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8. Tag

Tatchun Creek - Mayo

08-tag
Datum:
24. Juni 2010, Donnerstag
Fahrstrecke: 220 Kilometer
Campingplatz: Five Mile Lake Campground
Bewertung: XXXXXX

 

 
Goverment Campground am Five Mile Lake ca. 6 Km nördlich von Mayo. Relativ grosser Campground mit einigen Plätzen direkt am See. Der See ist nicht sehr gross, wird seinem Namen nicht gerecht.... . Ansonsten schöne Plätze. 12C$


Bericht:

IMG_0916 IMG_0921 IMG_0918 Heute morgen ging es zuerst Richtung Whitehorse. Die Five Finger Rapids (Km 380) auf dem Yukon River sind nur 2.4 Kilometer von unserem letzten Übernachtungsort entfernt. Früher, als man noch mit dem Schiff von Whitehorse nach Dawson City fuhr, waren die Five Finger Rapids das Hinderniss im Yukon River. Heute haben die Rapids ihre Bedeutung verloren, da es keine grossen Schiffe mehr gibt auf diesem Flussabschnitt und die paar Kanus, die den Yukon River herunterfahren Richtung Dawson werden wohl weniger Mühe haben als jene damals in der Pionierzeit. Wer Lust hat auf eine 2-stündige Wanderung (hin und zurück) kann bis zum Ufer des Yukon gehen. Wir haben es bleiben gelassen.

DSC00362 Den heutigen Tag werden wir hauptsächlich auf dem Klondike Highway verbringen. Der Klondike Highway oder auch Klondike Loop genannt ist eine Strasse die Whitehorse mit Dawson City verbindet. Der Loop selber verbindet dann noch Top of the World Highway,  Taylor Highway und endet am Alaska Highway in der Nähe von Tok. Alles in allem sind es 801 Kilometer, meistens geteert. Mehr zum Taylor Highway könnt ihr bei Tag 17 lesen. Die Verbindung Whitehorse Dawson ist übrigens das ganze Jahr geöffnet. Top of the World und Taylor sind im Winter zu.

  IMG_1966 Auf dem Kondike Highway wird im Jahr 2010 recht stark gebaut. Im Vistor Center von Whitehorse haben wir die "2010 Yukon Highway Constructions Schedule" bekommen. Hier sind alle Baustellen auf allen Highway im Yukon aufgelistet. Die des Klondike Highways ist da definitiv am längsten. Wenn man alle Baustellenkilometer zusammenrechnet ergibt das 49 Kilometer. Ob man jetzt im Jahr 2010 oder 11 oder 15 in den Yukon reist, Baustellen wird es immer geben. Der Permafrost macht früher oder später alle Strassen irgendwie kaputt. Reparaturen sind da an der Tagesordnung und diese können leider nur in der Zeit gemacht werden, in der es warm ist, also dann, wenn auch die Touristen unterwegs sind.

Bei Km 430 war zum Beispiel so eine Baustelle. Es kann gut sein, dass bis zu 30 Minuten gewartet werden muss. Das geht nicht so zügig voran wie wir das aus Europa kennen. Es bildet sich dann eine riesige Autokolone; man stellt den Motor ab, steigt aus und hält ein kleines Schwätzchen mit  den anderen Fahrern. Bei einer dieser Baustellen haben wir einen Trucker kennengelernt aus Vancouver. Er bringt Ware zum Flughafen von Dawson City und ist das erste mal auf dem Klondike unterwegs. Nun, da sind wir ihm ein wenig voraus. Wir sind nach 2003 das zweite Mal auf dieser Strecke unterwegs.

IMG_0924 IMG_0925 Bei Km 463 erreichen wir Pelly Crossing. Auch hier hat es eine Monster Baustelle. Die gesamte Brücke über den Pelly River wird gerade neu gebaut. Pelly Crossing ist einer der wenigen Orte am Klondike. 294 Einwohner leben hier. Die meisten sind Indianer. Wir kaufen an der Tankstell was kleines ein, tanken unseren Truck voll und verbringen noch eine kurze Zeit im kleinen Museum, das an Fort Selkrik erinnert. Fort Selkrik war früher ein wichtiger Handelsposten an der Mündung von Yukon und Pelly River. Heute ohne Schiffsverkehr und mit der Strasse als Hauptverkehrsachse, hat auch Fort Selkrik (National Historic Site) an Bedeutung verloren.

IMG_0927_stitch 2 km nach Überqueren der Pelly Brücke kommt ein sehr schöner Aussichtspunkt (Km 365). Die Weiterfahrt auf dem gut ausgebauten Klondike Highway ist nicht mehr so interessant. Meistens fährt man in einer Waldschneise und hat keinen Blick in die weite Landschaft hinaus.

 Bei Km 534 erreichen wir Stewart Crossing. Dieser kleine Ort besteht eigentlich nur aus Tankstelle, Shop und kleinem Campground. Hinter der Stewart River Bridge (Km 535.2) zweigt der Siver Trail ab, der uns heute nach Mayo bringen wird. Der Silver Trail verbindet Stewart Crossing mit Keno und ist 111 Kilometer lang. Bis Mayo (Km 51) ist die Strasse geteert, anschliessend folgt eine schlechte bis mässig gute Gravel Road.

