Reiseberichte, Mountainbiken und Videofilmen


9.Tag

Nisutlin River - Whitehorse

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 Datum: 18. August 2006, Freitag

 


Bericht:

Es ist kurz nach Mitternacht als mich Gabi aus dem Tiefschlaf weckt. "Da draussen ist jemand". Ich bin kaum richtig wach und doch kann ich sofort die Geräusche draussen vor unserem Zelt hören. Nicht schon wieder, geht es mir durch den Kopf. Mir kommt gleich unsere erste Nacht in den Sinn. Dort konnte ich zwar keine direkten Geräusche hören, bin aber dennoch aufgestanden um nachzusehen. Diesmal aber sind die Laute draussen ganz deutlich. Wir liegen noch im Schlafsack mit flauem Gefühl im Magen. Was um Gottes Willen läuft um unser Zelt herum? Es raschelt überall. Was könnte das sein? Wir befinden uns auf einer Insel, was uns eigentlich beruhigen sollte, aber irgendjemand oder etwas ist auch noch hier. Vielleicht ein Bär? Wölfe? Vielleicht sind es aber nur Vögel, die in den Sträuchern herumlaufen. Wir lauschen, können uns aber keinen Reim daraus machen. Jetzt weiter zu spekulieren, was es sein könnte bringt nichts. Ich muss nach draussen um nachzuschauen. Mir ist aber nicht wohl dabei. Ich bin ja sonst kein ängstlicher Typ, aber das Getue da rund um unser Zelt geht mir langsam auf die Nerven. Ich muss Klarheit schaffen und zwar schnell. Ich zwänge mich aus dem Schlafsack und mache den Reissverschluss unseres Innenzelts auf. Kalter Wind kommt mir entgegen. Die Geräusche draussen sind immer noch zu hören. Ist es eventuell der Wind, der dieses Rambazamba um unser Zelt herum macht? Ich ziehe mir meine feuchten Schuhe an, schnappe mir die Taschenlampe und das Sackmesser und mache dabei den Reiseverschluss unseres Aussenzeltes auf. Wie zu erwarten kann ich nichts erkennen, es ist stockdunkel. Kein Mond ist zu sehen, keine Hoffnung irgendwie von aussen ein wenig Licht zu bekommen. Zum zweiten Mal wäre ich froh, hätte ich einen Bärenspräy dabei. Dem ist leider nicht so. Ich steige aus dem Zelt in die kalte Nacht hinaus. Das Licht meiner Taschenlampe verliert sich in der endlosen Dunkelheit. Mein Puls steigt. Mit der Taschenlampe versuche ich Licht in die dunkle Nacht zu bringen. Vielleicht schaut irgendwo ein Tier in den Lichtkegel. Es passiert nichts. Erst jetzt fällt mir auf das der Wind recht zügig um unser Zelt weht. War das tatsächlich nur der Wind? Ich kann mir das kaum vorstellen. Ich laufe um unser Zelt herum. Das Geräusch kommt aus den Sträuchern, die sich etwa 8 Meter hinter unserem Zelt befinden. Irgendetwas läuft da herum nur kann ich leider nichts erkennen. Ich schreie laut in die Nacht hinaus in der Hoffnung, das sich was bewegt. Wieder passiert nichts. Scheisse, was zum Henker ist da los? Ich nähere mich langsam den Sträuchern und versuche mit meinem spärlichen Licht Klarheit zu schaffen. Nächstes Mal kaufe ich mir ein Taschenlampe, die ein riesen Scheinwerfer hat, aber sicher. Nochmals schreie ich laut in die Nacht hinaus. Nichts ändert sich. Ich befinde mich jetzt nur noch wenige Meter vor dem Gebüsch und leuchte mit der Taschenlample den Boden nach Spuren ab, als es plötzlich stark zu rascheln beginnt. Sofort schwenke ich das Licht wieder nach vorne und sehe dabei kurz, dass irgendetwas auf mich zukommt. Scheisse, vor lauter Schreck stolpere ich dabei rückwärts über meine eigenen Füsse und lande im nassen Sand. Das Licht meiner Taschenlampe zeigt kurzerhand in den Himmel und ich kann nur kurz erkennen, wie ein grosser Vogel nur wenige Meter vor meinem Gesicht in die dunkle Nacht hinein fliegt. Mein Puls hat eine Obergrenze erreicht, die wohl kaum je in meinem Leben nochmals überschritten wird. Gabi schaut mit dem Kopf aus dem Zelt heraus. "Was schreist du den so herum, ist was passiert?".  Ich kann kaum was sagen, noch zittern meine Knie. Gabi zwängt sich auch aus dem Schlafsack und kommt ebenfalls aus dem Zelt. "Ein Vogel hat mich erschreckt." erwidere ich kurz. Gemeinsam suchen wir die unmittelbare Zeltumgebung nach Spuren ab. Wir können aber nichts auffälliges erkennen. Die Geräusche sind höchstwahrscheinlich von Vögeln gemacht worden.

