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16. Tag

Tombstone Mountains - Frenchman Lake

16tag
Datum:
9. Juli 2003, Mittwoch
Fahrstrecke: 439 Kilometer
Campingplatz: Frenchman Lake
Bewertung:XXXXXX

Provinz Park, Feuerstelle, einfach, schöne Plätze, direkt am See, gute Fischregion. 12 C$


Bericht:

Wiederum war es arschkalt an diesem frühen Morgen. Aus unserem warmen Camper konnten wir beobachten wie sich etliche Zelttouristen den Blackstone River für ihren morgendlichen Waschgang aussuchten. Bei den eisigen Wassertemperaturen bestimmt kein Vergnügen. Wer mit dem Zelt unterwegs ist, hat auf solchen Gouverment Campgrounds meistens keine anderen Alternativen. Zu unserem Erstaunen waren sehr viele Gruppen unterwegs, die wahrscheinlich den Dempster hochfahren werden, Richtung Inuvik. Wir hingegen fahren heute Morgen wieder zurück zum Klondike Highway, um dann nach Süden zu fahren.

PICT2203 PICT2210 Der Dempster Highway zeigte sich an diesem frühen Morgen recht verschlafen. Auf den 72 Kilometer bis Dempster Corner am Klondike Highway kam uns kein einziges Auto entgegen. Nochmals fuhren wir am Grizzly Creek vorbei, wo wir gestern die Wanderung in die Tombstone Mountains machten. Auf dem rechten Bild kann man den Berg gut erkennen, wo wir hinaufgestiegen sind.

PICT2208 PICT2209 Ein Stachelschwein hat uns dann am Dempster Highway noch dazu bewegt anzuhalten, ansonsten waren die 72 Kilometer nach gut einer Stunde zurückgelegt. Tiere haben wir an diesem frühen Morgen, ausser dem putzigen stachligen Schweinchen, dass uns unbedingt kennenlernen wollte und nur durch ein forsches Zurufen kehrt machte, leider keine gesehen.

DSCF3020 Mit dem Wechsel auf den Klondike Highway fing dann auch die eintönige Fahrerei an. Der Highway ist sehr gut ausgebaut und ohne Probleme mit 100 und mehr Stundenkilometer zu befahren. Leider ist er, wir bereits erwähnt, relativ eintönig und langweilig. Meistens fährt man durch eine sogenannte Waldschneise: rechts und links nichts als Bäume, freie Aussicht nicht vorhanden. Der Verkehr war gering. Die wenigen Orte sind kaum erwähnenswert und haben meistens nur wenige Häuser. Das wichtigste ist da für den Touristen einzig die Tankstelle. Bei Kilometer 182 ab Dawson City trifft der Klondike Highway auf Stewart Crossing. Hier hat man die Möglichkeit auf dem wenig befahren Silver Trail die Orte Mayo und Keno zu besuchen. Beide Orte sind bekannt wegen ihren Silbervorkommen und ihren Minen. Bei ausreichend Zeit sicher ein lohnenswerter Abstecher. Mayo und Keno liegen 51 bezw. 111 Kilometer vom Klondike Highway entfernt.

PICT2230 PICT2229 panorama2 Pelly Crossing. Bei Kilometer 250.6 ab Dawson City trifft der Klondike Highway auf den grösseren Ort Pelly Crossing und auf den gleichnamigen Fluss. Der Ort ist zwar mit 350 Einwohner recht klein, hat aber wegen dem Pelly River eine wichtige Bedeutung für Kanufahrer. Wer die Wildnisflüsse Pelly River und MacMillan River befahren möchte trifft früher oder späten hier in Pelly Crossing ein. Daher ist dieser Ort meistens ein beliebter Endpunkt einer nicht zu unterschätzenden Wildniskanutour. Ansonsten ist Pelly Crossing, soweit wir es gesehen haben, ein einsames, staubiges Nest. Einziger nennenswerter Treffpunkt scheint die Tankstelle zu sein, die sich direkt hinter der Pelly Bridge befindet. Hier trafen wir übrigens auch auf die einzige nenneswerte Baustelle auf dem Klondike Highway.

PICT2232 PICT2235 Die Five Finger Rapids bei Kilometer 332,5. Kurz vor Carmacks, mit 489 Einwohner der grösste Ort zwischen Whitehorse und Dawson City, passiert man den Aussichtspunkt der Five Finger Rapids. Früher waren die etwas unspektakulär erscheinenden Stromschnellen wichtigstes Hinderniss für die Flussfahrer und Goldsucher auf dem Weg nach Dawson City. Die harmlos aussehenden Rapids kann man auch aus der Nähe beobachten, was aber mit einem ca. 2 Kilometer langen Wandertrip zuerst verdient werden muss. Wir haben uns dies, angesichts der Länge des Weges und den herumschwierenden Moskitos, nicht angetan.

