Reiseberichte, Mountainbiken und Videofilmen


22. Tag

Whitehorse - Zürich

22-tag
Datum:
8. Juli 2010, Donnerstag
Fahrstrecke: 29 Kilometer

 

Uebernachtung im Flugzeug :-))


Bericht:

Der Morgen beginnt mit einen kleinen Schock: Zwar hatten wir am Vortag die Uhren von Alaska auf Yukon Zeit umgestellt, aber nicht den Wecker. Somit sind wir eine Stunde zu spät aufgestanden und anstelle eines gemütlichen Frühstücks mussten wir einen Zacken zulegen, um rechtzeitig nach Whitehorse zu kommen. In Whithorse sind wir noch ins Visitor Center um unseren Pin abholen und am Wettbewerb teilzunehmen bei dem es immerhin zwei Unzen Gold zu gewinnen gab. Hierzu mussten wir auf unser Reise möglichst viele Stempel von den verschiedenen örtlichen Visitor Centers in einem Tourbuch eintragen lassen. Eine gute Möglichkeit mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und so noch den ein oder anderen Tip zu erhalten. Eine feine Sache finde ich.

Anschliessend haben wir unseren Truck wieder bei Fraserway abgegeben. Leider waren wir nicht die Einzigsten. Am Rückgabschalter mussten wir doch einige Zeit anstehen. Die Abgabe selber verlief reibungslos, da wir weder Probleme mit dem Fahrzeug hatten, noch etwas beschädigt war. Leider erfuhren wir erst anschliessend, dass die Condor Maschine aus Frankfurt 6 Stunden Verspätung hatte. Super, wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir uns den Stress heute morgen sparen können. In Whitehorse zu bleiben ohne Auto, ist nicht wirklich lustig, vorallem da die Vermietstation nicht im Zentrum liegt.

IMG 2166 IMG 2169 IMG 2172 Fraserway fährt einen gratis zum Flughafen, wo wir wenigstens das Gepäck schon mal aufgeben konnten. Hier erfuhren wir, dass uns die Condor Maschine direkt nach Frankfurt fliegen würde - ohne Umweg über Fairbanks, wie eigentlich geplant. Somit blieb uns wenigstens eine weitere Landung in Amerika erspart. Direkt neben dem Flughafen in Whitehorse liegt das Transportmuseeum, das wir uns nun noch anschauen gingen. Danach gings Essen und dann hiess es warten, auf der Wiese liegend mit Blick auf Kontrollturm - wo kann man das schon auf einem internationalen Flughafen!

Nun sitzen wir wieder im Flugzeug, das uns nach Frankfurt und später nach Zürich bringen wird. Unsere 6. Kanada Reise neigt sich dem Ende zu. Eine Reise, die uns den Yukon zeigte, wie er wirklich ist: Larger then Life - das Motto mit dem der Yukon Werbung macht. Es ist tatsächlich so, der Yukon weisst ein Gebiet aus, das eine andere Region in Kanada kaum überbieten kann. 2003 waren wir das erste Mal da, 2006 das zweite Mal. Auch jetzt beim dritten Besuch sind wir von der Natur, der Weite, der Einsamkeit so fasziniert, dass einem meistens die Worte fehlen. Es gibt eigentlich immer einen Grund in den Yukon zu fahren auch wenn man die Gegend schon mal abgefahren ist.

Highlights
Neu für uns war eigentlich nur die South Canol Road, die North Canol Road, der Taylor Highway bis Eagle und natürlich das absolute Highlight, der Dempster nach Inuvik. Kein Wunder war der Schwerpunkt unserer Reiseplanung der Dempster Highway. Wer eine Woche lang auf einem ungeteerten Highway unterwegs ist, der hofft natürlich, dass es keine Schwierigkeiten gibt. Wir hatten keine, was nicht heisst, dass wir vorsichtiger waren als andere. Der Dempster ist ein Highway, der sein Bild stetig ändert. Einmal staubig und trocken, das andere Mal nass und rutschig. Einmal eine Autobahn, auf der man ohne Problem 90km/h fahren kann, ein andermal Schlaglöcher soweit das Auge reicht. All das ist nicht Jahreszeit abhängig sondern eine Momentaufnahme von einer Woche. Eine andere Strecke, die uns positiv überrascht hat, war die South Canol Road. Ich dachte immer, es sei einfach nur eine Verbindungsstrasse vom Alaska - zum Campbell Highway. Die Aussage stimmt zwar, aber was dieser Weg zu bieten hat ist schlicht genial. Ein Highway der alles beinhaltet, was man von einer Yukonstrasse erwartet darf. Landschaftlich absolut top.

