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8. Tag

Inside Passage

karte-8tag

Datum: 01. September 2002, Sonntag
Fahrstrecke: 10 Kilometer
Campingplatz: Park Avenue Campground
Bewertung: XXXXXX

Guter Platz, eng, ev. laut, nur 1 Km von der Fähre entfernt, Duschen, Feuerstelle,
17 Dollar ohne Strom und Wasser.
Reservierung empfohlen.


Bericht:

Durch die Inside Passage ins Indianerland. Einer der Höhepunkten unserer Reise. 491 Kilometer mit der mit allem Komfort ausgestatteten Queen of North durch die Inside Passage nach Prince Rupert. Die Fahrt nach Prince Rupert geht ins Geld, so haben wir für ein 22ft Motorhome inkl. 2 Personen 650 kanadische Dollars bezahlt. Allein das Motorhome kosten um die 400 Dollar. Die Fahrt hat sich auf jedenfall gelohnt.

DSCF1205 Heute mussten wir früh aufstehen. Denn bereits um 6.30 Uhr, eine Stunde vor Abfahrt der Fähre, war checkin Time an der Ladestation. Wir waren nicht die einzigen, leider. Bereits früh bildet sich in der Dunkelheit vor den Kontrollstellen eine grosse Autoschlange. Es wurde streng kontrolliert. Endlich waren auch wir an der Reihe. Wir mussten unsere Reservationsnummer angeben. Ohne die Nummer hat man keine Chance die erste Kontrollstelle zu passieren. Jetzt wurde das Motorhome genau vermessen (Länge, Preisabhängig). Eine freundliche Person teilte uns mit, dass wir noch die Propangasflasche zu versiegeln hätten. Kein Problem, schnell waren die Propanflaschen zu und der Kleber montiert den wir vorher erhalten haben. Weiter gings auf Parklinie 3. Wieder mussten wir warten. Links und rechts stauten sich die Motorhomes. Es roch nach abgasen. Kaum hatte ich den Motor abgestellt, kam ein Person ans Fenster. Beide Rückspiegel mussten einklappt werden und ich bekam die Aufforderung den Motor zu starten. Ich musste der Person bis zur Schiffsrampe folgen. Nochmals wurde die Reservationsnummer überprüft. Eine weitere Person stand bei der Rampe. Wir mussten vorne am Bug ins Schiff hineinfahren. Es war sehr eng. Die Sicht war dermassen eingeschränkt, da die Rückspiegel eingeklappt waren, dass mein Vertrauen ganz der Person da vorne gegolten hat.
Geschafft, wir waren auf der Fähre. Jetzt hiess es nur noch die richtige Parklücke zu finden. Das war auch so eine Geschichte.
Ich wurde nach vorne dirigiert zwischen zwei Motorhomes (Milimeterarbeit kann ich da nur sagen). Kaum war ich drin muss ich gleich wieder rückwärts hinaus. Fahrzeug war zu lang. Das hintere Sicherheitsschott konnte nicht geschlossen werden. Auch gut, fahren wir halt zurück. War gar nicht so einfach mit einem 7 Meter langen Motorhome wo die Rückspiegel eingeklappt waren. Hinten stauten sich bereits die Fahrzeuge. Nächster Versuch. Ich wurde wieder in eine Parklücke, diesmal weiter rechts, hineindirigiert und wieder absolute Millimeterarbeit. Kurzes warten... darf nicht wahr sein, Fahrzeug war wieder zu lang, nur um 20cm. Gleiches Spiel wie vorhin, nochmals zurückfahren. Anschliessend wurde vom Schiffspersonal zuerst einmal ein kürzeres Fahrzeug gesucht. Das hat eine Zeitlang gedauert. Endlich nach kurzem warten hatten sie eines gefunden das auch in die Parklücke gepasst hat. Sicherheitsschott konnte danach geschlossen werden. Jetzt war ich wieder an der Reihe. Ich musste unser Fahrzeug ganz links an die Mittelkonsole parkieren. Widerrum wurde ich extrem nahe an die Wand dirigiert. Alles hat aber geklappt. Endlich, konnte ich den Motor abstellen. Uff, und das um 7 Uhr morgens ohne Kaffee im Magen. Aber die Jungs hier hatten alles im Griff, schliesslich machten sie das hier nicht zum ersten mal. Schlussendlich müssen 157 Fahrzeuge Platz haben. Jeder, auch der kleinste Platz wird gebraucht.