Später laufe ich noch eine Zeitlang mit der Taschenlampe in der dunklen Nacht herum schaue mit meinem spärlichen Licht ob ich irgendwo noch was erkennen kann. Ein, zweimal schreie ich noch in die stille Nacht hinaus, ich muss mich irgendwie beruhigen können.

Keine Ahnung was das für ein Vogel war, auf jeden Fall ein grosser. Es ging alles sehr schnell. Da wir in der Nähe der Nisutlin Bay sind, die als Nistplatzgegend bekannt ist, kann hier so manches Federvieh deinen Weg kreuzen. Aber beim nächsten Mal bitte doch nicht so lautstark mitten in der Dunkelheit.

Der Rest der Nacht verläuft nicht immer ruhig. Zwei, dreimal, erwache ich und höre draussen Geräusche. Ich denke, dass es jedes Mal Vögel waren.

1952 1960 Kurz nach 7 Uhr stehen wir auf. Die Sonne blinzelt schon zwischen den Bäumen hervor. Es wird bestimmt ein besserer Tag als gestern. Gabi macht Frühstück, während ich unsere nassen Kleider am Fluss unten auf die wärmenden Steine lege damit sie von der Sonne getrocknet werden. Plötzlich sehe ich flussaufwärts ein Kanu im Nisutlin. Es ist 7.30 Uhr und wir haben es da mit extremen Frühaufstehern zu tun. Wir winken uns kurz zu als sie bei uns vorbeifahren. Wo die wohl übernachtet haben? Ist mir irgendwie schleierhaft. Gestern, bei strömendem Regen, haben wir trotz intensiver Beobachtungen keine Kanuten gesehen. Vielleicht habe sie die Blockhütte gefunden, die wir gestern vergeblich gesucht haben? Nach der Uhrzeit zu urteilen, können die nicht weit von uns entfernt gewesen sein. Eventuell habe sie sogar meine nächtlichen Schreie gehört.

1961 1962 1964 Gegen 8.30 Uhr sind wir abfahrtsbereit. Jetzt haben wir bis zur Teslin Brücke noch 3 Stunden und 30 Minuten Zeit was eigentlich locker reichen sollte, da es laut meinen Schätzungen nur noch 12 Kilometer sind. Die ersten paar Minuten auf den River zeigen aber schnell, was heute wieder an erster Stelle angesagt ist, paddeln. Je näher wir der Nisutlin Bay kommen, desto langsamer wird der Fluss. Mein GPS zeigt nur noch knapp 2 km/h an. An den Ufern ist seit unserem Lagerplatz nichts Vergleichbares mehr aufgetaucht. Wir haben also definitiv den letzten guten Uebernachtungsplatz gefunden. Die Fahrt durch das Nisutlin Delta bietet eine ganz andere Landschaft, als wir sie die letzen Tage gesehen haben: die Nadelbäume sind verschwunden, stattdessen säumen Laubbäume und Sträucher das Ufer. Das Land wird flacher und öffnet den Blick auf weite Ebenen und Berge im Hintergrund. Von den angeblich so zahlreichen Wasservögeln des Deltas sehen wir wenig. In unseren Flussführern wird das Nisutlin Delta recht gut beschrieben. Beide Bücher empfehlen, dass man sich immer rechts halten soll, also immer am Ufer entlang paddeln. Das ist aber gar nicht so einfach. In diesem Wirrwar von Abzweigungen und Buchten bin ich froh, habe ich unseren Weg auf die Google Earth Karte gezeichnet, so kann ich  mittels GPS den Weg gut verfolgen. So schön die Fahrt durch das Labyrinth auch war, desto härter wird es jetzt: Vor uns liegen 8 Kilometer Teslin Lake.

