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6. Tag

Fairbanks - Anderson

Fair-map 6tag
Datum: 29. Juni 2003, Sonntag
Fahrstrecke: 207 Kilometer
Campingplatz: Riverside RV Park
Bewertung: XXXXXX

Einfache Plätze ohne Komfort, Möglichkeit am Fluss zu campieren, Achtung Bären. ab 12 US$


Bericht:

Fairbanks, der nördlichste Punkt unserer Reise. Obwohl wir weit über dem 60 Breitengrad waren, kamen uns die Temperaturen alles andere als kühl vor. Wie gestern, war es auch heute superschön und mit über 26 Grad sehr warm. In dieser Region gibt es selten so hohe Temperaturen. An solchen Tagen scheint die Sonne ca. 22 Stunden lang vom Himmel. Der Sonnenuntergang war zum Beispiel gestern, bez. heute morgen, um 00.40 Uhr, der Sonnenaufgang um 03.08 Uhr. Es wurde nie richtig Dunkel.

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Bevor wir uns aufmachten die Stadt Fairbanks zu erkunden, bot sich die Gelegenheit an, unseren Camper zu waschen. Der Staub und Lehm der vergangenen Tagen haben dem Auto einen braungrauen Überzug gegeben, der eingetrocknet, pickelhart werden kann. So wollte ich doch wirklich nicht in eine Stadt hineinfahren.

PICT1219 PICT1214 PICT1213 14 Kilometer nördlich von Fairbanks bietet der Trans-Alaska Pipeline Viewpoint direkt neben dem Steese Highway hervorragende Fotomotive. Die 1287 Kilometer lange Trans-Alaska Pipeline ist eine der längsten Pipeline Systeme in der Welt. Von Prudhoe Bay im nördlichsten Alaska, durchquert sie eine der rauhsten Gegenden der Welt, bis sie in Valdez, am nördlichsten Eisfreien Hafen in Nordamerika, ankommt. Von den 1287 Kilometer verlaufen 611 Kilometer unter der Erde. Damit sich die wilden Tiere uneingeschränkt in der Wildnis bewegen können, werden die Kilometer, die wegen des Permafrostes nicht unter der Erde verlaufen können, auf mindestens 165cm hohen Stelzen im Zig-Zag zurückgelegt. Die Baulichen Dimensionen sind gewaltig.

- 554 sonstige Tierübergänge wurden gebaut
- Erdbebensicher bis zu einer Stärke von 8.5 Punkten auf der Richterscala
- Höchster Punkt auf 1436 Meter über Meer
- Über 800 Flüsse mussten überquert werden, Längste Brücke 758 Meter (Yukon River)
- 11 Pumpstation befördern das Öl
- Das Öl braucht von Prudhoe Bay bis Valdez ca. 8.6 Tage
- Durchschnittlich 1 Million Barrel (1 Barrel = 157 Liter) werden täglich durchgepumpt
- 25 Arbeiter überwachen die Pipeline
- Ein ausgekügeltes System überwacht das ganze, dass bei einem Leck sofort Alarm schlägt.

Prudhoe Bay, an der Beaufort Sea im nördlichen Alaska, ist heute nur über die nördlichste Strasse des Kontinents, den äusserst schwierigen und einsamen Dalton Highway, erreichbar. Früher war die 662 Kilometer lange Schotterstrasse eine private Zufahrtstrasse zu den Ölfeldern und war nur für Ausweisinhaber zugänglich. Wer den Dalton Highway fahren möchte muss gut ausgerüstet sein. Abschleppkosten können bei einem Meilenpreis von 5 US$ schnell mal ins Geld gehen.

PICT1246-p PICT1240 Fairbanks besitzt heute rund 33`000, mit Einzugsbereich sogar 85`000 Einwohner und ist nach Anchorage zweitgrösste Stadt Alaska's. Die Innenstadt selber hat eine Mischung zwischen alt und neu, aus Blockhütten und modernen Bürobauten oder Shopping Centern. Die Orientierung ist recht einfach und das eher spärlich ausgestattete Visitor Center im Zentrum der Stadt, gibt einem gerne Auskunft. Rund um Fairbanks gibt einiges zu sehen und wer mehr Zeit hat, dem wird es in der nur 320 Kilometer vom Polarkreis entfernten Stadt, bestimmt nicht langweilig. Böse Zungen behaupten, Fairbanks habe seine eigenen vier Jahreszeiten: Juni, Juli, August und Winter. Ich denke im Winter wird es hier nicht sehr angenehm sein.

