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18. Tag

West Fork - Snag Junction

18-tag
Datum:
4. Juli 2010, Sonntag (Amerikanischer Nationaltag)
Fahrstrecke: 298 Kilometer
Campingplatz: Snag Junction Campground
Bewertung: XXXXXX

/>Government Campground am Alaska Highway. Plätze sind in Ordnung. Einige sogar mit Seesicht. 12C$


Bericht:

IMG 1685 Von den knapp 80 Kilometer bis Tetlin Junction gibt es nichts besonderes zu berichten. Der Taylor Highway ist sehr gut befahrbar und wir kommen zügig voran. Bei der Kreuzung geht es zuerst einmal Richtung Norden in das 20 Kilometer entfernte Tok. Dies macht Sinn da wir auf unserer Reise Richtung Süden keine Stadt mehr sehen werden und wir sollten mal wieder einkaufen gehen.

IMG 1694 In Tok angekommen gilt unser erster Besuch dem Visitor Center. Es ist eines der grösseren auf unserer Reise. Informationen zur Reise Richtung Süden finden wir aber nur wenige. Für die meisten ist Tok erste Anlaufstelle wenn sie das erste Mal in Alaska ankommen. Reisende, die nach Kanada wollen finden in Tok nur wenig Infos. Wenigstens können wir unsere Mails checken. Wir sind gerade mit Einkaufen fertig, als draussen ein mega Hupkonzert losgeht und sich plötzlich alle am Strassenrand versammeln. Na klar, heute ist ja der 4 Juli, US-Day. Bei der Strassenparade ist wahrscheinlich ganz Tok vertreten. Polizei, Feuerwehr, lokales Gewerbe, jeder will irgendwie sein Betrieb zeigen und das mit einem ohrenbetäubendem Lärm. Mit einer Ladung Süssigkeiten verlassen wir Tok wieder aber diesemal Richtung Süden.


Wir sind wieder auf dem Alaska Highway. Im Jahr 2003 sind wir diese Strecke bereits in umgekehrter Richtung gefahren. Viel Infos sind daher noch im Reisebericht von 2003 enthalten. Bei Km 2074 (Meile 1289,1) erreichen wir die Stelle, wo wir im Jahr 2003 übernachtet haben. Damals war es noch ein einfacher Schotterplatz, heute ist er Platz geteert und es gibt sogar WCs.

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Die Fahrt Richtung kanadische Grenze bietet nicht viel Abwechslung. Ab und zu gibt es auf dem Highway Gravelabschnitte, wo gearbeitet wird. Hier ist besonders Vorsicht geboten wenn gerade mal so ein Truck entgegen kommt. Bei solchen Begegnungen kann es schon mal vorkommen, das ein Steinschlag die Frontscheibe beschädigt. Damit auf solchen Gravelabschnitten nicht zu viel Staub aufwirbelt wird, wird die Strasse in gewissen Abständen bewässert.

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Bei Km 1967 (Mile 1222.5) erreichen wir das Tetlin National Wildlife Refuge. Gegenüber 2003 hat sich auch hier nicht viel verändert. Das Gebäude sieht ein wenig schöner aus. Die Aussicht ist aber immer noch dieselbe und mit den bereitgestellten Ferngläser kann man gut die Vogelwelt beobachten.


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Die amerikanische Grenze nur eine Meile später. Da wir Richtung Kanada wollen werden wir gar nicht kontrolliert.


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IMG 1727 IMG 1725 Einen Kilometer hinter dem amerikanischen Grenzposten liegt die offizielle amerikanisch-kanadische Grenze, der 141 Längengrad. Dort fällt einem immer noch die mächtige schnurrgerade, durch den Wald geschlagene Schneise ins Auge. Es heisst wieder Zeit umstellen: aus 16.15 Uhr wird 17.15 Uhr. Es ist aber nicht das einzige, das hier umgestellt wird. Auch werden wir ab jetzt wieder auf den effektiven Kilometerdistanzen unterwegs sein, die von Dawson Creek aus gerechnet sind. Da ja die Amerikaner bekanntlich immer noch an ihren historischen Meilen festhalten wollen, gibts hier immer wieder ein "Durcheinander". Aber die Milepost erklärt das eigentlich recht ausführlich. So sind wir jetzt offiziell bei Kilometer 1903.3 und nicht bei Mile 1221.8 was ja eine Kilometerzahl von 1965.9 entsprechen würde. Die Restarea wurde seit 2003 auch ein wenig modernisiert. Es hat jetzt mehrere Möglichkeiten sich fotografieren zu lassen, wobei eine Person in Amerika und die andere in Kanada steht. Früher gabs ja nur den offiziellen Stein und der war nätürlich heiss begehrt. Man muss wissen, dass fast alle Bussunternehmen hier anhalten. Für diesen 15-Minuten-Halt werden übrigens die Motoren der Busse nicht abgestellt. Scheinbar ist das Benzin hier immer noch zu billig.

