist fantastisch. Wenn dabei noch der Lachsfang hinzukommt ist das unbeschreiblich. Es gibt, so glaube ich, nur 2 Orte auf dieser Welt wo Bären in freier Wildbahn so nahe und ohne Gebühr gesehen werden können. Einer heisst Hyder Fishcreek. Wenn Sie die Fotos später anschauen werden, bedenken Sie, ich habe bei einigen Bilder "nicht gezoomt".
Wie es aber ist bei solchen Besichtigungen, eine Garantie, das ein Bär kommt, gibt es nicht. Die Jahreszeit muss stimmen. Anfang September ist die beste Zeit, da dann die Lachse den weiten Weg zu ihren Laichplätzen unternehmen. Ein gefundenes Fressen für die Bären. Mehr dazu im Tages-Reisebericht.
Ansonsten haben wir einmal einen Bär auf einem Campingplatz gesehen. Einige Weisskopfader haben wir ebenfalls gesehen, die waren aber leider zu weit weg, um sie vernünftig zu fotografieren. Auf den staatlichen Campingplätze gibt es viele Eichhörnchen. Die putzigen Tierchen haben erstaundlicherweise keine grosse Angst vor Menschen.

Einkaufen, Essen, Geld:
Da der kanadischen Dollar gegenüber dem Schweizer Franken an Wert verloren hat, sind die Preis auch nicht mehr so hoch wie zum Beispiel letztes Jahr (2001). Der September-Kurs 2002 war 1:1.
Bei der Wohnmobilübernahme wird einem meistens erklärt, wo das nächste Einkaufcenter liegt um sich mit Lebensmittel eindecken zu können.
Tipp: Fragen Sie den Wohnmobilvermieter, wo der nächste Safeway ist. Hier verlangen Sie dann an der Kasse die Safeway-Kunden Karte. Sie müssen sich weder registrieren lassen noch irgendetwas ausfüllen. Wir haben bei unserem ersten Einkauf ca. 25 Dollar gespart (auf ca. 120 Dollar) nur weil wir so eine Karte bekommen haben. Über 3 Wochen gesehen können Sie da etliche Dollars sparen vorallem wenn sie mit Familie reisen oder zu viert unterwegs sind. Einziger hacken, Sie müssen Safeway Produkte kaufen. Die sind aber gerade so gut wie alle anderen auch, wenn nicht besser. Safeway-Center haben wir in allen grösseren Orten gesehen. Ob andere Einkaufscenter auch solche Kundenkarten haben wissen wir nicht.
Auch sonst kann man in den Einkaufscentern, Safeway, Superstore um nur einige zu nennen, sehr günstig einkaufen. Vorallem Fleisch ist sehr billig.
Machen Sie eine Einkaufsliste, wenn möglich schon zuhause, so müssen Sie bei Ihrem ersten Einkauf nicht immer überlegen ob noch was fehlt.

Wir haben natürlich auch ein paarmal in Restaurants gegessen. Das Essen ist gut und billig.
Tipp: Ein Frühstück oder Abendessen im Drehrestaurant "Empire Landmark" hoch über der Stadt Vancouver ist sehr empfehlenswert. Gute Küche und nicht teuer. In Stewart ist das Bitter Creek Cafe zu empfehlen. Schönes nostalgisches Restaurant.

Neben Bargeld und Kreditkarte, sind Kanadische Travelers Cheque sehr zu empfehlen. Sie werden wie Bargeld behandelt und können fast überall eingelöst werden. Manchmal wird nach dem Pass gefragt. In BC-Park Campingplätzen kann aber weiterhin nur mit Bargeld bezahlt werden. Sogar EC-Karten werden von bestimmten Geldautomaten akzeptiert. Aber vorsicht: Pro Bezug wird eine hohe Gebühr verlangt.

Vermieter, Reisebüro:
DSCF1967 Wir haben unsere Reise bei dem Schweizer Reisebüro Wildwestcampers, in Oberwil-Lieli AG gebucht und sind sehr zufrieden gewesen. Die Betreuung in der Schweiz wie auch in Kanada (Vancouver) war sehr gut. Die Motorhomes sind sehr gut ausgerüstet und es fehlt an nichts (unser Fahrzeug hatte erst 57000 Kilometer auf dem Buckel). Sie müssen eigentlich nichts mehr dazu mieten. Das war leider letzes Jahr bei einem anderen Vermieter anders. Dazu kommt das Rolf Weber (Vermieter) in Kanada Schweizer ist und demnach sehr gut deutsch spricht. Vielleicht ein wichtiges Kriterium, für den, der nicht so gut Englisch kann und zum ersten mal so ein Gefährt in Empfang nimmt. Es sind doch etliche Sachen, die zu beachten sind.
Was bei Wildwestcampers zu beachten ist, Sie müssen das Motorhome so zurückbringen wie Sie es empfangen haben. Das heisst, ein Gang zu Autowaschanlage ist unumgänglich

 

Links: Bezogen auf Kanada und British Columbia. Weitere Links in den Tages-Reiseberichten
Travel British Columbia Reisen in British Columbia.
Canada Maps Verschiedene Karten von Kanada
BC-Parks Die British Columbia Parks.
Road Reports Strassenzustand von British Columbia
Weatheroffice BC Die Wetterzentrale von British Columbia
British Columbia Eine weitere Seite über British Columbia
British Columbias Orte Reisehomepage über British Columbia
kanadisch Eine gute Webseite über Kanada (Deutsch)
British Columbia BCNetwork bietet hier eine Top Webseite

 

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