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18. Tag

Campbell HWY - Frances Lake Logde

18tag
Datum:
11. Juli 2003, Freitag
Fahrstrecke: 132 Kilometer
Frances Lake Wilderness Lodge

 


Bericht:

Die geschotterten Highways im Yukon und auch in Alaska haben eines gemeinsam. Bei schönem Wetter sind es herrliche Abenteuerstrassen die das beste Bild von der Einsamkeit im nördlichen Kanada und Alaska wiedergeben. Anders sieht es aus bei Regen und Schnee. Denn dann können solche Strassen zu einer nervigen Tortur werden. Der Lehmige Untergrund wird bei nässe äusserst schnell rutschig und das befahren solcher Strassen wird dann um einiges erschwert. Unter diesen Umständen können dann 500 und mehr Kilometer sehr, sehr weit sein. Wir wurden bis jetzt weitgehend von diesen unliebsamen Überraschungen verschont.

DSCF3062 DSCF3064 Gegen 9 Uhr morgens machten wir uns wieder auf den Weg. Bis zu unserem Treffpunkt am Frances Lake standen uns noch etliche Kilometer bervor. Da man auf solchen Schotterstrassen nie weiss wie gut man vorwärtskommt, ist es ratsam früh genug loszufahren. Je weiter der Campbell Highway sich von Ross River entfernte, desto schlechter wurde er. Mitten in der Wildnis dann einen Riesenbaustelle. Wahrlich kein Vergnügen in dieser Abgeschiedenheit Strassen zu flicken.

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Bei Kilometer 349,5 erreichten wir den Finlayson Lake. Ein Lookout mit dazugehörender Informationstafel erklärt dem Touristen die wunderschöne Umgebung. Laut Infotafel beherbergt dieses Gebiet riesige Karibouherden die je nach Jahreszeit hin und her wandern. Obschon wir die Gegend sehr gut mit dem Fernglas absuchten konnten wir nichts tierisches erkennen.

 

PICT2380 DSCF3067 Auch sonst haben wir wenige Tiere am Campbell Highway zu Gesicht bekommen. Einmal konnten wir kurz zwei riesige Elche sehen, die nahe am Highway durch den Sumpf marschierten. Leider waren sie schon weg, nachdem wir unseren Van endlich zurücksetzten konnten um Fotos zu machen. Wie man auf den Bildern auch sieht, ist es natürlich äusserst schwierig bei diesen Verhältnisse Tiere zu sehen. Wenn nicht gerade der Zufall mitspielt und eines überquert die Strasse, so hat man ansonsten keine Möglichkeit im dichten Unterholz Tiere zu erkennen. Die Weiterfahrt Richtung Frances Lake war dann nichts besonderes mehr. Der Highway überquert einige Creek's und führt durch noch mehr Wald. Viele Stopps bieten sich nicht mehr an. Kurz vor halb zwölf erreichten wir den Frances Lake bei Kilometer 411. Der See macht uns einen grössere Eindruck als wir das erwartet haben.

PICT2383 DSCF3070 Am See angekommen trifft kurz nach uns ein älteres Pärchen mit Jeep ein. Auch Schweizer, wie sich's herausstellte, und auch Lodgeaufenthalter. Wir packten noch kurz unsere sieben Sachen zusammen, den mittlerweile traf auch Christoph, der Lodgeeigentümer, mit seinem Boot bei uns ein. Alles klappte wie am Schnürchen und unser 4 tägiger Lodgeaufenthalt konnte demnach beginnen. Unser Van-Camper konnten wir am Campingplatz zurücklassen. Hoffentlich steht er nach den 4 Tagen auch immer noch da. Na ja, wer sollte hier in der Abgeschiedenheit des Yukon's schon ein Auto klauen.

PICT2389 Anschliessend begann die ca. 30-40 minütige Fahrt. Das Motorboot hatte ein ganz schönes Tempo drauf und das Ufer rasste nur so an uns vorbei. Zu sehen war wie schon so oft auf unserer Reise ausser Wald, Berge und Wasser nicht viel. Nach gut 10 Minuten überholten wir einen Kanufahrer mit Hund. Wie sich's später herausstellte, war es Dan und sein Hund Jane, die auch auf dem Weg zur Lodge waren. Dann nach gut 35 Minuten bogen wir endlich in eine Bucht hinein. Da stand sie nun, die Frances Lake Lodge. Unser Zuhause für die nächsten 5 Nächte. Es war schon immer mal ein Wunsch von mir einmal auf so einer Wildnislodge ein paar Ferientage zu verbringen. Die Frances Lodge im einsamen Yukon Territory bietet sich dafür bestens an. Durch das Reisebüro in der Schweiz sind wir auf diese Lodge aufmerksam geworden.

PICT2386 Nach einer herzlichen Begrüssung, konnten wir anschliessend unser kleines, direkt am Wasser liegendes, Blockhaus beziehen. Später am Nachmittag stand dann unser erster Ausflug an. Obwohl es nur ein kleiner Bootsausflug war, zu einem Wasserfall, konnte man doch zum ersten mal die schier unglaubliche Wildnis aus einer anderen Sicht bestaunen. Vorbei an Biberburgen fuhren wir dann einige Minuten lang den Frances Lake hinauf. Die letzten ca. 100 Meter mussten dann zu Fuss durch dichten Wald zurückgelegt werden. Immer umschwärmt von zahlreichen Moskitos und zum Teil mit nassen Füssen (Einige Gummistiefel waren zu wenig hoch, oder es hatte zu viel Wasser, wie man's nimmt) erreichten wir dann den kleinen Wasserfall. Hier wurde mir zum ersten mal bewusst, dass es am Frances Lake nur mit dem Boot vorwärtsgehen konnte, da es an Land kaum Möglichkeiten gab um den dichten Wald zu Fuss zu durchqueren.

 

Links:  
Die Frances Lake Lodge Wildnis vom feinsten direkt vor der Haustüre

 

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