PICT1229 PICT1226 Alaskaland, eine Mischung aus Amusement Park und Living Museum mit Riverboot und Indianerdorf. Der Eintritt ist frei. Vorallem das Museum und auch das mit Originalhäuser bestückte Dorf ist bestimmt sehenswert. Auf dem Parkplatz vor dem Park kann gegen eine geringe Gebühr sogar campiert werden.

PICT1252 PICT1248 Am Nachmittag machten wir einen Ausflug mit dem Schaufelraddampfer Discovery III auf dem Chena und dem Tanana River. Die abwechslungsreiche dreieinhalbstündige Fahrt ist sicher eine der Attraktion rund um Fairbanks. Kostet 45 US$ pro Person und fährt morgens und nachmittags.

PICT1257 PICT1261 Die Fahrt führt zuerst dem Chena River entlang, wo noble Villen und neuerbaute Blockhäuser stehen. Ein kurzer Stopp beim Blockhaus der Schlittenhundeführerin Susan Butcher, die mehrfache Iditarod-Siegerin, gehörte ebenfalls dazu.

 

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Eine Demonstration des Lachsfangs und des filetierens, konnte ebenfalls beobachtet werden. Interessant am Lachsfang sind hier die eigens dafür hergestellten Lachsfangräder. Funktionierte bestens!!!

 

PICT1303 PICT1304 PICT1292 Ein Höhepunkt der Fahrt war sicher der Besuch eines Athabasca-Indianer Dorfes. Dort bekommt man, von jungen Studentinnen erklärt, Einblick in die Kultur der First Nation's. Die Jungen Indianer, die gerne voller Stolz ihren Uniabschluss erwähnen, machten eine interessante Vorführung. Es wurde gezeigt wie früher das Essen zubereitet wurde, wie gejagt wurde, wie sie Kleider herstellten, was aus den Fellen passierte usw.

PICT1286 PICT1279 Eine Schlittenhund Demonstration auf hartem sandigen Boden durfte natürlich nicht fehlen. Vieles wurde erklärt wie zum Beispiel, warum gerade dieser Hund zuforderst laufen sollte und warum gerade dieser eben zuhinterst laufen muss. Trotz den vielen Besucher hatte man einen guten Einblick in die Kultur der Indianer.

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Komfortable Blockhütten zeigen, wie die Indianer leben, oder gelebt haben.

 

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Bei der Rückfahrt wurde noch ein Teil des Tanana Rivers befahren. Ein weiterer Höhepunkt waren die Start- und Landedemontstration eines Buschflugzeuges. Diese Piloten zeigten ein erstaunliches können. Die Kunst ist es, in schwierigem Buschgelände, innert wenigen Metern landen und starten zu können.

PICT1314 Gegen 18 Uhr waren wir wieder zurück bei unserem Van. Eigentlich wollten wir ausserhalb Fairbanks irgendwo übernachten was sich aber als schwieriges Unterfangen entpuppte. Der Parks Highway, von Fairbanks nach Anchorage, verläuft in den ersten Kilometern mehrheitlich im erhöhten Gelände wo es nicht möglich war irgendwo einen Schlafplatz zu finden. Schlussendlich fuhren wir viel weiter als eigentlich geplant und steuern schliesslich Anderson an, einen Ort 10 Kilometer Abseits vom Parks Highway, der seine Existenz wohl nur der nahen Militärbasis verdankt. Am Campground angekommen, läuft uns zuerst einmal ein Bär über die Füsse. Da Waldbrandgefahr herrschte, durfte auch kein Feuer gemacht werden. Was auch nicht weiter schlimm war, den die Moskitos stürzten sich nur so auf uns als wir unseren Van verlassen wollten.

 

Links:  
Fairbanks Eine gute Seite über Fairbanks
Alaska-Ölpipeline Offiziell Webseite über die Alaska Ölpipeline
Discovery III Fairbanks Schaufelraddamper auf dem Chena River
Yukon Quest Das Schlittenhundrennen zwischen Whitehorse und Fairbanks

 

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