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4. Tag

Sydney Lake - Lapie Lakes

04-tag
Datum:
20. Juni 2010, Sonntag
Fahrstrecke: 119 Kilometer
Campingplatz: Freie Uebernachtung
Bewertung:

 

Freie Uebernachtung am Lapie Lakes, ca. Platz für 4-5 Camper, Plumsklo, einige Plätze mit Tisch und Feuerstelle


Bericht:

Den Sydney Lake haben wir heute morgen ein wenig später verlassen als geplant. Damit wir unser Ally Kanu nicht jeden Tag aufbauen müssen, hatte wir die glorreiche Idee das Kanu durch die hintere Tür zu stossen und somit im Innenraum zu transportieren. So weit so gut. In den Innenraum haben wir es mit vereinten Kräften tatsächlich geschaft, nur wollte anschliessend die Türe wegen 5cm nicht mehr zu. Alles schieben, drehen usw. hat nichts gepracht, die hintere Türe konnte einfach nicht geschlossen werden. So ein Scheiss, müssen wir jetzt wegen 5cm jeden Tag das Kanu auf- und wieder abbauen?
Am Heck des Campers führt eine Leiter auf's Dach. Eigentlich dürfen auf Truckcampern keine Lasten auf den Dächern transportiert werden. Aber wenn die Leiter ja nun da ist.....

DSC00191 Wir brauchten nur wenigen Minuten um das Kanu auf's Dach zu wuchten. Da unser Ally nicht einmal 20 Kilo schwer ist, hatten wir auch keine Bedenken, dass irgendetwas am Dach kaputt gehen könnte infolge Gewicht. Die Befestigung war kein grosses Problem. Wir hatten genug Seile mitgenommen.


DSC00192 DSC00197 Vom See zurück auf der Canol Road gings weiter Richtung Norden. Nach 30 Minuten zweigte eine Strasse rechts ab auf eine Lichtung. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Nisutlin River.  Während unserer Kanutour 2006 sind wir genau hier vorbeigekommen; am dritten Kanutag (Reisebericht 2006, 5.Tag) sahen wir hier eine Elchmutter mit ihren zwei Jungen. Diese canyonartige Landschaft vergisst man nicht. Uns war gar nicht bewusst, dass der Nisutlin River an dieser Stelle so nahe an der South Canol Road vorbeiführt. Es war schon ein spezielles Gefühl hier oben zu stehen, auf den Nisutlin River zu blicken, auf dem wir vor 4 Jahren selber schon gepaddelt waren.

IMG_0676 DSC00199 Bei km 67.6 erreichten wir die Abzweigung zum Nisutlin Campground. Logisch, dass wir zwecks Auffrischung alter Erinnerungen diese ca. 600 m lange Strasse zum Fluss runter fuhren. Der Campground ist eigentlich eine Rest Area und deshalb kostenfrei. Hier hat uns damals die Kanugruppe aus Konstanz unseren Benzinkocher repariert. Es sieht alles noch gleich aus. Verändert hat sich in den 4 Jahren nichts - warum auch, mitten im Nirgendwo. Für uns ist es natürlich ein spezielles Erlebnis wieder an dem Ort zu sein, wo uns unsere abenteuerliche Kanutour bereits damals vorbei führte.

IMG_0680_stitch IMG_0689 Aber jetzt geht unsere Reise 2010 weiter. Bei km 76.9 erreichten wir den Quiet Lake Government Campground. Es ist einer der zwei offiziellen Campgrounds auf der South Canol Road; er liegt direkt am See und macht einen ordentlichen Eindruck. Wer hier übernachten will bezahlt 12 C$. Es ist 11.30 Uhr. Die einzigen Camper, die noch hier stehen, ist ein junges Pärchen aus Alaska, die gestern kurz nach uns auch am Sydney Lake waren und dann aber wieder wegfuhren. Wir unterhalten uns kurz und fragen sie warum sie gestern nicht am Sydney Lake bleiben wollten. Sie sagen uns, dass sie uns nicht stören wollten. Na ja, so sind halt die Kanadier bzw. Amerikaner. Ist ein Camper in Sichtweite haben sie schon das Gefühl sie würden stören. Wir verbringen noch ein wenig Zeit am See und fahren anschliessend weiter.

IMG_1881 IMG_1884 Auf den nächsten ca. 20 km folgt die Strasse mehrheitlich dem See. Ab und zu hat man schöne Ausblicke. Die Strasse ist aber nicht mehr so breit, häufig hat nur noch ein Fahrzeug Platz. Der Quiet Lake ist der grösste der 3 Seen des Big Salmon River Systems. 28 km lang ist er und wurde 1887 von John McCormack entdeckt. Bei km 98.5 erreichen wir den zweiten Gouverment Campground mit nur 10 Plätzen. Hauptsächlich wird dieser Campground von den Kanuten benützt, die den Big Salmon River befahren wollen. Der Campground ist okay, kostet 12 C$. Der Big Salmon River gehört zu den schönsten Flüssen im Yukon. Er führt über ca. 350 Kilometer hinunter nach Carmarcks. Fahrzeit ca. 15 Tage. Je nach Wasserstand ist gute Kanuerfahrung Voraussetzung. Kurz hinter dem Campground befindet sich das einzige Wartungscamp der Canol Road. Es gibt hier kein Touristen Service. Für Notfälle kann hier aber per Satelittentelefon Hilfe geholt werden.