IMG_0938 Auf den 51 Kilometer bis Mayo sind uns gerade mal 2 Auto entgegen gekommen. Viel zu sehen gibt es auf diesem Highway nicht.  Das einzige, das uns aufgefallen ist, sind die riesigen Holzpiles am Strassenrand. Wahrscheinlich hat man eine Schneisse neben dem Highway geschlagen, damit die umfallenden Bäume die Strasse nicht blockieren können. Anders kann ich mir diese 50 Km lange Abholzung nicht erklären.

IMG_0957 IMG_0941 IMG_0944 Am Nachmittag erreichen wir die Silberstadt Mayo (Km 51.3). Es ist die grösste Ansamlung von Menschen in dieser einsamen Gegend. Gerade mal 470 Einwohner leben hier. Laut Milepost soll es einer der kältesten und heissesten Regionen sein im Yukon. Rekordtief -62.2 C im Februar 1947. Rekordhöhe +36.1 C Juni 1969. Der erste Besuch ist natürlich das Vistior Center mit Binet House Museum. Hier sind vorallem alte Gegenstände vom Krankenhaus zu sehen (Eintritt). Das Visitor Center ist recht klein aber informativ. Obwohl nichts los ist, hat es zwei Personen im Office. Was die wohl den ganzen Tag so machen?
Mayo ist im letzten Jahrhundert durch die Silberfunde bekannt geworden. Noch heute wird in den wenigen Minen rund um Mayo nach Silber gebudelt. Der einzige Supermarkt verdient sein Namen bei weitem nicht. Aber zum Überleben reicht es, wenn einem vorher nicht das Geld ausgeht bei den Preisen.

IMG_0950 Bei der Aussichtsplattform, wo man einen schönen Blick auf den Pelly River hat, treffen wir zwei amerikanische Harleyfahrer in schwarzer Lederbekleidung und Piratenkopftuch. Der ältere, Mitte 50, Knoten im langem grauen Bart und Schooshund vorne auf der Brust, bomadiert uns gleich mit Fragen und gibt sich anschliessen gleich selber die Antwort. Mann o Mann waren das zwei Plaudertaschen. Die wollten gar nicht mehr aufhören uns den Trip nach Keno schmackhaft zu machen. Da wir mit unserem Englisch nicht gerade die schellsten sind, kamen wir bei den zwei eigentlich gar nie richtig zu Wort. "We like it to go until the End of the Road". Keno mit 50 Einwohner liegt 60 Kilometer weiter am Ende des Siver Trails. Fliessendes Wasser gibts da anscheinend nicht in jedem Haus, dafür gratis Duschen auf dem Dorfplatz. Weil es gestern Abend dermassen stark geregnet hat, sind die zwei Biker nicht mehr aus Keno weggekommen und daher herzlich von den Bewohnern dort aufgenommen worden. Das hat bei ihnen wohl einen bleibenden "Schaden" hinterlassen.

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Eine kleine Stadtrundfahrt durfte nach der "Harley" Bekanntschaft natürlich nicht fehlen. Wir laufen die Central Street und die First Avenue hinunter, grossartige Namen für fast menschenleere Strassen. Eigentlich alles ganz nett angelegt, aber der Bär ist wohl woanders los. Immer wieder wundern wir uns in solchen Ortschaften über überdiemensioniert Schulen, Krankenhäuser, Polizei und Feuerwehr. Wo die nur das Geld herhaben um solche Gebäude zu bauen. Bei Verlassen von Mayo sehen wir noch ein grosses Freibad. Super, für die 3 Monate im Jahr wo man baden kann stellt man sowas hin. Na ja, vielleicht ist es im Winter zur Eisbahn.

IMG_0958 IMG_0961 Wir fahren Richtung Keno weiter. Bei Km 57.6 erreichen wir den Five Mile Lake Yukon Goverment Campground mit 20 Stellplätzen. Sehr schön angelegt, gross, hell, inkl. Bootsteg. Wo die aber den Namen "Five Mile Lake" her haben ist mir schleierhaft. Am See kann's kaum liegen, der ist knapp einen Kilometer lang.

  DSC00318 IMG_1977 Wir machen unser Kanu fertig und fahren in die untergehende Sonne hinein. Das rechte Seeende wird bedeckt von einem Teppich aus gelben Seerosen über denen türkisblaue Lipellen ihr Spiel treiben. Das Wasser ist so klar, dass man bis auf den Grund sehen kann. Ab und zu sehen wir Fische, Hechte und wahrscheinlich Aeschen. So abwechslungsreich wie die Lapie Lakes oder der Frenchman Lake ist dieser hier nicht, aber dafür scheint die Sonne wärmend vom Himmel und die Abendstimmung ist wunderbar.

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Zurück bei Camper laden wir das Kanu nicht mehr auf's Dach sondern nehmen es gleich auseinander. Denn so wie es aussieht war das unsere letzte Kanutour. Auf unserer Weiterreise kommen wir nur noch ganz am Schluss zu einem See und ob wir da das Kanu nochmals aufbauen wollen, wird sich zeigen.

 

Links:  
Mayo Minenstadt am Silvertrail

 

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