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8. Tag

Denali Nationalpark

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Datum:
1. Juli 2003, Dienstag
Fahrstrecke: Busfahrt
Campingplatz: Riley Greek
Bewertung: XXXXXX

Siehe Tag 7.


Bericht:

Der Denali National Park. 1917 gegründet, umfasst er heute ein Gebiet von 24'395 qkm. Eine schier endlose Wildnis in der mit dem Mount McKinley (6'194m) der höchste Berg Nordamerika's zu Hause ist. Denali bedeutet "der Hohe" und ist die indianische Bezeichnung für den immer schneebedeckten Gipfel. Versuche den Berg in "Denali" umzubenennen sind gescheitert, daher heisst er noch heute offiziell Mount McKinley. Die 1939 eröffnete Strasse in den Park hinein ist für den Besucher nur per Shuttle Bus befahrbar. Eielson Center, Wonder Lake und Kantishna heissen die Destinationen, die angesteuert werden können. Am Wonder Lake und in Kantishna kann sogar auf Campground's übernachtet werden. Im Park selber leben ca. 3000 Karibus, 2000 Elche, 300 Grizzlys und etwa 150 Wölfe. Der Park ist von Mitte Mai bis Mitte September per Shuttle Bus befahrbar.

PICT1369 PICT1368 Lediglich die ersten 20 Kilometer in den Park hinein bis Savage River Campground sind asphaltiert und dürfen von Privatfahrzeugen befahren werden. Weiter geht es nur noch per Shuttle-Bus auf einer recht passablen Schotterstrasse. Wer eines der begehrten Bus-Ticket's erhalten hat, kann dann nur noch hoffen, dass an diesem Tag auch schönes Wetter herrscht. Denn nur dann lohnt sich die sehr lange Busfahrt. Spätestens beim Ticketkauf stellt sich die Frage wo soll man hinfahren. Nun, wir haben uns fürs Eielson Visitor Center entschieden. Obwohl wir an "unserem Tag" schönes Wetter hatten, war uns die Busfahrt zum Wonder Lake doch zu weit. Eines sollte man in betracht ziehen. Man sitzt sehr lang im Bus. Bis Eielson Center sind es hin und zurück ca 8 Stunden. Bis Wonder Lake sind es ca. 11 Stunden. Je nachdem was einem für Tiere über den Weg laufen, kann die Fahrt auch länger dauern. Meistens wird bei jedem Tier angehalten, sei es auch nur ein Eichhörnchen.

PICT1372 PICT1365 PICT1362 Früh aufstehen hiess es an diesem Morgen den bereits um 6.30 Uhr war Abfahrt in Richtung Eielson Visitor Center. Die Shuttle-Busse sind nie bis auf den letzten Platz besetzt. Es besteht nämlich die Möglichkeit die Busfahrt zu unterbrechen und mit einem späteren Bus weiterzufahren oder mit einem entgegenkommenden wieder zurückzufahren. In Stosszeiten muss dann aber mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Unterwegs melden die Busfahrer das  Auftauchen von Grosswild und geben Auskunft über Flora und Fauna. Wer ein Tier sieht, und das ist keine Seltenheit, ruft einfach Stop. Tiere haben im Denali Nationalpark erste Priorität und natürlich Vorfahrt. Wichtig zu wissen ist, das für den ganzen Tag Essen und Trinken mitgenommen werden muss. Es besteht keine Möglichkeit etwas zu kaufen.

PICT1457 PICT1477 Endlos schlingelt sich der Park HWY durch die wunderschöne Landschaft. Da die Baumgrenze so zwischen 600 und 1300 Meter liegt, hat man gute Chancen, aus weiter Entfernung, Tiere zu beobachten. Die Möglichkeit Grizzlybären zu sehen sind sehr gross. Am Sable Pass (1189 m), ein Gebiet mit reichem Tierbestand, wurde das Terrain rechts und links der Strasse auf einer Länge von jeweils einer Meile für Wanderer gesperrt. Obwohl wir die Grizzlys nur aus weiter Entfernung sehen konnten, war es doch ein spezielles Gefühl solche Riesentiere in freier Wildbahn und ohne Gitter zu beobachten.
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Kurz hinter dem Highway Pass, mit 1213 Meter die höchste Erhebung auf dem Park HWY, konnten wir zum erstenmal den Wolkenfreien Mount McKinley bestaunen.

Nach 3 Stunden und 55 Minuten erreichten wir das Eielson Visitor Center. Wer den Denali Nationalpark besuchen möchte sollte mindestens bis in das 106 Kilometer entfernte Eielson Center fahren. Die Fahrt lohnt sich auf alle Fälle. Bei wirklich schönem Wetter besteht hier im Eielson Center die Möglichkeit gegen einen geringen Aufpreis eine Weiterfahrt zum Wonder Lake zu machen. Die Fahrt selber soll von da aus aber nicht mehr so Abwechslungsreich sein. Wer die Hin- und Rückfahrt von 3 Stunden nicht unter die Räder nehmen möchte, kann stattdessen in dieser Zeit die eine oder andere Wanderung machen, was doch die lohnenswertere Art wäre. Aber, dass muss jeder selber entscheiden.

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Das Eielson Visitor Center ist sehr klein aber mit allen nützlichen Informationen ausgestattet die es braucht. Von hier aus starten auch von Rangern geführte Wanderungen.