Der Yukon River - das ist mehr als nur ein Fluss. Der Name steht für Träume, Freiheit und die Magie des Nordlandes. An seinen Ufern lebt auch heute noch ein besonderer Menschenschlag. Aussteiger und Zivilisationsmüde, Indianer und Inuit, Naturfreunde und Abendteurer. Er verbindet nicht nur Nordwestkanada mit dem amerikanischen Alaska, er ist auch als "Highway of the North" die Versorgungsroute der Menschen am Fluss. Als Quelle des Yukon gilt der Lake Lindemann in Kanada. Bei Eagle passiert der Fluss die kanadisch-amerikanische Grenze und mündet nach insgesamt 3200 Kilometer in die Bering Sea. Kaum ein Abschnitt des Yukon ist bei Flusswanderern so beliebt wie die Tour von Whitehorse nach Dawson City. 10 - 14 Tage sind für den rund 800 Kilometer langen Flussabschnitt anzusetzen. Befahrbar ist der Yukon River ab Anfang Juni; im Winter friert er vollständig zu.

DSCF3023 DSCF3026 Am späteren Nachmittag erreichten wir dann die Abzweigung Klondike Highway/Campbell Highway bei Kilometer 353,2. Bevor wir aber hier abbogen, fuhren wir noch in das nur 4 Kilometer entfernte Carmacks, was sich gerade wegen der geringen Fahrtzeit anbietet. Wer den Campbell Highway wie wir befahren möchte, muss hier in Carmacks auftanken und dementsprechend Nahrungsmittel besorgen. Carmacks selber kann man etwa mit Pelly Crossing vergleichen. Einzig die grössere Auswahl an Tankstellen, deren 2, hebt sich ein wenig von Pelly Crossing ab. Nachdem wir dem eher schlechten Visitor Center einen Besuch abgestattet hatten, ging die Fahrt wieder weiter. Ein weiter Weg stand uns bevor. (Bild Links)

PICT2247-p DSCF3031 DSCF3028 Eigentlich hatte wir vor irgendwo am Klondike Highway zu übernachten. Da wir aber dank gutem Highway und noch besserem Wetter sehr gut vorangekommen waren, beschossen wir weiterzufahren und noch ein paar Kilometer auf dem Campbell Highway zurückzulegen.

panorama1 Auf den ersten 40 Kilometern führt der Campbell Highway meistens am Hang entlang mit schönstem Blick auf den Yukon, der sich unten im Tal sein Bett gegraben hat. Langsam, ganz gemächlich, zieht der Fluss daher. Rechts auf dem Bild sieht man den Eagle Nest Bluff (früher Eagle Rock) wo am 25. Sept. 1906 ein grosser Raddampfer abgebrannt ist. Bei Kilometer 39,3 zweigte dann eine mässig gepflegte Schotterstrasse ab, die zum 8 Kilometer entfernten Frenchman Lake führt.

PICT2274 PICT2309 Per Zufall haben wir uns diesen Lake mit gleichnamigen Campground ausgesucht und wurden nicht enttäuscht. Inmitten einer fantastischen Landschaft liegt der Frenchman Lake, der für seine Fischbestände sehr berühmt ist. Hier soll es Forellen geben, die grösser als 100 cm sind. Aber Vorsicht! Wer einfach so darauf losfischen möchte, wird sein blaues Wunder erleben. Fischen ist zwar im Yukon kinderleicht, die jeweiligen Bestimmungen können aber von Gewässer zu Gewässer verschieden sein. Daher sollte man sich bereits im Vorfeld sehr gut erkundigen, sonst kann es deftige Bussen geben - aber dazu später mehr in diesem Reisebericht.

PICT2260 Der Campground liegt direkt am See und verfügt über 10 Plätze. Wir teilten den Tisch mit "Herbie" (Gabi ist Spezialist im Taufen der Tiere....) einem frechen Eichhörnchen und einem Erdäpfelklauenden grauen Vogel. Es scheint so, als hätten die Tiere keine Angst vor den Menschen. Kaum war was auf dem Tisch, schon waren die Tiere da. Vorallem "Herbie" ging mir mit der Zeit bös auf den Wecker.
Mit 439 Kilometer fuhren wir heute die zweitlängste Tagesetappe unserer Yukon-Alaska Rundreise.

 

Links:  
Klondike Highway Auf dem Highway Nr. 2 von Skagway nach Dawson City
Pelly Crossing Infos über Pelly Crossing
Carmacks Infos über Carmacks

 

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