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22. Tag

Lake Louise - Banff

22tag
Datum:
6. Juli 2005, Mittwoch
Fahrstrecke: 174 Kilometer
Campingplatz: Two Jack Main
Bewertung:XXXXXX

 
12 km nördl. von Banff nahe Minnewanka Lake. Sehr gross. Keine Duschen. Im durchsichtigen Wald der kahlen Stämme. Nicht wirklich schön. Ab 19 C$, Holz + 7 C$


Bericht:

Tiefhängende Wolken verdeckten heute morgen die Sicht über den Lake Louise Campground. Immer wieder tröpfelte es auf unser Camperdach. Wir haben wirklich Pech mit dem Wetter. Kaum zu Glauben, da sind wir im schönen Banff Nationalpark und es schüttet nur so vom Himmel. Am späteren Morgen sind wir dann doch noch Richtung Yoho Nationalpark aufgebrochen. Der Park wurde 1886 gegründet, also nur wenige Jahre nach dem Banff Nationalpark. Mit seinen 1310 km2 gehört er zu den kleineren Parks. Wer von Calgary nach Vancouver fahren möchte und dabei die Transcanada Route nimmt, fährt zwangsläufig durch den Yoho Nationalpark. Das östliche Tor zum Yoho Nationalpark ist der Kicking Horse Pass (1647m.ü.m) auf der Continental Divide, die die Grenze zwischen Alberta und British Columbia bildet.

PICT5670 Interessanter wird's wenn man wieder vom Pass runterfährt: Nach 9 Kilometer erreicht der Trans-Canada Highway die Aussichtsplattform der Spiraltunnel. Hier wurde um 1909 ein erstaunliches Bauwerk in den Berg gebohrt. Da die normale Steigung von 5% zu gross für die Eisenbahn war, hat man kurzerhand zwei 270 Grad grosse spiralförmige Tunnel in den Berg gehauen und somit die Steigung auf 2% gesenkt. Weil kanadische Güterzüge oft extrem lang sind, sieht man gelegentlich die Lok bereits am unteren Tunnelausgang herauskommen, während der letzte Wagen noch oben hineinrollt. Da die Zugfrequenz relativ hoch ist, bestehen gute Chancen ein solches Schauspiel mit zu verfolgen.

PICT5674 PICT5678 Wenige Kilometer hinter dem Aussichtspunkt zweigt die Strasse ab und führt den Reisenden zu den Takakkaw Falls. Dieser Abstecher gehört zum Minimalprogramm im Yoho Park. Die Strecke ist ca. 14 Kilometer lang und nicht für grosse Wohnmobile geeignet. Auf halber Strecke machen enge Serpentinen den grossen Campern arg zu schaffen. Wer ein grosses Wohnmobil hat muss sein Gefährt gut im Griff haben. Vom Parkplatz aus führt dann ein Pfad an und über den Yoho River zu den Takakkaw Falls. Der Wasserfall soll der zeithöchste in Kanada sein. Das Wasser stürzt sich in mehreren Stufen 384 Meter in die Tiefe. Man kann hier sehr nahe an den Wasserfall heranspazieren, sollte aber einen Regenschutz dabei haben. Für uns kein Problem, denn nicht nur der Wasserfall spendete Regen, auch die Wolken hatten ihre Schleusen weit geöffnet. Gespeisst wird der Takakkaw Fall übrigens vom oberhalb gelegenen Gletscher. Der Wasserfall ist im Frühling viel gewaltiger als im Herbst. Wer Pech hat sieht nach einem trockenen Sommer nur noch ein Rinnsal.

Was sicher auch nicht auf dem Besuchsprogramm fehlen sollte ist der Emerald Lake. Bevor wir uns aber dorthin aufmachten, besuchten wir noch das Visitor Center in Field. Hier konnten wir einen ausgestopften Schwarzbär bewundern, der zu Lebzeiten mit einem Senderhalsband ausgestattet war, so dass die Ranger die riesigen Distanzen, die ein solches Tier in freier Wildbahn zurücklegt, aufzeichnen konnten. Auch im Yoho können keine Campgrounds reserviert werden; es gilt das Prinzip, wer zuerst da ist, hat den Platz. Nur der Kicking Horse und der Monarch Campground waren offen. Der Hoodoo Ceek war immer noch geschlossen, da er durch die Waldbrände im Jahr 2004 vollständig zerstört wurde. Der Kicking Horse ist der beste Campground im Yoho Park.

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Auf dem Weg zum Emerald Lake ist ein Stopp bei der Natural Bridge sicher empfehlenswert.

 

 

PICT5683 IMG_1420 11 Kilometer nach der Abzweigung vom Trans-Canada Highway erreicht die Strasse den Emerald Lake. Kaum haben wir unseren Van auf dem Parkplatz abgestellt, hörte es endlich auf zu regnen. Der Emerald Lake lässt sich gemütlich zu Fuss umrunden. Wir hingegen wollten dieses Mal mit dem Kanu auf Entdeckungstour gehen.

IMG_1410 IMG_1408 25$ kostet eine Stunde Kanufahren. Der türkisblaue See ist ein beliebtes Fotomotiv, um so mehr, wenn gerade jemand mit dem Kanu vorbeifährt. Wir wurden jedenfalls dutzende Male von den Wanderern am Ufer aufgenommen. Hoffentlich machen die dann auch ein schönes Poster von uns:-) Am Ende des Sees hat man übrigens einen schönen Ausblick auf die Hamilton Falls.

Was wir gesehen haben, ist ein Minimalprogramm. Der Yoho Nationalpark hat noch einiges mehr zu bieten. Wanderfreunde werden vor allem die Gegend um den Lake O'Hara favorisieren. Der See selber ist nur per Shuttlebus erreichbar und ein Ticket muss im Sommer bis 3 Monaten im Voraus reserviert werden. Nur wer sehr viel Glück hat kommt ohne Reservierung mit.

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Am späteren Nachmittag ging's wieder zurück zum Banff Nationalpark. In Lake Louise nahmen wir den alten Highway Nr. 1, in der Hoffnung doch noch einen Elch oder einen Bären zu erblicken. Leider Fehlanzeige. In der Nähe von Banff war der schönere der beiden Two Jack Campgrounds (Lakeside) leider schon ausgebucht und so landeten wir im Two Jake Main. Ein riesiges Areal, in dem man ohne Plan keine Chance hat sich zurechtzufinden. Der merkwürdige Wald besteht aus hochgewachsenen Nadelbäumen, die erst auf ca. 3 Meter die ersten Ästen haben, so dass man buchstäblich durch den Wald hindurchsehen kann, bis man am anderen Ende vor lauter Stämmen gar nichts mehr sieht. Beim Campground Eingang werden wir wieder daran errinnert, dass es Bären haben könnte und man Nachts nicht rumlaufen sollte. Es wird langsam mal Zeit, dass wir so ein Vieh sehen und nicht immer nur davor gewarnt werden. Nun ja, unsere Reise ist ja noch nicht zu ende.... wartet ab.

 

Links:  
Der Yoho Park Offizielle Seite des Yoho Nationalparks
Der Yoho Park Weiter Seite über den Nationalpark

 

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