Die North Canol Road zeigte sich da schon eher von der raueren Seite. Hier ist die Einsamkeit so spürbar, dass kaum eine Vermietstationen es erlaubt diese Strasse zu befahren. Wir haben es trotzdem gemacht und sind ca. 120 Kilometer von 464 gefahren. Die Strasse ist nicht vergleichbar mit dem südlichen Teil. Hier ist alles noch eine Spur einsamer und unübersichtlicher und trotzdem hat diese Strecke so ihren Reiz. Den Taylor Highway auf seiner ganzen Länge zu fahren war eigentlich nie unser Ziel, wer jedoch nach Eagle möchte, wird diesen Weg machen müssen. Er wird auch hier nicht enttäuscht werden. Auch dieser Abschnitt hat uns mit seiner Schönheit überrascht, was wir so nie erwartet hätten.

Von Menschen und Moskitos
Aber auch wir hatten zu kämpfen. Die Moskitos am Dempster und an der North Canol Road sind eine lästige Plage. Regen, Nebel, Wind und Kälte sind im hohen Norden nichts Neues. Wer im Hochsommer mit Temperaturen um 0 Grad leben kann, der ist für den Norden Yukons bestens ausgerüstet. Genau solche Menschen haben wir auf unserem Weg getroffen, die genau dieses raue und schöne Klima suchten. Menschen, die einem gerne von diesem Land erzählten und dabei so ins Schwärmen kamen, dass sie gar nicht mehr aufhören wollten. Menschen, die weit weg von der Zivilisation leben und trotzdem nichts vermissen. Ob in Inuvik, Mayo oder in Eagle, es hat uns Freude gemacht ihnen zuzuhören. Es sind spezielle Menschen, die den Yukon ihre Heimat nennen.

Wer die Nationalparks in British Columbia und Alberta kennt, wer schon mal auf Vancouver Island herumgereist ist, der kann sich kaum vorstellen das Kanada noch mehr zu bieten hat. All jenen sei hier gesagt, wer den Yukon nicht gesehen hat, der kann Kanada in seiner Vielfalt nicht begreifen, der hat seine wirkliche Weite nicht gespürrt. Yukon…larger than life. 

nur so nebenbei......
(In Frankfurt haben wir natürlich wegen der Verpätung unseren Anschlussflug nach Zürich verpasst, daher Zuhause anrufen, dass man uns erst später am Flughafen abholen soll. Ging in Whitehorse ja nicht weil in Europa schon Nacht war. Anschliessend mussten wir uns durch unzählige Gänge durchschlagen bis wir endlich den Umbuch-Checkin-Schalter gefunden hatten. Die Wartezeit betrug fast 2 Stunden weil nur ein Schalter offen war, aber 4 hätte man öffnen können. Dadurch haben wir den nächsten Flug nach Zürich wieder verpasst. Daher nochmals Zuhause anrufen, dass wir nicht mit der nächsten Maschine kommen, sondern mit der übernächsten. Die Hitze von über 30 Grad waren wir uns auch nicht mehr gewöhnt, die Hektik der Menschen hier ebenso nicht. In Zürich angekommen fehlte eine Tasche, die wahrscheinlich das Durcheinander in Frankfurt nicht mitmachen wollte, wundert mich gar nicht, daher also noch zum Fundbüro, diverse Formulare ausfühlen und Gepäck als vermisst anzeigen. Daher wieder anrufen, dass wir zwar in Zürich gelandet sind aber es noch eine Zeitlang dauern könnte bis wir kommen. Danke Europa, wir sind wieder da.....)

.....Tasche kam überigens am nächsten Tag direkt per Kurier nach Hause.

ENDE

P.S Den Hauptpreis, die zwei Unzen Gold, haben wir leider nicht gewonnen..............

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