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17. Tag

Kakwa River - Jasper

17tag
Datum:
1. Juli 2005, Freitag
Fahrstrecke: 306 Kilometer
Campingplatz: Whistler Nat. Park
Bewertung: XXXXXX

 
Riesieg aber trotzdem noch ok. Im Wald. Plätze näher beieinander. Duschen ok, aber Massenabfertigungn. Waipiti Hirsche laufen überall herum. Täglich abends Vorträge. Während Haupsaison unbedingt reservieren. Ab 24 C$, Holz + 7 C$


Bericht:

Der schnellste Weg um vom Norden in den Jasper Nationalpark zu gelangen führt über den Bighorn Highway. Von Grande Prairie führt der Highway den Reisenden durch eine einsame Gegend hinunter an den Yellowhead Highway, von dem man dann in den Jasper Nationalpark fahren kann. Auf den durchgehend geteerten 333 Kilometer gibt es mit Grande Cache nur eine einzige Ortschaft.

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Viel zu sehen gibt es hier nicht. Die meiste Zeit folgt der Highway dem Smoky River, den wir allerdings von der Fahrbahn aus nur selten zu sehen bekommen. Die Gegend ist sehr hügelig und ab und zu hat man einen herrlichen Blick in die weite Natur. Die Strasse passt sich meistens dem Gelände an und somit geht es ständig rauf und runter.

PICT5336 PICT5338 Halt machten wir in Grande Cache bei Kilometer 142, wo wir gerade rechtzeitig zum 1. Juli (Canada Day) Umzug kamen. Mit lautem Gehupe und geschmückten Wagen zogen Feuerwehr, Vereine und vermutlich 80% der Arbeitgeber von Kohlmiene bis Pizzakurier an der jubelnden Bevölkerung vorbei, die trotz starkem Wind und kalten Temperaturen in T-Shirts und Shorts ausharten. Jubel, Trubel, in einem Kaff, das wohl nach diesem Tag kaum zuwiedererkennen ist. Hier leben 4200 Menschen in einer Bergregion 1280 Meter über Meer, die im Winter wohl kaum ferientauglich ist.

Grande Cache ist der Zugangspunkt zum riesigen Willmore Wilderness Park (4600 Km2). Eine einsame Wildnis in der es keine Strassen gibt. Der Bighorn Highway führt weiter durch eine schöne einsame Gegend auf über 1000 Meter über Meer. Zweimal verdunkelte sich der Himmel über uns und starker Regen mit Hagel prasselte auf uns nieder. Einmal mussten wir sogar mitten auf der Strasse anhalten, weil wir nichts mehr sehen konnten. Auf den gesamten 333 Kilometer kommen in regelmässigen Abständen Campgrounds, die sehr einladend aussehen. Gegen Mittag erreichten wir dann den Yellowhead Highway, die Verbindungsstrecke von Edmonton nach Jasper.

IMG_1283 Auf dem Yellowhead Highway hat der Verkehr gegenüber dem Bighorn Highway um 200% zugenommen. Trucks, Motorhomes, Autos und Motorräder bevölkern nun die Strasse Richtung Jasper. Es ist Freitag der 1. Juli und das Wochenende steht bevor. Scheinbar wollen alle in den Park. Kaum 10 Minuten nachdem wir den Bighorn Highway verlassen hatten, mussten wir mitten auf dem Highway anhalten weil uns eine wilde Schafherde den Weg versperrte. Gerade richtig zum Jasper Nationalpark kommen auch wieder die Tiere zurück. Trotz des vielen Verkehr, standen die Tiere am Strassenrand und suchten ihr Futter zusammen oder sie leckten das Winter-Salz von den Strassen ab. Das Problem dieser Nationalparks ist es eben, dass sich die Tiere mehr und mehr an die Anwesenheit des Menschen gewöhnen. Das werden wir dann auch später erleben auf dem Campground.

IMG_1284 PICT5346 Am Parkeingang vom Jasper National mussten wir dann einen Zeitlang warten bis wir unser Parkticket entgegen nehmen konnten. Was die Kanadier in den letzten Jahren mit den Nationalparkpreisen gemacht haben grenzt schon bald an Wucher. Bezahlten wir doch im Jahr 2001 noch 35C$ für die Jahreskarte, wollten die doch im Jahr 2005 sagenhafte 109C$. Ein Tagespass kostet 16C$ und da wir 7 Tage in den Parks verbleiben wollten, war es für uns günstiger direkt eine Jahreskarte zu lösen.

PICT5348 PICT5349 Der Yellowhead Highway folgt jetzt dem Athabasca River, mit seiner gletscher-grauen Farbe. Auch die Sonne ist wieder zurückgekehrt und man kann wieder die umliegenden Berggipfeln sehen. Jasper Lake und Talbot Lake zeigen uns in den besten Farben. Die Nationalparks hier in den Rockys sind wirklich vom allerfeinsten. Es ist immer wieder beeindruckend wenn man hierher zurückkehrt. Sicher hatte die Fahrt in den Norden nach Yellowknife ihren Reiz, vor allem die wenigen Touristen und ruhigen Strassen vermissen wir hier. Aber was die Landschaft angeht, so sind wir uns schon nach nur einer Stunde Rocky Mountains einig, kann kaum eine andere Gegend es mit diesem Fleckchen Erde aufnehmen. Kurz vor Jasper dann der nächste unfreiwillige Stopp. Eine riesige Wapitiherde weidete am Strassenrand, was natürlich dazu führte, dass beinahe jedes Auto anhalten musste. Kurz darauf erschien auch schon die Polizei mit Blaulicht und Sirene und versucht die Tiere zu vertreiben, was dann auch nach mehreren Versuchen klappte.

IMG_1290 Anschliessend erreichten wir Jasper. Im Visitor Center erkundigten wir uns nach Touren und Wanderwegen, die wir dann morgen unter die Füssen nehmen wollen. Den Campground für 2 Nächte hatten wir bereits gestern telefonisch reserviert. Die happige Reservationsgebühr lag bei 15C$, aber ohne Reservation ist es in der Hauptsaison im Nationalpark schwierig einen Platz zu bekommen. Jedenfalls waren die berühmten Campgrounds breits bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag alle belegt. In diesem Fall werden dann sogenannte Overflow Campgrounds aufgemacht. Diese haben keinen Komfort aber man darf wenigstens im Park bleiben. Denn freies Übernachten ist in den Nationalparks verboten.

IMG_1297 Wir haben uns für den Whistlers Campground entschieden: Einer der grössten im Park, der auch Duschen hat und darüber hinaus sehr nahe an Jasper liegt, was noch einen abendlichen Ausflug "in die City" erlaubt. Die 781 Plätze liegen alle im Wald. Kaum hatten wir unseren Van abgestellt, spazierte auch schon eine Wapitiherde über unser Grundstück. Ein bisschen überrascht von diesem Besuch, schauten wir den Tieren eine Zeitlang zu. Sie zeigten kaum Scheu und einige wagen sich so nahe heran, dass unsereiner fast Angst bekommt. Auf dem Weg zu den Duschen, die je nach Stellplatz doch weit entfernt sein können, sahen wir noch weitere Wapitis friedlich zwischen Bäumen und Zelten grasen.

 

Links:  
Grande Cache  
Willmore Wilderness Park

 

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