1977 1979 Wir halten uns immer rechts, also in der Nähe des Ufers. Der Wind hat aufgefrischt seit wir den Fluss verlassen haben. Das Paddeln wird mühsam und anstrengend. Weit, weit vorne können wir die Teslin Brücke erblicken, wo der Alaska Highway den See überquert. Es ist nicht mehr weit und wir haben es geschaft. Mit dem Wind hat aber auch der Wellengang stark zugenommen. Je weiter wir uns vom Ufer entfernen desto grösser werden die Wellen. Es spritzt immer häftiger. Wir geben alles, ein ums andere Mal stechen wir unser Paddel in die Wellen des Teslin Lakes, aber richtig vorwärts kommen wir nicht. Ich schalte das GPS ein und muss mit Entsetzen feststellen, dass wir trotz heftigsten Paddelns knapp 2 km/h erreichen. Wir können auch nicht immer am Ufer entlang fahren, da sonst der Weg zu lang wäre. Die zahlreichen Buchten müssen wir auf dem Wasser abkürzen damit wir Strecke gewinnen. Dies ist aber leichter gesagt als getan.

1985 Seit über einer Stunde befinden wir uns jetzt auf dem See. Die Brücke, die wir immer im Blickfeld haben kommt kaum näher. Von blossem Auge kann ich es kaum einschätzen aber auf meinen GPS erkennen ich wie schnell wir unterwegs sind und wie weit es noch ist. Wenn wir weiterhin mit diesem Tempo unterwegs sind, werden wir es nicht zum vereinbarten Zeitpunkt um 12 Uhr schaffen. Das Problem ist aber nicht die Zeit sondern die Wellen. Je näher wir der Brücke kommen desto höher werden diese. Die Wellen haben machmal eine Höhe von ca. 40cm und treffen links auf unser Boot. Wir probieren im Zick-Zack Kurs zu fahren damit wir die Wellen vorne am Bug treffen und nicht seitlich. Das zwingt uns aber noch stärker und noch schneller zu paddeln damit wir die Wellen mit einer ordentlichen Geschwindigkeit überfahren können. Mit einem Kanu, das ein Gesamtgewicht von 300 kg kein leichtes Unterfangen. Gabi, die vorne sitzt,  ist schon bös am Anschlag, langsam geht die Kraft aus. Ich sehen das auf meinen GPS Gerät sehr deutlich. Sobald ich hinten aufhöre, kommen wir kaum noch vorwärts. Aber was soll's, sie meckert nicht und macht ihren Job da vorne sehr gut. Manch eine Frau hätte da schon längst aufgegen und das Paddel in irgendeine Himmelsrichtung fortgeworfen. Auch ich bin recht am Anschlag. Es ist extrem mühsam das Boot in die richtige Richtung zu steuern und zudem schmerzen mir schon lange der Rücken und die Schultern. Aber aufgeben können wir jetzt nicht. Wir müssen da durch.

Die Zeit ist jetzt abgelaufen. Es ist 12 Uhr Mittags und wir sollten an unserem vereinbarten Treffpunkt sein. Hoffentlich warten die auf uns. Die Brücke ist ja nicht mehr weit weg. Wenn ich jedoch auf mein GPS schaue sind es immer noch zwei Kilometer. Wenn wir die Geschwindigkeit so beibehalten können, müssen wir noch eine Stunde paddeln. Es ist zum Verzeifeln. Wir können uns kaum eine Ruhepause gönnen, immer muss gepaddelt werden und das in einer recht hohen Insität. Wenn ich das vorher gewusst hätte, ich weiss nicht. Viele Gedanken gehen einem durch den Kopf, eigentlich war es ja eine schöne Kanutour, wenn nur das ständige Paddeln nicht wäre.

