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20. Tag

Frances Lake Logde

frances-Lake
Datum:
13. Juli 2003, Sonntag
Frances Lake Wilderness Lodge

 

 


Bericht:

Gestern Abend kamen noch zwei weiter Gäste auf die Logde: Reto und Claudia aus der Schweiz. Somit waren wir heute morgen 3 Pärchen, die mit auf den Ausflug in den Ostarm des Frances Lakes kamen. Auf der Logde leben durch die Sommermonate ca. 6 Personen. Andrea und Christoph Altherr, die Eigentümer, mit ihren Kindern Katja und Annina. Unterschützt wird die kleine Familie durch ein ebenfalls eingewanderstes Paar: Elfie und Markus. Elfie ist die Köchin und sozusagen auch Mädchen für alles. Markus ist der Wildnisführer, der auch grössere Kanutouren mit Touristen unternimmt. Beide leben schon etliche Jahre im Yukon. So wie ich auf der Frances Lake Homepage lesen konnte, werden Elfie und Markus im Jahr 2004 einen Unterbruch machen und nicht mehr auf der Logde dabei sein. Sie werden an "ihrem" See, weit oben in der Yukon-Wildnis, ein neues Blockhaus bauen. Schade, die Kochkünste von Elfie wird man sicher vermissen. Als weitere Bewohner der Lodge sind noch zwei Hunde, Simba und Bronski zu nennen.

**Update: Die Logde hat neue Besitzer. Alles weiter gibts auf der Franceslake Homepage

PICT2461 PICT2460 Kurz nach 9 Uhr morgens fuhren wir dann mit dem Motorboot in Richtung Ostarm des Frances Lakes ab. Heute war Andrea unsere Wildnisführerin. Markus und Christoph werden nämlich morgen die Lodge für ein paar Tage verlassen, da sie eine grössere Kanutour vorbereiten und durchführen müssen.
Immer wieder ein spezielles Ereignis sind die Bad Eagles, die man am Frances Lake öfters beobachten kann. Rechts sieht man einen ausgewachsenen Bad Eagle (Weisskopfadler) und links noch ein Jungtier, das seinen weissen Kopf noch nicht erhalten hat.

PICT2468 PICT2469 Der Handelsposten der Hudson’s Bay Company. Die wenigen Blockhäuser die man noch besichtigen kann sind entweder stark beschädigt oder bereits zerfallen. Robert Campbell, der Entdecker des Frances Lakes und auch der Namensgeber des Campbell Highways, errichtete 1840 hier den ersten Handelsposten. Mit Unterbrüchen war der Handesposten bis 1940 in Betrieb. Die Blockhäuser stehen am Zusammenfluss von West- und Ostarm. Wir waren nur kurz an Land, um die Häuser zu besichtigen, denn die angriffslustigen Moskitos liessen einen längeren Aufenthalt nicht zu.

PICT2472 PICT2477 Die Fahrt hinauf durch den Ostarm des Frances Lakes war besonders schön. Der See, der am Anfang nur eine Flussbreite hat, war zu unserem Zeitpunkt spiegelglatt. Diese Gegend eignet sich auch sehr gut zum Fischen. Kilometer um Kilometer fuhren wir durch eine Bilderbuchlandschaft, die hier am Frances Lake seinesgleichen sucht. Leider sahen wir nirgends Tiere, was aber auch nicht verwunderlich war, da das Ufer dicht bewaldet ist.

PICT2485 Gegend Mittag machten wir unsere verdiente Pause. An einem Sandstrand konnten wir dank einer leichte Brise ungestört von Moskitos unser mitgebrachtes Essen verzehren. Doch sobald der Wind nachlässt, ist es ratsam ein Feuer zu entfachen, um durch den Rauch die lästigen Viecher abzuwimmeln. An dieser Stelle möchte ich noch auf ein banales Problem in dieser Wildnis aufmerksam machen: Es ist kaum zu glauben, aber ungestört auf's "WC" zu gehen ist fast unmöglich. Die Moskitos machen einem das Leben besonders schwer, wenn man mal muss. Man möchte ja nicht unbedingt in den See "pinkeln", aber ins Unterholz zu gehen, braucht Mut und vorallem Geschwindigkeit: je schneller die Hose wieder oben ist, desto weniger Stiche

PICT2498 PICT2487 Am Nachmittag ging's dann wieder zurück. Jetzt fuhren wir die zahlreichen Buchten ab, die am unteren Ostarm sehr verbreitet sind. Hier hat man meistens die Gelegenheit Tiere, vor allem Elche, zu sehen. Bei uns leider Fehlanzeige.

 

PICT2492 PICT2491 PICT2490 Eine "tschechische" Blockhütte. Kein Witz, die Blockhütte wurde tatsächlich von einem Tschechen errichtet, ist aber seit Jahren verlassen. Das Holzhaus ist aber noch in einem guten Zustand und könnte nach diversen Arbeiten wahrscheinlich ohne Probleme wieder bewohnbar gemacht werden. Warum der Tscheche hier ausgezogen ist weiss ich nicht mehr, aber angesichts der Moskitos ist das für mich kein Wunder. Zum ersten Mal musste ich meine Kaputze über den Kopf stülpen. Unglaublich wie zahlreich die Viecher hier waren. Meine beige Outdoorjacke war zum Teil richtig schwarz. Nachdem wir die Blockhütte besichtigt hatten, wanderten wir noch ein Stück den Weg weiter abwärts. Hier sah man überall das sogenannte weisse Moos. Sieht aus wie Schnee. Nach einer halben Stunde und unzähligen Moskitosstichen erreichten wir wieder unser Motorboot. War das eine Wohltat als wir uns wieder auf den See hinaus begaben. Ohne weitere spezielle Ereignisse fuhren wir nun wieder den Ostarm hinunter. Am späteren Nachmittag kamen wir wieder zurück und erreichten die Lodge gerade noch vor dem Regen.

PICT2513 PICT2510 Kanufahren. Nun, Kanufahren ist eigentlich nichts spezielles, wenn man zu zweit im Kanu sitzt. Ist man aber alleine, braucht es eine gewisse Technik, um nicht immer im Kreise zu fahren. Um nicht ständig die Paddelseite wechseln zu müssen (sehr ermüdent) besteht die Kunst darin geradeaus zu fahren, obwohl man immer nur auf einer Seite paddelt. Anfänger drehen sich durch einseitigen Paddelschlag meist im Kreis und kommen so nicht voran. Der richtige Schlag war am Anfang gar nicht so einfach, aber Andrea hat uns das sehr gut beigebracht und so konnten wir an diesem Abend noch etliche Runden drehen. Auch hier heisst die Devise: üben, üben. Wer so eine richtige Kanutour über mehrere Tage mal machen möchte, sollte solche Kleinigkeiten schon beherrschen.

DSCF3089 DSCF3090 Wenn man mal die Technik gefunden hat, macht Kanufahren alleine auch sehr viel Spass. Natürlich ist der Kraftverbrauch alleine um etliches grösser als zu zweit. Aber wenn man Zeit hat kommt man auch alleine sehr gut vorwärts. Hier habe ich mich ein wenig von der Lodge entfernt, um die Abenddämmerung vom See aus einzufangen

 

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