IMG 1733 IMG 1730 Es folgt eine 30 Kilometer lange, mehrheitlich aus Schotter bestehende Strasse, die durch absolutes Niemansland führt. Der kanadische Grenzposten liegt nämlich nicht an der offiziellen Grenze sondern im Ort Beaver Creek. Während der amerikanische Grenzposten mit unzähligen Videokameras ausgerüstet ist und die Autos durch einen Scanner fahren müssen, kommt der kanadische Grenzposten recht einfach daher.  

Wir besuchen das Visitor Center in Beaver Creek (Km 1870.6). Seit Tok sind wir in jedes Visitor Center gegangen in der Hoffnung etwas von einem Arbeitskollege zu erfahren, der mit seinem Freund per Fahrrad auf der Panamerica unterwegs ist. Anfangs Juni ist er an der Prudhoe Bay (Dalton Highway, Alaska) gestartet und will bis Ende 2012 nach Ushuaia im untersten Zipfel von Südamerkia, fahren. Laut seinen Zeitangaben, die ich erhalten habe, sind sie genau zu unserer Zeit, hier auf dem Alaska Highway unterwegs. In Tok hatte ich ein Mail erhalten, dass der Zeitplan in etwas stimmen sollte und wir sie tatsächlich auf dem Alaska Highway irgendwo treffen könnten. Die Frage ist natürlich nur wo.

Im Visitor Center von Beaver Creek kann sich der bärtige Ranger tatsächlich an die zwei Schweizer errinnern, die auf so komischen Fahrrädern unterwegs waren. Beide sind auf sogenannten Liegerädern unterwegs. Laut Gästebuch war es der 31. Juni als sie hier waren. Sie haben demnach 4 Tage Vorsprung.

IMG 1738 Wir sprechen den Ranger auf dem Alaska Highway an und wollen wissen warum dieser manchmal in so einen schlechten Zustand sei. Der Alaska Highway sein ein Problem der Amerikaner, sagt er uns. Hätte wir fast denken können... Wir Kanadier wollten damals den Alaska Highway als Schotterstrasse belassen, erzählt er uns weiter, was bei den Amerikaner gar nicht gut ankam. Die Amerikaner wollten unbedingt eine komplette Teerverbindung vom Mutterland hinauf nach Alaska. Dies führt dazu, dass in den Sommermonaten der Highway immer wieder repariert werden muss. Eine Schotterstrasse die auf Permafrost gebaut wird, erhitzt sich im Sommer nie so stark wie eine Teerstrasse. Wenn die Sonneneinstrahlung im Sommer dermassen hoch ist, wird der Teer so heiss, dass der Permafrost darunter zu schmilzen beginnt und die Strasse somit absakt. Daher diese Warnfähnchen am Strassenrand, die den Fahrern zeigen sollen, dass hier die Geschwindigkeit unbedingt zu reduzieren ist. Eine Sisifusarbeit da die Beschädigungen natürlich nicht immer sofort gesehen werden.

Nun, wir sind natürlich froh ist der Alaska Highway geteert, ein Alaska Highway im Format eines Dempster wäre hier wahrscheinlich bei den Touristen nicht sehr willkommen. Zudem ist das Verkehrsaufkommen wesentlich höher als am Dempster. Aber die Bodenwellen sind trotzdem vielerorts ein Problem, den wer mit 100 Sachen in so eine Bodenwelle fährt kann schon mal sein Auto beschädigen.

IMG 1760 IMG 1739 Bei Km 1849.6 erreichen wir den Snag Junction Campground. Ein schöner Campground bei dem einige Plätze sogar am See liegen. Als wir am See unten die Landschaft geniessen, fährt ein Polizeiwagen heran. Wir sind ein wenig erstaunt, hier in der Wildnis abseits jeglicher Zivilisation einen Polizeiwagen zu sehen und das noch zu so später Stunde. Ob wir fischen gehen wollen, will er wissen. Wir sehen zwar nicht wie Fischer aus und eine Angelrute haben wir auch nicht dabei und trotzdem stellt er uns so eine Frage!  Als wir verneinen, steigt er wieder ins Auto und fährt von dannen. Ob er auf der Jagd nach Touristen war, die ohne Angellizenz die Seen leerfischen? 

 

Links:  
Tok Die Stadt Tok in Alaska
Alaska Highway Der Alaska Highway

 

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