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20. Tag

Kathleen Lake - Skagway

20-tag
Datum:
6. Juli 2010, Dienstag
Fahrstrecke: 315 Kilometer
Campingplatz: Mountain View Campground (RV-Park)
Bewertung: XXXXXX

RV-Park direkt in Skagway. Einziger Platz auf unserer Reise, der wirklich schlecht war. Duschen in schlechtem Zustand. Ab 27.30US$. Preis/Leistung stimmt bei weitem nicht. Dies trifft im übrigen auf alle Campgrounds rund um Skagway zu. Hier ist ein Stern noch zuviel.....


Bericht:

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Bevor wir den Campground verlassen fahren wir noch zur Day Use Area, die sich direkt am See unten befindet. Alles ist sehr schön angelegt und wenn es warm wäre, könnte man sogar mit einem Sprung ins Wasser liebäugeln. Dem ist aber heute definitiv nicht so. Die hohen Berge, das kristallklare Wasser, alles wunderschön anzuschauen nur leider machen die Temperaturen nicht mit. Vom See her weht ein eiskalter Wind. Wir laufen einen Zeitlang am See entlang. Der eisige Wind peischt das Wasser immer wieder ans Ufer, man würde meinen, wir seien am Meer. Nach 30 Minunten ist es uns definitiv zu kalt und wir gehen wieder zurück zu unseren Truck.

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Wir fahren weiter dem Haines Highway entlang Richtung Haines. Bei Km 43.7 erreichen wir den Rock Glacier Trail. Hier führt ein schön angelegter Trail zuerst durch Wald und Büsche, schliesslich durch spitze Felswüste hinauf zu einem Aussichtspunkt. Oben hat man dann eine schöne Aussicht auf den Dezadeash Lake mit seinen kleinen Inseln.  


Der Haines Highway führt dann eine Zeitlang am Dezadeash Lake entlang. Hier gibt es bei Km 50.3 einen schönen Government Campground mit 20 Plätzen. Eine Alternative zum teuren Kulane Campground. Bei Km 62.8 besuchen wir die Indianersiedlung Klukshu. Dieses Dorf ist ca. 1 km vom Highway entfernt. Der Shop, in dem man indianisches Handwerk kaufen könnte, ist geschlossen. Wir sehen nirgends eine Menschenseele. Wir laufen eine Zeitlang umher in der Hoffung jemand sieht uns und öffnet für uns den Shop. Es rührt sich aber nichts. So machen wir uns wieder auf den Weg.

Bei Km 87 erreichen wir den Million Dollar Falls Campground, der ca 1 Kilometer abseits des Highways 33 Plätze anbietet. Ein schöner Weg führt an die Takhanne Falls heran. Soll eine sehr gute Gegend zum Fischen sein. Das wissen scheinbar auch die Bären. Ueberall stehen Schilder, dass man aufpassen soll, dass einem nicht ein Grizzly das Futter vom Hacken nimmt. High Bear Area. Warum der Campground Million Dollar Falls heisst, blieb uns leider verborgen.

Bei Km 99.4 verlassen wir den Yukon und kommen in den Bundesstaat British Columbia.

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IMG 2135 IMG 2136 Auf den nächsten Kilometern geht es langsam aber stetig bergauf. Es fängt an zu regnen. Die Wolken hängen tief und wir können nicht mehr allzu viel sehen. Von unseren beiden Fahrradfahrern, die wir ja probieren einzuholen ist leider weit und breit nichts zu sehen. Vermutlich haben wir sie längst verpasst. Bei Km 144 erreichen wir den höchsten Punkt des Haines Highway: den Chiklat Pass, 1070 Meter über Meer. Geschichtsträchtiger Ort, denn schon vor über 100 Jahren sind die Goldsucher von Haines her, hier über diesen Pass gelaufen. Viele von ihnen haben die andere Seite gar nie zu Gesicht bekommen, weil sie vorher hier oben vor Erschöpfung, Hunger oder Kälte umgekommen sind. Wir halten kurz an und verlassen unseren warmen Camper. Es ist arschkalt, windig und so ungemütlich, dass wir schnell wieder in unserem Truck verschwinden.

Wir fahren gerade auf der anderen Seite des Passes hinunter als wir vor uns in weiter Ferne zwei komische Kreaturen sehen, die mit einem Höllentempo die Passstrasse hinunterfahren. Es sind tatsächlich unsere Fahrradfahrer, nach denen wir seit Tok Ausschau halten. Wir überholen sie mit 50 km/h, trauen uns aber nicht aus dem Fenster zu rufen. Nicht das sie vor Schreck noch einen Unfall bauen.

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IMG 1912 Wir fahren weiter und halten beim nächsten Kiesplatz an, um auf sie zu warten. Christoph Müller und Reto Diriwächter, wir haben sie doch noch einholen können und das 3 Km vor der amerikanischen Grenze oder 75 Kilometer vor Haines. Es hätte nicht viel gefehlt und wir wären aneinander vorbeigefahren, denn in einer Stadt wie Haines hätten wir sie kaum getroffen. Zudem fahren wir heute noch nach Skagway und sie bleiben ein paar Tage in Haines zum Erholen. Christoph Müller (mit blauer Jacke) arbeitet bei der gleiche Firma wie ich und so sind wir ins Gespärch gekommen. Er wird mit seinem Liegefahrrad bis nach Ushuaia (Argentinien) fahren. Sein Kollege, Reto Diriwächter, wird ihn während 6 Monaten begleiten bis sie in Mexiko Stadt angekommen sind. Mehr zu seinem Abendteuer auf seiner Homepage www.icetofire.ch.

