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20. Tag

Waterflow Lakes - Lake Louise

21tag
Datum:
5. Juli 2005, Dienstag
Fahrstrecke: 74 Kilometer
Campingplatz: Lake Louise
Bewertung: XXXXXX

 
Lärm auch Nachts durch nahe Bahngleise. Als Schutz gegen Bären ist der ganze Campground von einem elek. Zaun umgeben. Riesig aber trotzdem noch ok. Im Wald. Plätze näher beieinander. Duschen OK aber Massenabfertigung. Täglich abends Vorträge. Ab 24 C$, Holz + 7 C$


Bericht:

Der 1885 gegründete Banff Nationalpark ist der älteste Park in Kanada. Seine Fläche erstreckt sich über 6641 km2 und mit ca. 4 Millionen Besuchern im Jahr ist er der beliebteste Nationalpark Kanadas. Zur Ferienzeit und an Schönwetterwochenenden herrscht vor allem im Ort Banff und Lake Louise Hochbetrieb. Etwas gemütlicher geht es etwas abseits zu und her, zum Beispiel auf einem der Campgrounds entlang des Icefield Parkways. Die Attraktionen im Park sind sicher die Seen, Peyto Lake, Lake Louise und der Moraine Lake. Alles Seen die man sicher nicht verpassen sollte. Im Gegensatz zum Jasper Nationalpark können im Banff Nationalpark keine Campingplätze reserviert werden. Daher ist zeitiges ankommen ratsam. Auch ist der Park ein hervorragendes Gebiet zum Wandern. Daher genügend Zeit einplanen.

IMG_1370p An diesem Dienstag zeigt sich das Wetter nicht von seiner besten Seite. Der Waterflow Lake wiederspiegelt aber schön die zahlreichen Wolken am heutigen frühen Morgen. Im Hintergrund sieht man noch die Bergspitzen des Mount Chephren. Mit 3307 Meter Höhe einer der höheren Gipfel im Banff Nationalpark.

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Kurz vor dem höchsten Punkt des Parkways, dem Bow Summit (2069m.ü.M), zweigt eine kurze Stichstrasse zum Peyto Lake Viewpoint ab. Ein "Muss" für jeden Reisenden. Obwohl wir mit 9.30 Uhr noch früh dran zu sein glaubten, wimmelte es auf der Aussichtsplattform schon von Touristen. Kein Wunder, der Peyto Lake gehört zu den meistfotografierten Seen in ganz Kanada. Wer es ein wenig beschaulicher haben möchte folgt einem Trail hinauf zum Gletscher. Diese schweisstreibende Wanderung von ca. 30 Minuten wird dann von einer wunderbaren Aussicht auf den See und die umliegenden Berge belohnt und das weit ab der Touristenströme. Das obere Panorama wie auch das untere Bild wurden an dieser Stelle aufgenommen. Wir blieben eine Zeitlang hier oben, lauschten der Stille und den pfeifenden Eichhörnchen zu. Weit unter uns schlängelte sich der Highway durch das tiefe Grün der Wälder.

PICT5600 PICT5570 Wieder unten beim ersten Aussichtspunkt angekommen, machte sich gerade eine Gruppe Japaner auf der Plattform breit. Mit eigenem 2-Mann-Kamerateam und Reiseführerinnen schupsten sie alles auf die Seite was nicht zu ihnen gehörte. Die beiden Reiseführerinnen hatten alle Hände voll zu tun, um allen Fotowünschen gerecht zu werden. Jede war mit ca. 20 Digitalkameras ausgerüstet um ja von jedem ein Bild mit Peyto Lake zu machen. Im Hintergrund wurde zudem alles noch auf Film aufgenommen. Der ganze Spuk dauerte ca. 15 Minuten - dann kehrte blitzartig wieder Ruhe ein. Reisen auf japanisch - nein danke!

IMG_1374 IMG_1373 Vorbei am Bow und am Hector Lake fuhren wir hinunter nach Lake Louise, wo wir am Check-In des Campgrounds erst einmal anstehen mussten. Lake Louise (1540 m.ü.m) ist ein kleines Nest ohne nenneswerte Sehenswürdigkeiten. Eigentlich ist es gar kein Dorf. Es hat keinen Dorfkern und die Menschen die hier leben sind nur des Tourismus wegen hier. Nicht zu vergleichen mit Jasper oder Banff. Bekannt ist Lake Louise bei uns vorallen durch die Alpinen Ski-Wettbewerbe die alljährlich hier im Banff Nationalpark veranstaltet werden. Im sehr gut ausgestatteten Visitor Center erkundigen wir uns anschliessend nach möglichen Wanderungen und erfuhren eine herbe Enttäuschung: viele Trails dürfen erst in Gruppen ab 4-6 Personen gemacht werden, da momentan eine grosse Bärengefahr bestehe. Im Gebiet des Paradise Valley halten sich rund 12 Grizzly Bären auf, so dass es nicht erlaubt ist sich nur zu zweit hier aufzuhalten. Super, und wo findet man jetzt schnell mal 2-4 Personen? Wer nicht wandern will, oder eben nicht kann, finden in der Umgebung von Lake Louise genügend interessantes und es wird einem sicher nicht langweilig.

