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Glacier + Revelsstocke Nationalpark

Datum: 04 + 05.07.2001
Campingplatz:
Illecillewaet Campground
Bewertung: XXXXXX
Nationalpark Glacier, Rogers Pass, Sehr schöner Platz, mitten im Wald, nahe Fluss, schönes Wandergebiet, relativ hoch gelegen daher je nach Jahreszeit kalte Gegend, sehr begehrt, fast immer voll, Feuerstelle, Duschen, ca. 13 Dollar.

Offizielle Webseite Glacier Nationalpark
Offizielle Webseite Revelstoke Nationalpark


Bericht:

Der Revelstoke und der Glacier National Park sind 2 Parks die in seiner Art total verschieden sind. Der Revelstoke National Park besteht eigentlich nur aus dem Berg Mount Revelstoke. Das für kanadische Verhältnisse kleine Naturschutzgebiet wurde bereits 1941 zum National Park. Der bietet, eine Seltenheit in Kanada, eine Strasse bis zum Gipfel. Wir waren nicht oben, da doch ein Weg ca. 26 Km lang ist. Unser Interesse galt viel mehr dem Glacier National Park. Der Kanadischen Glacier, nicht zu verwechseln mit dem grossen USA Glacier, ist mit seiner Bergwelt viel imposanter. Beide National Parks liegen am eher stark befahrenen Highway Nr. 1, die Hauptverbindungsstrecke zwischen Calgary und Vancouver. Hauptattraktion des Glacier ist und bleibt der Rogers Pass mit seiner Geschichte um die kanadische Eisenbahn.

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Der Cedars Nature Trail sollte auf jedenfalls besucht werden. Der ca 500m lange Boardwalk geht durch schummrigen Regenwald mit bis zu 800 Jahre alten Riesenzedern.

 

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You are in Bear Country. Diesen Satz haben wir in Kanada überall gelesen. Bären gehören zu Kanada, wie Käse zur Schweiz.
Wie wir gehört haben soll es im Revelstoke und Glacier viele Bären geben. Wir hatten das "Glück", bei unseren Wanderungen, keinen zu sehen.

 

8601 8602 Da wir für den Glacier National Park zwei Tage eingerechnet haben, konnten wir eine grösser Wanderung machen. Wir haben uns für den Asulkan Valley Trail entschieden. Der Trail war am Anfang recht einfach, wurde aber am Ende immer steiler. Wetterpech hat uns dann zur Umkehr gezwungen. Am Ende des Trails hätte man eine gute Aussicht auf den Asulkan- und Illecillewaet Glacier gehabt.

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Park Rangers bei dem Illecillewaet Campingplatz. Viele Campingstellplätze sind in der Hauptsaisonzeit ausgebucht. Reservieren kann man solche Campingplätze selten. Hier zählt, wer zuerst da ist, hat den Platz. Die Rangers geben auch gerne Auskunft über Wanderwege, Bären usw.

 

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Der Rogers Pass. Der 1327 Meter hohe Pass ist einer der geschichtsträchtigsten Rocky Mountainsübergänge in Kanada. Das Infocenter auf der Passhöhe ist auf alle fälle einen Stopp wert. Hier wird einem Bewusst was die Eisenbahnpioniere um 1900 mit dem Krieg gegen den Schnee gemeint haben.

 

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Der Highway Nr. 1 (Auch Trans-Kanada Highway genannt) durchquert den Glacier National Park wie gewohnt in seiner natürlich kanadischen Breite. Wer nicht mit der Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h fährt, muss ab zu damit rechnen, einen Sattelschlepper, drängelt im Rückspiegel zu beobachten.