Wir quatschen eine Zeitlang in unserem warmen Truck, machen Suppen, essen Kekse und trinken Kaffee. Sie erzählen was sie in den letzten Wochen so erlebt haben und dass sie auch nicht mehr damit gerechnet hatten uns noch zu sehen. Unser Treffen hat Christoph ebenfalls auf seiner Homepage dokumentiert http://www.icetofire.ch/index.php?id=326

IMG 1916 Kurz nachdem wir uns von den beiden Abendteuern verabschiedet haben, erreichen wir 3 Kilometer später die amerikanische Grenze. Wir werden von der US-Customs Lady ausgesprochen unfreundlich behandelt. Kein Vergleich zu dem netten Grenzbeamten auf dem Top of The World Highway. Die Grenze hat übrigens komische Oeffnungszeiten. Die US Grenze ist 24 Stunden geöffnet, während die kanadische Grenze von 8 Uhr morgens bis 24 Uhr abends offen hat. Da hier noch Zeitverschiebung herrscht, heisst das, von Kanada kann man immer nach Haines fahren, von Haines nach Kanada ist von 23 Uhr Nachts bis 7 Uhr morgens die Fahrt nicht möglich (Alaska Zeit). Vielleicht ist das jetzt nicht mehr so, daher am besten am Tag die Grenze überqueren.

DSC00678 IMG 2130 Die Weiterfahrt nach Haines verläuft erreignislos. Im Bold Eagle Reservat ist um diese Jahreszeit nicht viel los. Nur 2-3 Weisskopfadler sehen wir. Im September sieht das hier ganz anders aus. Dann wimmelt es nur so von diesen Viechern.

IMG 1943 IMG 1938 In Haines angekommen fahren wir zuerst zum Ferry Terminal um unser Ticket für die Überfahrt nach Skagway zu holen. Um auf jeden Fall einen Platz zu haben, hatten wir die Fähre schon von der Schweiz aus reserviert. Der Ansturm vor dem Schiff hält sich heut allerdings in Grenzen und vermutlich hätte es auch ohne geklappt. Aber da wir übermorgen in Whitehorse abfliegen, wollten wir kein Risiko eingehen. Die Reservation hatte das Reisebüro für uns gemacht. Im Internet ist diese auch möglich jedoch recht kompliziert.

Die Fähre nach Skagway fährt um 20.30 Uhr ab, Check-in ist um 19.30 Uhr. So haben wir noch genügend Zeit Haines ein wenig anzuschauen. Vieles gibt es hier aber nicht zu sehen. Haines hat ca. 2310 Einwohner und liegt nur 24 Kilometer von Skagway entfernt, per Fähre. Wer Skagway per Auto von Haines aus erreichen möchte muss da schon 578 Kilometer fahren. Die Fähre hat also durchaus eine Daseinsberechtigung. Wir fahren ein bisschen durch die Strassen und bestaunen das grosse Kreuzfahrtschiff am Hafen. Die Stadt scheint etwas belebter zu sein als vor 7 Jahren als wir das letzte mal hier waren. In einem typisch amerikanische Restaurant essen wir noch eine Kleinigkeit und brechen dann zur Fähre auf.

IMG 1955 IMG 1958 IMG 1971 Die 1-stündige Überfahrt ist wie immer ein Erlebnis. Schon nur das Einschiffen in den riesigen Schiffsbauch mit all den anderen Autos und Campern ist spannend. Draussen beim Terminal habe ich mich noch gefragt ob wohl alle Platz finden, aber die Crew ist so eingespielt, dass jeder cm ausgenutzt wird. Daher muss man beim Navigieren im Schiffsbauch schon sein Fahrzeug gut im Griff haben, denn die Abstände sind manchmal äusserst gering. Das Verladen dauert ca. 50 Minuten.

IMG 1984 IMG 2001 Oben an Deck gibt es Restaurants, Ruheräume und sogar gratis Internet (Wireless). Nur ab und zu gehen wir rein um uns aufzuwärmen, denn draussen gibt es viel zu sehen. Die Ufer des Lynn Canals sind zum Greifen nah. Wasserfälle und Hütten säumen das Ufer und drei grosse Kreuzfahrschiffe ziehen an uns vorbei.

Skagways Hafen ist dämmerig dunkel und leer als wir kurz vor 22 Uhr an Land gehen. Wir suchen uns im hinteren Teil der Stadt einen Campground. Mountain View, 27.50$ steht am Anschlagebrett, bezahlen morgen, da das Büro bereits geschossen ist. Wir suchen uns einen Platz soweit wie möglich von den Bahngleisen enfernt, um morgen nicht in aller Herrgottsfrühe geweckt zu werden. Ach, noch was, wir zogen es vor, die Duschen nicht zu benutzen. Werfen Sie selber mal einen Blick rein, dann werden Sie verstehen. 

 

Links:  
Haines Offizielle Webseite von Haines Alaska
Bald Eagle Eine gute Seite über die Weisskopfadler
Kluane National Park Offizielle Seite des Kluane National Parks

 

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