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15. Tag

Fort Nelson - Fort St.John

15tag
Datum:
29. Juni 2005, Mittwoch
Fahrstrecke: 370 Kilometer
Campingplatz: Charlie Lake Prov. Park
Bewertung:XXXXXX

 
Schön gelegen im Wald. Trail 20 min. zum See. Spielplatz. Einige Plätze liegen zum HW hin und sind daher recht laut. Ab 14 C$


Bericht:

Zum Glück waren wir gestern unter die Duschen gesprungen. Heute morgen war ein richtiges Durcheinander auf dem Campground. Überall musste man anstehen, und sogar die Strasse aus dem Campground hinaus auf den Alaska Highway war verstopft von übereiligen Touristen. Alle wollten aufbrechen und wer die Kanadier mit ihren überdimensionalen Motorhomes kennt, kann sich vorstellen, dass dies nicht gutgehen konnte. Nach den einsamen Gegenden in den Northwest Territories ist hier in British Columbia wieder das Leben zurückgekehrt. Wo wir in NWT noch die Dumpstations suchen mussten, standen sie einem hier direkt vor der Nase aber dennoch nicht zu gebrauchen, ausser man hätte sich hinten angestellt, aber das wäre beim Anblick der Motorhomeschlange ein längeres Unterfangen gewesen. Zum Glück haben wir dann eine Strasse weiter, eine weitere Dumpstation gesehen und konnten dort unser Abwasser ablassen inkl. Frischwasser auftanken.

IMG_1245 Bevor wir Fort Nelson Richtung Süden verliessen, gings noch zur Tankstelle. Hier sahen wir zum Glück das, was sich wahrscheinlich kein Camper auf seiner Kanadareise wünscht: einen langsam schleichender platter Reifen. Zuerst wollte ich es nicht wahrhaben und wir probierten es mit Luft nachfüllen. Aber nach einer gründlichen Kontrolle sahen wir dann, dass wir uns einen dicken, fetten Nagel eingefahren hatten. Wo und wann war schwierig festzustellen, aber es muss wohl auf dem Liard Trail gewesen sein. Wir hatten es uns zur Gewohnheit gemacht, immer bei der Abfahrt am morgen und bei jedem Tankstop einen Rundgang um das Auto zu machen. Obwohl ich heute morgen auf dem Campground nichts entdeckt hatte, erblickte Gabi bei ihrem Rundgang an der Tankstelle diesen schleichenden Platten. Nicht auszudenken, hätten wir dieses Malöur nicht gesehen. Ein Reifenwechsel auf dem Alaska Highway hätte wir jetzt kaum gebrauchen können. Wir fuhren also zur nur zwei Strassen entfernten Werkstatt, in der der Reifen schnell und ohne Probleme repariert wurde. Nach diesem unfreiwilligen Fort Nelson Aufenthalt, konnten wir dieses Kaff dann endlich südwärts verlassen.

IMG_1248 Fort Nelson liegt 454.3 Kilometer von Dawson Creek entfernt, der Stadt in der der Alaska Highway beginnt. Die Strecke wird als langweilig und eintönig beschrieben und dem können wir nur zustimmen. Die interessanten Streckenabschnitte, die den Alaska Highway so berühmt machen, kommen erst später weiter nördlicher. Über den Alaska Highway habe ich schon viel geschrieben und daher verweise ich gerne auf den Reisebericht Kanada 2003, Yukon und Alaska.

Was uns aber gleich auffiel, war die Tatsache, dass es auf dem Alaska Highway wieder mehr Verkehr hatte. Vorbei sind die einsamen Strassenabschnitte, die wir doch in den Northwest Territories so schätzen gelernt hatten. Nun, der Verkehr war auch hier nicht übermässig gross, aber trotzdem wurden wir wieder in regelmässigen Abständen von Motorhomes, Autos und immer öfters von Trucks gekreuzt oder sogar überholt. Im flottem Tempo gings Richtung Süden. Das Bild des Alaska Highway ändert sich auf den heutigen 370 Kilometer kaum. Der Highway zwängt sich durch eine riesige Waldlandschaft. Das einzige, was uns auffällt ist, das stetige Auf und Ab. Im Weiteren zu erwähnen sind die unzähligen Gas Pipelines und Stationen von Shell, Husky + Co. Überall am Wegesrand sind Schilder aufgestellt: Danger, giftige Dämpfe, kein Druchgang. Man hat das Gefühl als fahre man über ein riesiges Oel- bzw. Gasfeld.

IMG_1249 Am schönen Buckinghorse River mit gleichnamigen Campground (Km 278.7) machten wir eine Pause zum Beinevertreten. Schöne Rest Areas oder Turnouts mit Aussichtspunkt fehlen leider auf diesem Alaska Highway Abschnitt. Gemäss Milepost und Strassenschildern sollte es hier eigentlich viele Caribous geben. Aber wie sahen nur deren 2 und die lagen mausetot am Strassenrand, vermutlich in der Nacht von einem Truck erfasst.

PICT5294 Kurz vor Fort St. John erreichten wir den Charlie Lake Provinz Campground (Km 100) . Ein sehr schöner Platz mitten im Grünen. Der See ist ein wenig unterhalb des Campgrounds und in ca. 20 Minuten erreichbar. Mit der Zeitumstellung auf Pacific Time und der Fahrt Richtung Süden sind die Tage merklich kürzer geworden. Auch die Moskitos sind bei weitem nicht mehr so angriffig wie weiter nördlich, was die Lebensqualität doch erheblich steigert.

 

Links:  
Fort St. John Stadt am Alaska Highway

 

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