Hier eine kleine Anektote:
Es waren zwei Wanderer, die sich im unwegsamen Gelände, in dem es nur so von Bären wimmelte, verlaufen hatten. Nach etlichen Stunden Marsch machten sie total erschöpft eine Pause um endlich ihre schmerzenden Füsse zu kühlen. Kurz nach dem sie ihre Schuhe ausgezogen hatten, erblickten sie einen Bär. Schnell zog sich der eine seine Schuhe wieder an, vorauf der andere zu ihm sagte: "Bären sind sehr schnell und wendig, wegrennen bring nichts, da nützen dir auch die Schuhe nichts mehr." Darauf der andere: "Wieso, ich muss nur schneller sein als du."

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Wir fuhren weiter zum meistbesuchten See der Welt: dem Lake Louise (1731 m.ü.m.). Die Zufahrt endet vor dem nostalgischen Nobelhotel The Fairmont Chateau. Trotz riesigen Parkpätzen war es um die Mittagszeit recht schwer noch ein freies Plätzchen für unseren Van zu finden. Am See unten sahen wir dann auch warum. Eine riesige Menschenmasse umvölkerte den See. Zuerst wollten wir Kanu fahren, entschlossen uns dann aber den Agnes Trail zu machen. Einer der wenigen, die in der Umgebung ohne Bärenprobleme zu bewältigen ist.

IMG_1381 IMG_1380 Der gut ausgebaute Trail windet sich in langen, aber nicht allzu steilen Kehren hinauf zum 400 Meter über dem Lake Louise gelegenen Lake Agnes. Wir waren nicht die einzigen, die sich an diesem Nachmittag auf den 3.6 km langen Trail wagten. Vorbei am Mirror Lake, wo gerade eine Reitergruppe ihre Pferde tränkte, ging es zum Teahouse hinauf, das sich unmittelbar am Agnes Lake befindet.

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Auch hier ist wieder der Teufel los und wir schlagen uns an der rechten Uferseite durch, wo wir auf grossen Geröllsteinen schliesslich ein ruhiges Plätzchen finden, von dem aus wir den 10 Grad kalten Gletschersee bewundern. Das kleine Teahouse ist an trockenen Tagen meist überlaufen. Auf der schönen Terasse werden Snacks, Tee und Kaffee, aber kein Alkohol ausgeschenkt. Den See kann man nicht umrunden, ein kleiner Weg führt aber am rechten Ufer vorbei zum phantastischen Aussichtspunkt auf den Big Beehive. Wer dort hinauf möchte muss aber auf den 1.6 km nochmals 135 Höhenmeter überwinden. Obwohl uns diese Tour gereizt hätte, verzichteten wir aus Zeit- und Fitnessgründen darauf und nehmen den gleichen Weg wieder hinunter. Man könnte übrigens auch über Big Beehive zum Lake Louise hinunterwandern.

IMG_1394 IMG 1392 IMG_1393 Der Campground in Lake Louis ist auch von spezieller Natur. Das gesamte Areal ist mit einem Elektrozaun umgeben, der die ca. ein Dutzend Grizzlies und einige Schwarzbären, die in der Area ansässig sind, von den Campern fernhalten soll. Ein höllischer Aufwand finden wir, aber die Ranger werden wohl recht haben mit ihrer Vorsichtsmassnahme. Bleit die Frage, wer hier eigentlich vor wem geschützt werden muss. Wir fühlen uns eingesperrt, während die Bären draussen frei herumlaufen dürfen. Zoo einmal anders herum. Es wird auch geraten den Campground nachts nicht zu verlassen. Jetzt kann man nur hoffen, dass es keinen Stromausfall gibt.

PICT5666 IMG_1391 Der Campground ist nichts für schlafempfindliche oder ruhesuchende Touristen, denn Nachts rollen in unmittelbarer Nähe Güterzüge vorbei und rauben einem den wohlverdienten Schlaf. Ansonsten ist der Campground in Ordnung. Überigens, wir haben heute den ganzen Tag "keinen" Bären gesehen.

 

 

Links:  
Lake Louise Alles rund um Lake Louise
Lake Agnes Trail Infos über den Lake Agnes Trail
Der Banff Nationalpark Offiziele Seite des Banff Nationalpark

 

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