DSCF1206 Leinen los. Pünktlich um 7.30 Uhr war es soweit. Die Queen of North schob sich aus dem Hafenbecken und nahm Fahrt auf. Das Fährschiff ist zwar für 750 Passagiere ausgelegt, fasst aber "nur" 157 Fahrzeuge. Und da die meisten Reisenden mit dem Wagen kommen, sind die Sitzplätze im Restaurant oder am Aussichtsdeck fast nie voll. Wir verliesen Port Hardy und die Insel. War eine Interessante Woche auf Vancouver Island.

DSCF1221 Kurz nachher fing es an zu regnen. Die See war extrem unruhig da wir eine Zeitlang auf dem offenen Meer fuhren. Wir wurden gebeten, sitzen zu bleiben. Es rüttelt kräftig und vorne am Bug peitschen die Welle mit einer immensen Kraft gegen das Schiff. Ein paar Passagiere wurden immer bleicher. Hoffentlich halten die Autos in den unteren Decks. Nach 2 Stunden verliesen wir endlich das offene Meer und bogen in ruhigeres Gewässer ab.

Die Queen of North ist mit 2 Restaurants ausgerüstet, hat diverse Aufenthaltsräume mit Fernseher, diverse Sonnendecks, und für Passagiere die gerne Schlafen möchten, werden sogar Kabinen angeboten. Das Essen ist gut und preislich nicht übertrieben.

DSCF1232 DSCF1234 Kaum haben wir das offene Meer verlassen, hörte es auch auf zu regnen und wir wurden Zeuge eines einzigartigen Schauspiels. Direkt neben unserem Schiff tauchten Wale auf. Ob es Buckelwale oder Orcas waren konnten wir nicht genau feststellen. (Ich tippe auf Orcas) Jedenfalls sprang der eine so weit aus dem Wasser, dass man seinen ganzen Körper sehen konnte. Leider war ich mit meiner Kamera ein bisschen zu spät. (Bild rechts)

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Riesige Frachtcontainer werden mit einem Schleppschiff in Richtung Alaska gezogen.

 

DSCF1258 DSCF1250 Nach etwa einem Drittel der Fahrt wird Bella Bella passiert. Die einzige grösser Siedlung auf der gesamten Strecke. Da an Bord ein Zwischenfall passierte (Eine Person hat sich einen Fussknochen gebrochen) mussten wir unplanmässig einen Zwischenstopp einlegen. Darum sind wir dann in Prince Rupert auch erst um 23.45 Uhr angekommen anstelle 22.30 Uhr. Bella Bella ist ein einsames Nest weit ab der Zivilisation. Es führt keine Strasse hierhin. Der Ort ist nur per Fähre oder Flugzeug erreichbar.

DSCF1270 DSCF1240 Die Fahrt ging dann nach diesem Zwischenfall wieder weiter. Was gab's sonst noch zu sehen auf der Fahrt. Na ja, eigentlich immer dasselbe. Wald und Wasser. Vielleicht 2-3 Ansiedlungen, Wasserfälle die ins Meer stürzten. Die Landschaft ändert sich kaum, ein Fjord wechselt den nächsten ab. Die vielen 1000 Inseln haben steile Küsten. Wiesen oder Ebenen sieht man gar nicht. Ab und zu ein schneebedeckter Berg in der Ferne. Sonst ein wirwar waldiger Hügel. Obwohl die Landschaft eher eintönig ist, steht man an der Reling, lässt sich den kühlen Seewind um die Nase wehen und geniesst den Blick auf die blau-grüne Welt, so unberührt als gäbe es uns menschliche Eindringlinge gar nicht.

In den nördlichen zwei Drittel der Passage ist das Fahrwasser am engsten. Zuerst im Princess Royal und dann im Grenville Channel rücken die grünen Steilhänge auf beiden Seiten in fast bedrückende Nähe.

DSCF1275 DSCF1282 Spät am Abend, schon beinahe mitten in der Nacht, Ankunft in Prince Rupert. Hier hat sich dann ausbezahlt das wir einen sehr nahen und vorreservierten Campingplatz hatten. So konnten wir bereits 30 Minuten nach verlassen des Schiffes, unter die Decke schlüpfen.

 

Das Innenleben der Queen of North. Diese Fotos wurden nicht von mir gemacht.

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