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19. Tag

Jasper

19tag
Datum:
3. Juli 2005, Sonntag
Fahrstrecke: 114 Kilometer
Campingplatz: Whistler Nat. Park
Bewertung:XXXXXX


Siehe Tag 17


Bericht:

Kalter, weisser Rauch hing heute morgen zwischen den Bäumen des Whistler Campground. Der Regen, der letzte Nacht herunterprasselte, hat den vielen Lagerfeuern arg zugesetzt. Vielerorts standen die Camper vor ihren Zelten und versuchten mit dem nassen Holz wieder ein wärmendes Feuer zu entfachen. Wir sind froh, haben wir ein festes Dach über dem Kopf und müssen uns nicht mit der feuchten Umgebung vertraut machen. Der Grund unseres frühen aufstehens, bestand darin, dass wir unbedingt vor dem grossen Ansturm, also vor 9 Uhr, an der Whistlers Gondelbahn sein wollten. Bevor wir aber losfuhren mussten wir noch unser Campground-Ticket um einen Tag verlängern, denn wir möchten noch eine weitere Nacht hier verbringen.

Wir wählten wiederum einen Platz, an dem man kein Feuer machen darf. Diese Unterteilung in Plätze mit und ohne Feuerstelle wurde neu in den Nationalparks eingeführt. Früher (2001) hatte beinahe jeder Platz eine Feuerstelle und man konnte beim Parkranger trockenes Holz kaufen, dass auch ohne Probleme für ein schönes Feuerchen reichte. Jetzt wird das zum Leidwesen vieler, anders gemacht. Schon bei der Ankunft am Campground steht man vor der Wahl Feuerstelle ja oder nein. Der Platz mit Feuerstelle kostet gleich 7$ mehr. Das Problem dabei ist aber das Holz. Das wird jetzt einfach irgendwo in der Mitte des Campground gestappelt hingelegt und ist dem Regen voll ausgesetzt. Gutes trockenes Holz ist daher Mangelware. Warum die Nationalparks diese Variante eingeführt haben liegt auf der Hand. Ausserhalb der Nationalparks ist das Holz meistens gratis oder kostet nur sehr wenig. Viele Camper nahmen somit ihr Holz mit in den Park, was diesem wiederum gar nicht passte. So wurde diese Gebühr erhoben, was doch ziemlich nach "Geldmacherei" aussieht.

PICT5429 PICT5427 Kurz vor 8.30 Uhr erreichten wir die Gondelbahn zum Whistler. Schnell ein Ticket gekauft und schon ging's mit der ersten Seilbahn an diesem Morgen hinauf. Die Hin und Retour kostet 22$ und die Bahn fährt im Sommer zwischen 8.30 Uhr und 22.00 Uhr. 7 Minuten braucht die Seilbahn um die 1000 Höhenmeter zu überwinden.

PICT5397p PICT5404p Von der Bergstation auf 2285 Meter hat man einen wunderbaren Blick auf Jasper und die umliegenden Täler und Berge. Alle Seen, an denen wir gestern vorbeifuhren, konnten wir nun von oben bestaunen, ebenso den breiten Athabaska River, der sich durch die Rockys schlängelt. Wer nicht mit der Seilbahn hinauffahren möchte kann die 1000 Meter Höhendifferenz auch zu Fuss bewältigen. Für diese mehr oder weniger anstrengende Tour werden 4 Stunden Marschzeit vorgegeben.

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Der eigentliche Gipfel "The Whistlers" liegt weiter oben auf 2470 Meter. Der Weg zur Bergspitze ist steil und steinig und bringt einen schnell ausser Atem. Die Aussicht entschädigt aber dann doch für die Strapazen: Man hat einen herrlichen Blick auf Jasper, das kurioserweise in J-Form erbaut wurde. Ebenso sahen wir einen langen Güterzug, der sich im Schneckentempo Richtung Prince George, den Yellowheadpass hinauf bewegte. Leider liess sich die Sonne nur ab und zu mal blicken, sodass sich der eisige Wind überall am Körper bemerkbar machte. In einigen Seitenflanken lag sogar noch der Schnee des letzten Winters. Beim Runterlaufen zur Bergstation kam uns dann die "9 Uhr" Menschenmasse entgegen. Wir haben uns noch ein wenig in der Bergstation aufgewärmt bevor es wieder ins wärmere Tal ging. Diese Tour auf den Whistler können wir nur empfehlen. Die Landschaft und die Aussicht auf den Jasper Nationalpark und die umliegenden Seen ist doch einzigartig.