 

Der Rogerspass:

Verglichen mit den Alpenpässen ist der Rogers Pass harmlos. Er ist nur 1382 m hoch, seine Steigungen sind gemächlich. Besonders, wenn man ihn nur im Sommer sieht, kann man sich unmöglich vorstellen, welche Schwierigkeiten er vor 100 Jahren machte und welche Opfer er gekostet hat. 1871, als Kanada sich verpflichtet hatte, die neue Provinz British Columbia durch eine Eisenbahnlinie mit dem Rest des Landes zu verbinden, waren die Gebirge zwischen der Prärie und der Pazifischen Küste nur aus den Berichten einiger Pelzhändler bekannt. Wer von Ottawa nach Victoria wollte, reiste mit der Bahn nach San Francisco und dann auf dem Seeweg weiter. Erst 1881 wurde beschlossen, die Schienen der neugegründeten Canadian Pacific Railway Company nicht auf den alten Pelzrouten über Edmonton und den Yellowhead Pass an die Fraser-Mündung zu leiten, sondern möglichst weit im Süden quer durch die Prärie.

Die Aufgabe, so schnell wie möglich einen Pass durch die Rocky Mountains und durch die Selkirks zu finden, fiel an den amerikanischen Major Rogers, der seine Sporen gegen die Sioux verdient und ihre Jagdgründe vermessen hatte, der aber noch nie einen schneebedeckten Berg gesehen hatte. Rogers fing im Westen an, denn er wusste, dass dort, wo heute Revelstoke liegt, der Illecillewaet River von Osten kommend in den Columbia mündet. Diesem folgten er, sein Neffe Albert und zehn indianische Lastenträger durch Mairegen und schmelzwasserführenden Bäche aufwärts durch den Canyon, der jetzt Alberts Namen trägt, bis ihnen der Proviant ausging und sie erschöpft umkehren mussten. Von Westen also kam man nicht durch die Selkirks, aber bevor Rogers es von der anderen Seite versuchen konnte, musste er auf dem Umweg durch Washington und Montana zurück nach Alberta und erst einmal einen Pass durch die Rockies finden.

Ungefähr auf der richtigen geographischen Breite lag der Kicking Horse Pass, an dem sich James Hector 1858 von einem Hufschlag seines Pferdes beinahe nicht erholt hätte, und über ihn nahm Rogers die Selkirks im Sommer 1882 von Osten in Angriff. Ohne Albert, der sich am Kicking Horse Pass verirrt hatte und beinah verhungert wäre, ging es vom heutigen Golden am Columbia abwärts bis zum Beaver River und diesen dann aufwärts, bis Rogers von Osten die gleichen Berge erkannte, die er im Jahr vorher von Westen gesehen hatte.

Die geeignete Scharte war nun gefunden, aber noch 1884, als die Schienen schon den Beaver River erreicht hatten, an dem sie aufwärts in die Berge vorstossen sollten, wurde ernstlich erwogen, sie stattdessen am Columbia entlang in einen grossen Bogen um die Selkirks herumzuführen. Die Entscheidung, bei der geplanten Route zu bleiben, hat in der Folge rund 250 Menschenleben gekostet, teils bei den Bauarbeiten, vor allem aber durch Naturkatastrophen. So sicher der Trans-Canada Highway heute im Sommer erscheint, so gefährdet war die Bahnlinie im Winter, solange sie nicht durch 54, insgesamt 6 km langen snow sheds wenigstens notdürftig vor den ständig von beiden Seiten herabdonnernden Schneemassen geschützt wurde. Der 1885 auf den Rogers Pass erbaute Bahnhof wurde 1899 mit sieben Menschen von einer Lawine begraben.

Als im März 1910 62 Arbeiter verschüttet wurden, stand die CPR vor der Wahl, die Passhöhe entweder zu untertunneln oder die Strecke aufzugeben. Der 1916 eingeweihte Connaught Tunnel durch den Mount Macdonald hat die Bahn 165 m Steigung erspart und die Strecke um 7 km verkürzt. Ein zweiter Tunnel durch denselben Berg wurde 1988 in Betrieb genommen. Der Connaught Tunnel machte den Weg für eine Strasse über den Rogers Pass frei, aber das wirkte sich erst 1962 für den Trans-Canada Highway aus.

Auf der 44 km langen Fahrt durch den Glacier National Park kommt man an 134 Lawinenschneisen vorbei, über denen bedrohliche Schneeansammlungen im Winterhalbjahr durch vorbeugenden Artilleriebeschuss unschädlich gemacht werden. Heute geschieht das durch rückstosslose Geschütze von Zementplattformen an der Strasse.

 

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