1990 Wir erreichen erschöpft die Teslin Brücke. Jetzt nur noch eine Anlegstelle finden. Das ganze Ufer ist aber mit hohem Gras (Sumpf) überwachsen und kann nicht als Anlegestelle genützt werden. Kurz bevor wir aber die Brücke passieren, sehe ich rechts einen kleinen Weg der zu einem Haus und zum Campground führt. Jetzt aber nichts wie dorthin.

 

1994 Es ist 13.22 Uhr als wir aus unserem Kanu steigen. Die Zivilisation hat uns wieder! Unsere Kanutour ist somit beendet. Glücklich und erschöft ziehen wir unser Kanu an Land,  das uns zuverlässig über die 200 Kilometer gebracht hat. Eine junge Frau kommt uns winkend entgegen. "Seid Ihr die Leute von Yukon Wild, die ich hier an der Teslin Brücke abholen soll?", ertönt es in einem Englisch das ich kaum verstehe. Ich glaub schon, ruft Gabi zurück, wir haben aber eine Stunde Verspätung, sollten eigentlich um 12 Uhr hier sein. Ach das macht nichts. Sie sei auch erst vor 15 Minuten hier angekommen. Normalerweise unterschätzen die Leute die Tour über den Teslin Lake und kommen sowieo immer später an als vereinbart, erwidert sie. Na ja, wie recht sie doch hat. Wir machen noch ein "Abschlusserinnerungsfoto" auf dem wir ein wenig abgekämpft rüberkommen.

1995 Anschliessend schleppen wir unsere Ausrüstung den Hang hoch um sie ins bereitstehende Auto zu packen. Nachdem wir noch ein paar Sachen im Tankstellenshop eingekauft haben, geht es zurück auf den Alaska Highway, der uns in ca. 2 Stunden nach Whitehorse bringen wird. Heute Abend werden wir sicher gut essen gehen und nochmals auf die 7 Tage Wildnis zurückblicken, denn morgen heisst es schon wieder Abschied nehmen vom Yukon. Es geht weiter über Vancouver direkt nach Toronto, wo wir nochmals einen Woche Kanada geniessen können.

Irgendwann werden wir wiederkommen, das steht fest.

Fazit zu dieser Tour

Würden wir nochmals auf so eine Tour gehen? Nun, als wir an diesem Nachmittag abgekämpft und entkräftet unser Endziel Teslin erreichten, wäre die Antwort sicher nein gewesen. Uns haben die letzten Stunden arg zugesetzt und die Lust am Kanufahren genommen. Die Strapazen auf den letzten 10 Kilometer waren extrem hoch. Jetzt ein paar Monate später sind diese Gedanken verflogen und die schönen Erinnerungen überwiegen. Heute würde ich gerne wieder auf so eine Tour gehen, vielleicht sogar ein paar Tage länger. Gabi ist da ein wenig skeptischer: Die Tour an sich war gut, aber bei strömenden Regen oder bei hohem Wellengang Kanu fahren, war für sie weniger lustig. Und natürlich fragt sich die vorsichtige Frau natürlich auch, was wäre, wenn in dieser Einsamkeit wirklich mal was passieren sollte - mehrere 100 km weit von der Aussenwelt entfernt. In einer Gruppe okay, aber wenn man nur zu Zweit ist und einer wird vom Grizzly zerfetzt!
Unsere Vorbereitung war wirklich gut, wir haben viele Berichte über Kanutouren gelesen. Wir wussten, was auf uns zukommen würde und dennoch reagiert der Mensch anders, wenn er sich danach genau in dieser Situation befindet. Irgendwie hatte ich das Gefühl, der Körper würde auf Sparflamme laufen. Obwohl wir täglich bis zu 7 Stunden im Kanu gesessen sind und hauptsächlich am Paddeln waren, kam am Abend nie richtig Hunger auf. Gabi, die eigentlich immer zwischendurch was knabbern muss, konnte sich das auch nur schwer erklären. Was uns vor allem zu schaffen machte, waren die Nächte. Obwohl wir wissen, dass Tiere keine Menschen grundlos angreifen, war es ein spezielles Gefühl in einem Zelt zu übernachten, im Wissen, dass in der Umgebung ohne weiteres Wölfe, Elche und Bären leben könnten. Dies ist nicht wegzudenken und gibt dem ganzen Wildnisaufenthalt eine gewisse Spannung. Die Frage stellt sich jetzt, ob das in einer Gruppe auch so ausgeprägt wahrgenommen würde. Ich denke wohl kaum.

