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6. Tag

Twin Lakes - Twin Falls Gorge (Waterfall Route)

06tag
Datum: 20. Juni 2005, Montag
Fahrstrecke: 400 Kilometer
Campingplatz:Twin Falls Terr. Park
Bewertung:XXXXXX


Schön gelegen direkt an den Falls. Schöner und gut begehbarer Trail zu beiden Falls. Ganz neue sanitäre Anlagen mit Duschen. Indianische Verwaltung. Ab 15 C$


Bericht:

Als wir gestern den Campground erreichten, hat uns der Parkranger gleich erzählt, dass es hier einen schönen Trail gibt, der rund um den ersten See führt mit einem kleinen Abstecher zum zweiten. Diese kleine Wanderung wollten wir uns natürlich an diesem wunderschönen Morgen nicht entgehen lassen. Auf die Frage ob es Bären in der Gegend habe, versicherte er uns, dass er seit einiger Zeit keinen mehr gesehen habe. Aber man sollte trotzdem vorsichtig sein: Bären gäbe es überall, schliesslich seien wir in Kanada.

PICT4816 Gut mit Mückenschutzmittel eingeschmiert, machten wir uns kurz nach 9 Uhr auf den Weg. Der Pfad führte zuerst durch dichtes Unterholz mit Urwald ähnlichem Charakter. Später erreichten wir dann den alten Mackenzie Highway, der von 1941-59 hier gebaut wurde. Warum die Kanadier diese Strecke aufgaben ist uns ein Rätsel. Jedenfalls hat die Natur hier schon wieder die Oberhand gewonnen und es ist nur noch schwer zu erkennen, dass hier mal ein Highway entlang führte. Ohne die Hinweistafeln, würde man ihn kaum noch erkennen.

PICT4814 PICT4813 In der Nähe des zweiten Sees steht ein altes verfallenes Trapperhaus aus dem Jahre 1971. Wäre es nicht angeschrieben gewesen, wir wären vermutlich daran vorbeigelaufen. Auf der ganzen Wanderung wurden wir natürlich von zahlreichen Mücken begleitet. Beim Trapperhaus wurde der Ansturm dermassen gross, dass sich Gabi das Mückennetz über den Kopf stülpte. Ich hatte natürlich mal wieder keines dabei und so musste ich den ganzen Weg leiden.

PICT0006 PICT4819 Die Rundwanderung führte langsam wieder zurück zum ersten See. Immer wieder hielten wir Ausschau nach Tieren. Aber ausser den lästigen Mücken gab es kein Lebewesen zu sehen. Hingegen fanden wir zahlreiche Spuren. Auf dem linken Bild seht ihr die Nagespuren eines Bibers. Ausserdem sahen wir zahlreiche Bärenspuren und -kot, aber Mister Petz selbst lies sich nicht blicken. Nach 1 1/2 Stunden erreichten wir wieder den Campground, der inzwischen einen verlassenen Eindruck machte: kein einziger Van war mehr zu sehen und auch der Parkranger hatte scheinbar das Weite gesucht. Nun, für uns wurde es auch langsam Zeit weiterzufahren.

IMG_0974 IMG_0975 Gegen 11 Uhr hatte uns der Highway wieder. Der einsame Weg Richtung Norden konnte fortgesetzt werden. Die einzige Stadt, die wir heute auf unserem Weg zur Grenze des Northern Territiories passierten, hiess High Level (Km 280, Einwohner 3600). Die Stadt selber bietet nicht viel. Auftanken, Essen kaufen und weiter gings. Bis zur Grenze waren es immer noch 200 Kilometer. Der Mackenzie Highway änderte sein Bild nicht. Schnurrgerade zog sich das graue Band durch die einsame Landschaft. Kaum ein Fahrzeug kam uns entgegen. Der Tempomat zeigte konstant 100 Km/h an und aus dem CD-Player ertönte Michael Jackson. Radioempfang hier draussen, Fehlanzeige.

PICT4831p PICT4834 PICT4844 Um 15.30 Uhr erreichte wie den 60 Breitengrad und gleichzeitig auch die Grenze zu den Northwest Territories. Das einsame Infocenter (Km 474) ist die erste Anlaufstelle für Reisende, die in die Northwest Territories kommen. Bei einer gratis Tasse Kaffee erzählt einem der Parkranger von der Schönheit dieses Bundesstaates. Nachdem wir uns mit zahlreichem Infomaterial eingedeckt hatten, gings dann noch auf Fototour. Hier machten wir zum erstenmal Bekanntschaft mit den Blackflies: beissende Schwarze Fliegen, die recht ungemütlich werden können. Der Mückenspray soll aber auch gegen diese Viecher helfen. Wir werden es ja im Laufe der Reise sehen, ob das wirklich der Fall ist.

PICT4833 Die Northwest Territories. Mit einer Fläche von 1.4 Mio. Quadrat Kilometern, ist dieser Bundesstaat der grösste in Kanada. Momentan leben ca. 42000 Menschen hier, ca. die Hälfte davon in der Hauptstadt Yellowknife. Die Weite und Einsamkeit ist gewaltig und kaum vorstellbar. Von Ort A zu Ort B ist es fast immer eine ganze Tagesreise mit dem Auto und das Flugzeug gehört hier zum Verkehrsmittel Nummer eins. Tipp: Den Benzintank noch in Alberta auffüllen. In den Northwest Territories ist das Benzin um ca. 10 Cs/Liter teurer.

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Nur 73 Kilometer hinter der Grenze hat sich der die Strasse begleitende Hay River eine 70 Meter tiefe Schlucht mit Wasserfällen und Stromschnellen geschaffen. Die Alexandra Falls sind 33 Meter hoch und natürlich ein beliebtes Fotomotiv. Wir fuhren aber zuerst 2 Kilometer weiter zum Campground, um von dort aus dann per Trail zu den Wasserfällen zu gelangen.

PICT4855p Beim Campground selber hat man einen guten Ausblick auf die Louise Falls. Dieser dreistufige Wasserfall ist zwar nur halb so hoch wie die Alexandra Falls aber keineswegs unspektakulärer. Der 5 Kilometer langen Wanderweg führt oberhalb des Flusses entlang, teils durch helle Birkenwälder, hinauf zu den Alexandra Falls. Hinweistafeln am Wegesrand erzählen wie früher die Indianer die beiden Wasserfälle mit ihren Kanus umgehen mussten.

PICT4892p Mit ein bisschen Mut und Geschick kann man die Böschung runterlaufen und ist dann direkt beim Wasserfall. Mit ohrenbedäubender Lautstärke schiess das Wasser an einem vorbei in die Tiefe.

 

IMG_0989 Der schöne und ruhig gelegene Campground läd zum Verweilen ein. Die sanitären Anlagen sind top und wurden dieses Jahr erneuert. Die 18 Stellplätze waren kaum belegt. Eigentlich wollte ich noch ein Lagerfeuer machen, aber die Müdigkeit und die zahlreichen Moskitos hatten etwas dagegen.

Campingplatz-Kordinaten: N 60.30.467, W 116.16.610, Höhe 276m.ü.m

 

 

Links:  
Die Northwest Territories Der grösste Bundesstaat in Kanada
Twin Falls Terr. Park Der Territorial Park mit den zwei Wasserfällen

 

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