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9. Tag

Yellowknife

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Datum:
23. Juni 2005, Donnerstag
Fahrstrecke: 23 Kilometer
Campingplatz: Fred Henne Park
Bewertung:XXXXXX

 
Einziger Campground in Yellowknife. Gross aber gut. Am See. Duschen OK. Spielplatz. Sandstrand. Kurze Trails. Ab 15 C$


Bericht:

Yellowknife an der Back Bay der Slave Lake Nordküste beherbergt mit 19'056 Einwohner (2005) mehr als 40% der Bevölkerung der Northwest Territories. Als Hauptstadt und Verwaltungszentrum verfügt sie über eine komplette Infrastruktur, wobei auch der Anschluss ans nationale Flugnetz per Linienjets nicht fehlt. Wer Yellowknife besuchen möchte sollte dies in den Sommermonaten tun. Nicht selten spricht man hier von der Hauptstadt mit den vier Jahreszeiten: Juni, Juli, August und Winter. In den Sommermonaten sind die Temperaturen angenehm und es können auch schon mal 25 Grad erreicht werden. Anders im Winter, da ist es arschkalt und die Temperaturen liegen während rund 7 Monaten unter dem Gefierpunkt.

Endlich konnten wir mal wieder eine Nacht durchschlafen. Der gestern gekaufte Mückenschutz scheint Wirkung zu zeigen. Das Thermometer zeigte knapp 5 Grad an, als wir an diesem Donnerstagmorgen, bei herrlichem Sonnenschein, Richtung Downtown fuhren. Nach dem obligatorischen Besuch des Visitor Centers ging's weiter ins Museum. Das Heritage Center ist ausgesprochen informativ; es thematisiert unter anderem die Geschichte sowie Flora und Fauna des Nordens. Über Kunst und Kultur der Indianer ist eher wenig zu sehen. Das Museum ist nicht sehr gross, der Eintritt ist aber frei und daher sicher ein Besuch wert.

IMG_1073 IMG_1072 Downtown Yellowknife ist gut überschaubar. Parkplätze sind ausreichend direkt im Zentrum vorhanden. Es ist schon speziell, eine derart "grosse" Stadt in einer solch abgeschiedenen Gegend zu sehen, weitab der nächsten Zivilisation. Edmonton liegt 1513 Kilometer enfernt. Es gibt Monate, in denen es nicht möglich ist Yellowknife per Landweg zu erreichen. Nur 2 Kilometer vom Zentrum entfernt beginnt bereits die beeindruckende Wildnis. Und doch gibt es in Yellowknife alles was das Herz begehrt. Es fehlt an nichts, alles wird über Land oder durch die Luft in die Hauptstadt gebracht. Ein immenses logistisches Unterfangen.

PICT4987 PICT0062 Yellowknife besitzt eigentlich zwei Stadtkerne: die Oldtown und das neue Stadtzentrum. Wenn man von Oldtown spricht, meint man die Gründungstätte von Yellowknife, die ca. um 1930 entstand. Holt euch vorher im Visitor Center die Faltbroschüre "Heritage Walking Tour Oldtown". Darin wird man auf einem empfehlenswerten Rundgang an den wichtigsten Gebäuden vorbeigeführt. Unter anderem gelangt man auch zum Pilots Monument, von wo aus man einen schönen Blick auf Oldtown und natürlich auf die Skyline des heutigen Stadtzentrums hat. Auch das rege Treiben am Wasserflugplatz kann man während der Tour beobachten.

PICT4977p Der Rundgang durch Yellowknife's Neustadt ist kurz und wenig interessant. Wir kamen zufällig am Arbeitsamt vorbei und waren erstaunt über die unzähligen Jobs, die angeboten wurden: vom Pizzabäcker bis hin zum Informatiker, Personal wird fast für alle Bereiche gesucht.

IMG_1083p Dies scheint das grösste Probem in Yellowknife zu sein, es wollen immer weniger Leute hierher. Vorallem jüngeres, gut qualifiziertes Personal wird überall gesucht. Auch die kanadische Regierung sucht immer wieder Leute. Aber eben, mit dem Job alleine hat man noch nicht gelebt und wenn man die Abgeschiedenheit und die klimatischen Verhältnissen berücksichtig, überlegt's sich wahrscheinlich manch einer ob er das wagen soll. Interessant ist, dass in den Stellenausschreibungen auch immer gleich der zu erwartende Lohn angegeben wird. Nun, schlecht ist dieser Lohn, je nach Arbeitsgattung, jedenfalls nicht. Zumdem kriegt jeder Mitarbeiter einen Freiflug (hin und zurück pro Jahr), was auch noch ein Zückerchen obendrauf sein kann.

PICT4983p Nun, wer sich dann wirklich entschliessen konnte, sich in Yelloknife niederzulassen, der wird sich füher oder später mit der Wildnis auseinandersetzen müssen. Und die ist hier gewaltig und beginnt direkt an der Stadtgrenze. Ausser der Strasse, die uns hierhin führte, gibt es nur noch den Ingrahm Trail, der aus der Stadt hinausführt und der endet eigentlich im Nirgendwo.

Um endlich mal wieder zivilisiert in einem Restaurant zu essen, fuhren wir am frühen Abend noch zum Pizza Hut. Hier kann mann auf dem Parkplatz eine typisch nordische Besonderheit beobachten: Viele Autos besitzen vorne an der Motorhaube einen Stromstecker. Die meisten Parkplätze verfügen ihrerseits über einen Stromanschluss, an dem die Autos im Winter sozusagen andocken können. Somit wird verhindert das im Motorraum die Flüssigkeiten (Kühlwasser, Benzin, Diesel, Scheibenreiniger usw.) einfrieren. Eine gute Idee, denn bei minus 40 Grad und mehr ist es nicht selbstverständlich, dass noch alles flüssig bleibt.
Übernachtet haben wir wieder auf dem Fred Henne Park, der auch heute nicht voll besetzt war.

Ein paar interessante Daten zu Yellowknife: Erste Erwähnung der Yellowknife Bay 1897. 1930 ist Yellowknife per Wasser und Luftweg erreichbar. 1942 ist Yellowknife ein kleines Dorf mit Versorgungsstation für weitere Expetitionen in den hohen Norden. 1945 wird das neue Stadtzenturm gegründet. 1953 erhält Yellowknife Strom. 1967 wird sie Hauptstadt der Northwest Territories. 2005 wird die Strasse zur Hauptstadt durchgehend geteert sein. Um 2007 wird eine Brücke über den Mackenzie River gebaut und Yellowknife wird auch in den Übergangsmonaten auf dem Landweg erreichbar sein.
Yellowknife-Koordinaten: N 62.27.000, W 114.22.000, Höhe 206m.ü.m

 

Links:  
Yellowknife Hauptstadt der Northwest Territories
Northern Frontrier Eine andere Webseite über Yellowknife
Yellowknife Tourismus Die Touri-Seite über Yellowknife

 

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