IMG_0698 IMG_0705 IMG 0706 Von hier aus verlässt die South Canol Road die Quiet Lake Area. Es geht hinauf in die Big Salmon Range. Bei km 105.4 erreichen wir die Rose River Bridge No 1.: Hier sind wir vor 4 Jahren zu unserem Kanu Abenteuer gestartet. Natürlich mussten wir hier anhalten. Auch hier hat sich nicht viel verändert. Zwei Dinge sind uns aber gleich aufgefallen. Zum einen ist die Brückenzufahrt verbreitert und vergrössert worden. Zum anderen führt der Fluss viel mehr Wasser als dazumal. (Hier der Vergleich mit 2006) Wir bleiben eine Zeitlang, schauen uns die Gegend an und errinnern uns an die schöne Zeit, die wir auf diesem Fluss erleben durften. Am liebsten würde ich gleich unser Kanu abladen und den Rose River hinunterfahren.

IMG 0719 Gleich hinter der Rose River Bridge, wir sitzen nur wenige Minuten im Auto, sehen wir auf der Strasse einen Schwarzbär. Gemütlich läuft er mitten auf der Strasse und erst als wir näher kommen verschwindet er ins Unterholz. In dieser Gegend soll es sehr viele Bären geben, aber einen direkt auf der Strasse zu sehen ist doch Glückssache.



IMG 1885 IMG 0724 Die South Canol Road folgt jetzt mehrheitlich dem Rose River. Je weiter wir kommen, desto schöner wird die Landschaft. Die Berge mit den Schneefeldern rechts und links zeigen, dass sich der Winter hier noch immer nicht verabschiedet hat. Nachdem wir das sechste mal den Rose River überquert haben (km 155.1) wird das Tal breiter und offener. Ein See nach dem anderen säumt unseren Weg.

IMG_0764 IMG 0743 Bei km 162.7 erreichen wir die Lapie Lakes unser heutiges Ziel. Für die 118 km habe wir 5 Stunden gebraucht. Wie gesagt, wer auf der South Canol Road unterwegs ist, sollte sich Zeit nehmen. Bei so schöner Landschaft wäre es schade einfach durchzubolzen. Einen offiziellen Campground gibt es an den Lapies Lakes nicht. Es führt aber eine Stichstrasse zum See mit Boat Launch und zwei Plumsklos. Der Platz ist nicht sehr gross. Ich denke es reicht ca. für 4-5 Camper. Wir finden ein schönes Plätzchen mit Feuerstelle und Tisch nur 20 Schritte vom See entfernt. Ausser uns ist noch ein älteres Pärchen hier, ansonsten ist nicht viel los. Auch hier sind die Berge ringsherum mit Schnee bedeckt.

IMG_1896 IMG 1892 DSC00220 Es ist kurz nach 16 Uhr als wir das Ally vom Dach laden. Der See ist glatt wie ein Spiegel. Leider fehlt die Sonne, aber mit 18 Grad ist es angenehm warm. Wir paddeln an kleinen Inseln vorbei, in kleine Buchten hinein, nur Fische, für die der See berühmt ist, sehen wir trotz klarem Wasser keine. Auf der Südseite des Sees entdecken wir aber Elchspuren im knietiefen Wasser. Am nördlichen Flussende beobachten wir lange einen Weisskopfadler und einen Biber vor seiner Burg. Das Linke Bild zeigt den Biber wenn er auftaucht und Luft schnappt. Mit unserem Kanu gleiten wir fast lautlos über den See und so bemerken uns die Tiere erst spät. Vom See aus hat man auch einen ganz anderen Überblick als vom Ufer aus. So sehen wir, dass nur unweit von unserm Campground ein privates Blockhaus mit Veranda, Schuppen, Lkw-Anhänger und ein halbrundes Eisensilo steht. Ausserdem sehen wir ein eingezäuntes Gehege, wohl für Pferde, und einen eigener Bootsteg. Hier hat sich wohl einer sein ganz persönliches Paradis angelegt. Weit ab von allem.

Als wir vom Kanufahren zurückkommen sehen wir wieder das junge Pärchen aus Alaska. Sie sind aber nur zum Fischen da, ohne Erfolg, wie wir später erfahren. Sie werden heute noch weiterfahren. Wir fragen uns warum, denn Platz hätte es hier noch genug. Zum Nachtessen gibts wieder was vom Grill. Da die Moskitos heute nicht so zahlreich sind können wir sogar draussen essen. Um 22 Uhr mache ich noch einen kleinen Rundgang. Es ist unglaublich still. Kein Vogel, kein Wind, kein gar nichts stört die Ruhe. Als wir ins Bett gehen ist draussen immer noch hell, aber das sind wir ja langsam gewohnt.

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