PICT5496 Kurz nach 11 Uhr fuhren wir dann weiter Richtung Maligne Lake. Dieser Gletschersee gehört zur Hauptattraktion des Jasper Nationalpark und darf sicher nicht im Ausflugskalender fehlen. Bereits die Fahrt durchs Maligne Tal ist wunderschön. Kurz hinter Jasper erreicht die Maligne Road den gleichnamigen Canyon. Der Zwischenstopp ist ein Muss. Vom Parkplatz aus geht es auf steinigem Weg hinunter zur Kalksteinschlucht. Der holprige Weg überquert mehrfach den engen Canyon. Tief unten, manchmal kaum zu sehen, tost das Wasser des Maligne Rivers durch die Schlucht. Wer bis zur 4. Brücke laufen möchte braucht für hin und zurück ca. 1 Stunde.

PICT5492p Die gut ausgebaute Strasse erreicht nach 17 Kilometer den Medicine Lake. Dieser, eigentlich unspektakuläre See ist dafür bekannt, dass er keinen Abfluss hat, jedenfalls ist keiner zu sehen. Der Maligne River fliesst unterirdisch ab und taucht erst nach etlichen Kilometern wieder an der Oberfläche auf. Ebenfalls speziell an diesem See: sein Wasserspiegel. Der See füllt sich bis zum Juli mit Wasser und im Herbst verschwindet er fast gänzlich.

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Am Ende der 42 Kilometer langen Maligne Road erreicht der Reisende dann den malerische Maligne Lake. Der See ist mit seinen 22.5 Kilometern Länge und seinen 2 Kilometer Breite nach dem Baikalsee der grösste Gletschersee der Welt. Es gibt einiges zu sehen und zu unternehmen. Die Bootsfahrt zur Spirit Island soll zur Hauptattraktion zählen. Die Fahrt hin und zurück kostet 35$ und dauert ca. 90 Minunten. Wir sind jetzt zum zweiten Mal hier und haben die Fahrt noch nie mitgemacht, so dass wir nicht berichten können, ob sich diese Investition wirklich lohnen würde. Das Wetter war leider alles andere als schön. Kanufahren lag leider auch nicht drin, da der Wind zu stark war.

PICT5468p PICT5463 So blieb uns nichts anders übrig als etwas zu Fuss zu unternehmen. Rund um das Visitor Center gibt es zahlreiche Wanderungen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Im Jahr 2001 machten wir den Opal Hills Loop Trail, der zu schönen Aussichtspunkten oberhalb des Sees führte. Dieses Mal wollte wir es aber ein bisschen ruhiger angehen und wählten den kleinen Mary Schläfer Trail. Er führt zuerst am linken Ufer entlang, bevor er in den Wald hinein abzweigt und in einem grossen Loop wieder zum Visitor Center zurückführt. Die Wanderung ist einfach und gut in 1 1/2 Stunden zu bewältigen.

PICT5509 PICT5482 Da uns der Mary Schläfer Trail ein wenig zu kurz war, entschlossen wir uns noch den Moose Trail zu machen. Dieser führt auf der rechten Seeseite hinauf in die Hügel zum gleichnamigen Lake. An diesem schönen See wären wir gerne noch ein Zeitlang geblieben, nur hatten da die Moskitos was gegen. Auf dieser Wanderung konnten wir auch ein paar Hirsche beobachten von denen ich sogar zwei fotografieren konnte.

Der Maligne Lake ist leider, wenn auch verständlicher Weise das Hauptreiseziel vieler Besucher. Mit Menschenmassen ist daher zu rechnen, was dem Charm dieses Ortes sicher nicht unbedingt entgegen kommt. Dennoch sollte man auf einen Besuch nicht verzichten.

 

Links:  
Der Maligne Canyon Die Kalksteinschlucht
Der Maligne Lake Der Gletschersee im Jasper Nationalpark

 

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