Der eine oder andere Leser wird sich jetzt wahrscheinlich fragen, ob es die richtige Entscheidung war, ohne Tourführer auf so eine Kanutour zu gehen. Ich würde das ganz klar mit Ja beantworten. Der Erlebnisfaktor und auch das Drumherum werden viel besser und intensiver wahrgenommen als wenn weitere Menschen um einen herum sind.

Die Landschaft rund um den Nisutlin River war eigentlich so wie wir es erwartet hatten. Es ist eine einsame unberührte Gegend, die eigentlich vom Wasser aus kaum zu sehen ist. Der Fluss zwängt sich immer durch eine Waldlandschaft. Der dichte Dschungelwald oder auch Sumpfgebiete machen Wanderungen fast unmöglich, sollte man nicht zufällig auf einen Trail stossen. Wir wussten das und konnten uns darauf einstellen. Wer also neben dem Kanufahren noch wandern möchte, sollte sich nicht den Nisutlin River aussuchen.

Die Fliessgeschwindigkeit ist auch so ein Thema. Ich muss zugeben, da haben wir uns gewaltig täuschen lassen. Wir waren davon ausgegangen, dass der Nisutlin mit einer Fliessgeschwindigkeit von ca. 5-8 Stundenkilometer unterwegs ist. So wurde es in diversen Flussführern oder im Internet beschrieben. Dies stimmte bei weitem nicht. Es kann sein, dass diese Geschwindigkeit im Mai bis Anfangs Juli erreicht wird, im August ist das kaum möglich, da der Wasserstand in dieser Jahreszeit zu tief ist. Dieser Umstand hat zur Folge, dass man viel länger auf dem Fluss ist als angenommen.  Die letzten zwei Tage waren extrem streng. Unter ständigem Paddeln erreichten wir knapp 5 Stundenkilometer (Fliessgeschwindigkeit knapp 2 km/h) was bei einer Tagesleistung von 30 Kilometer 6-7 Stunden Arbeit bedeutet. Wer also im August oder September den Nisutlin befahren möchte, sollte einen Tag mehr einkalkulieren.

Paddelschläge sind aber auf den ganzen 200 Kilometer mehr oder weniger notwendig. Dies muss man wissen und sollte nicht unterschätzt werden.

Es war eine gute Erfahrung diese 7 Tage in Yukons Wildnis. Es zeigt wie der Mensch auf gewisse Situationen reagiert. Ein gutes Beispiel war der Regentag am Schluss unserer Tour. Ich habe mich schon öfters 5 und mehr Stunden im strömenden Regen aufhalten müssen, war von oben bis unten platschnass. Die Schweizer Armee hat mich diesbezüglich vieles gelernt, obwohl ich solche Tage in den Schweizer Bergen oft verflucht habe, hatte es doch sein Gutes getan. Solche Momente zeigen einem, dass es nichts bringt sich aufzuregen über die momentane Situation. Es wird sich nichts ändern. Man muss weitermachen und immer das Positive sehen. Zugegeben, einfach war das nicht. Weit ab jeglicher Zivilisation gehen einem viele Gedanken durch den Kopf. Wird der Regen aufhören, finden wir einen Lagerplatz, stimmen die Daten auf der Karte, zeigt das GPS die richtige Position an, werden wir was zu essen machen können.

Abgesehen vom Abschluss (Überquerung des Teslin Lakes) ist der Nisutlin River ein wunderbarer, einfacher und schöner Fluss. Zugegeben, der Schluss müsste nicht sein, aber wer den Nisutlin befahren möchte muss den Teslin Lake überqueren um wieder zur nächsten Strasse zu kommen. Wer dann noch so windiges und unangenehmes Wetter hat wie wir, der kann am Schluss einiges erzählen.

Ende

 

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