 

PICT1430 PICT1423-p Der Mount McKinley, der Berg der Berge. Wer Ihn so sehen kann wie wir, der hat Glück gehabt. Den die Chancen Ihn Wolkenfrei zu sehen stehen etwa bei 25 Prozent. Mit 6194 Meter über Meer ist er der Höchste Berg auf dem Nordamerikanischen Kontinent. Vom Wonder Lake bis zum Gipfel beträgt der Höhenunterschied 5500 Meter. Selbst im Himalaja gibt es keine so steil aufragende Bergmassive. Die Informationen im Visitor Center haben gezeigt das im Juni eine sehr gute Zeit war um den McKinley wolkenlos zu sehen. Fast 90 Prozent der Juni-Tagen waren nämlich schön. Das Flusstal umringt vom Bergmassiv des Mount McKinley ist, im Denali-Nationalpark, von der Anhöhe des Eielson Center sehr gut zu sehen.

PICT1435 PICT1428 PICT1439 Wir beschlossen beim Visitor Center eine kleine Wanderung zu unternehmen. Einmal ins Flusstal hinunter und wieder zurück. Wanderwege sind hier in der Wildnis natürlich nicht gekennzeichnet. So sind wir einfach mal den Abhang hinuntergewandert aber immer mit der Gewissheit, dass irgendwo hinter einem Strauch ein Bär stehen könnte. Tierisches haben wir nichts gesehen, was aber nicht heisst das wir nicht gesehen worden sind. Bären sind in dieser Umgebung schwer zu erkennen. Wir sahen einige Backpackers die, so schien es, grössere Wanderungen vorhatten. Die Wildnis ist hier schon einzigartig und wer sich hineinbegibt, sollte sich gut vorbereiten. Das Wetter ist nicht immer so ruhig und schön wie es an unserem Tag war.

PICT1475 PICT1470 PICT1466 Bei der Rückfahrt konnten wir dann noch einige Tiere aus einer näheren Umgebung beobachten. Zum einen waren es die Dallschafe und zum anderen die Karibus die sich von unserer Nähe nicht beeindrucken liessen. Am späteren Nachmittag sind dann Wolken aufgezogen und der Mount McKinley war danach nicht mehr zu sehen.

Gegen 18 Uhr, sichtlich erschöpft, erreichten wir wieder das Denali Visitor Center. Ein unvergesslicher Tag neigte sich dem Ende zu. Der Denali Nationalpark ist wirklich ein Highlight und sollte bei einem Alaska Urlaub sicher nicht fehlen.

Die Chance war hier im Denali noch nie so gross. Wir sind jetzt das drittemal in Kanada und jetzt zu erstenmal in Alaska aber einen Wolf habe wir bis jetzt noch nie in freier Wildbahn gesehen. Schade, dass wäre sicher die Gelegenheit gewesen. Die Chance einen Wolf zu sehen liegt im Denali Nationalpark etwa bei 20 Prozent. Der Igloo Campground musste diesen Sommer gesperrt werden. Der Campground galt nicht mehr als sicher da es wiederholt Wölfe gab die die Gegend unsicher machten. Eines muss dazu aber gesagt werden. Wölfe greifen nie vorsätzlich und grundlos Menschen an. Die Schauermärchen die wir kennen über den gefährlichen bösen Wolf ist alles erfunden. Wölfe sind sehr scheue Tiere und kommen nur in die nähe der Menschen wenn sie was essbares riechen. Tatsache ist, dass bis zum heutigen Tage kein Fall nachweislich bekannt ist, nachdem ein gesunder Wolf einen erwachsenen Menschen vorsätzlich als potentielle Beute angegriffen hätte.

Vom Parks Highway zum Wonderlake (Road Log)

Kilometer 1.1

Visitor Center.
Kilometer 2.2 Einkaufsmöglichkeiten, Tankstelle.
Kilometer 5.6 Parkhauptquartier mit Schlittenhundevorführungen.
Kilometer 16.1 Der Nordgipfel des Mt. McKinley kommt in Sicht (Bei schönem Wetter).
Kilometer 23.8 Park Ranger, Privater Verkehr wird gestoppt. Weiter nur per Shuttle-Bus
Kilometer 25.7 - 30.6 Primrose-Ridge-Wandergebiet.
Kilometer 33.8 Hogan Creek (Elchbeobachtung).
Kilometer 49.9

Brücke über den Teklnika River.

Kilometer 53.1 Igloo Mountain (Dallschafe und Wölfe).
Kilometer 62.8 Sable Pass (Grizzlys sind hier sehr zahlreich).
Kilometer 74 Alaskanische Bilderbuchlandschaft am Polychrome Pass.
Kilometer 93.3 Highway Pass, der höchste Punkt der Parkstrasse.
Kilometer 99.8 Stony Hill Overlook mit dem besten Blick auf Mt. McKinley.
Kilometer 106.2 Eielson Visitor Center.
Kilometer 107.8 Muldrow Glacier.
Kilometer 135.2 Wonder Lake und Campground.

 

Links:  
Der Denali Nationalpark Offiziele Seite des Nationalparkes
Denali Nationalpark Schöne Webseite über den Denali
Denali Nationalpark Weitere, gute, Webseite über den Denali

 

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