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11. Tag

North Arm Great - Sambaa Deh (Waterfall Route)

11tag
Datum:
25. Juni 2005, Samstag
Fahrstrecke: 382 Kilometer
Campingplatz: Sambaa Deh Prov. Park
Bewertung: XXXXXX

 
20 Stehlplätze, Sehr schön gelegen direkt an den Falls mit Trail. Indianische Verwaltung. Ganz neue sanitäre Anlagen mit Duschen. Ab 15 C$


Bericht:

Es war kurz nach 4 Uhr als uns Motorenlärm aus dem Schlaf riss. Zwei weisse Pickups fuhren an unserem Van vorbei in den hinteren Teil der Day Use Area. Es war bereits taghell und wir fragten uns, was die wohl um diese Zeit hier zu suchen haben. Anschliessend fuhren sie wieder an unserem Van vorbei hielten kurz danach an um dann mit durchdrehenden Hinterrädern vollgass davonzufahren. Dieses Schauspiel wiederholte sich einige Male. Es sah so aus als wären es ein paar halbstarke Indianer, die ihre Jeeps testen wollten und uns dabei ein bisschen ärgern. Um nicht zu provozieren, verhielten uns ruhig und nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei und sie fuhren von dannen.

PICT4990 Die nächste Überraschung erlebten wir dann am frühen Morgen. Nach dem Frühstück wollte Gabi auf die Toilette gehen. Sie kamm aber nicht weit. Den gleich daneben tauchten plötzlich 4 Buffalos inkl. Nachwuchs auf. Ich stieg dann ebenfalls aus dem Van, um mir dieses Schauspiel näher anzuschauen. Wir beobachteten die Tiere eine Weile, diesesmal ohne Schutz des Autos. Wir konnten uns recht nahe an die Büffel heranwagen, wobei der Weg zum Auto immer kürzer war als die Distanz zum Tier. Einer der Bullen schaute immer zu uns herüber, um wohl die Lage zu schecken, die anderen drei frasen gemütlich und würdigten uns keines Blickes.

IMG_1138 PICT5013 IMG_1134 Weiter gings durch die einsame Mackenzie Bison Sanctuary und wieder wurden wir belohnt mit vielen Tieren am Strassenrand. Einmal überquerte gerade vor uns eine grössere Herde den Highway. Auf dem linken unteren Bild sieht man gut die Beschaffenheit der Landschaft rund um den Frontier Trail (Yellowknife Highway). Eigentlich hat man immer dieselbe Sicht: Teerstrasse und links und rechts daneben ein ca. 30 Meter breiter Streifen, der nicht mit Wald bewachsen ist. Das hat seinen Grund. Man stelle sich vor, es herrscht starker Wind und einige der Bäume kommen zu Fall. Dank dem 30 Meter breiten Streifen fallen die Bäume nicht auf die Strasse sondern bleiben im Streifen liegen und behindern so den Verkehr nicht. Zum anderen ist die Schneise auch eine natürliche Barriere im Falle eines Waldbrandes.

PICT5005 PICT5007 Im weiteren Verlauf unserer Fahrt Richtung Mackenzie River, erblickten wir plötzlich auf dem Highway ein merkwürdiges Wesen was gar nicht nach Buffalo aussah. Als wir langsam näher fuhren, erkannten wir es als Schwarzbären. Es war das einzige Mal, dass ich auf unserer Reise einen Bär fotografieren konnte. Wir hatten noch weiter 3 Bärenbegegnungen, die jedoch alle im Schnelldurchgang geschahen. Diesen hier konnten wir eine Zeitlang aus dem Auto beobachten bevor er sich dann ins Dicklicht verdrückte.

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Nach weiteren ereignislosen Kilometer erreichten wir gegen Mittag die Abzweigung nach Fort Providence (Km 308 ab Yellowknife). Diese kleine Community liegt 5 Km abseits des Yellowknife Highways und hat 745 Einwohner. Bei der Hinfahrt liessen wir das Dorf noch links liegen, jetzt bei der Rückfahrt wollten wir dieses "Kaff"doch mal näher anschauen. Fort Providence liegt direkt am Mackenzie River und bietet eine normale Grundversorgung an. Unter den Blicken von zahlreichen Indianer fuhren wir die sogenannte "Mainstreet" hinunter Richtung River. Es sah so aus als würden nicht viele Touristen den Weg ins Dorf unter die Räder nehmen. Viel gab's nicht zu sehen, einzig die schöne weisse Kirche am Strassenrand ist uns aufgefallen.

PICT5038p PICT5020 Der Mackenzie River liegt ruhig in seinem Bett, ab und zu sehen wir ein paar Motorboote auf dem Fluss rumkurven. Rechts auf dem Bild eine typische Bärenfalle. Dieses alte verrostete Ding soll also Bären anlocken. Der Köder war jedenfalls hinterlegt.

IMG_1145 PICT5044 Die einzige Tankstelle auf dem Weg von Hay River nach Yellowknife, die direkt am Highway liegt. Der Preis lag bei 1.08$. Sicherheitshalber haben wir hier nochmals getankt da wir ja nach der Fähre rechts abbiegen werden Richtung Fort Simpson. Die Überfahrt über den Mackenzie dauerte wiederum ca. 15 Minuten. Wir mussten nicht warten und konnten direkt auf die Fähre fahren.

IMG_1149 IMG_1152 Nach 340 Kilometer ab Yellowknife endet der Frontier Trail und wir wechselten wieder auf die Waterfall Route (Km 186), dieses Mal aber in Richtung Fort Simpson. Der Mackenzie Highway, wie er im Volksmund auch genannt wird, ist ab hier nicht mehr geteert und nur noch auf Schotter zu befahren. Die Qualität lässt an einigen Stellen doch stark zu wünschen übrig. Zahlreiche Schlaglöcher wechselten sich im Sekundentakt ab. Daher ist auch die Geschwindigkeit nicht mehr so hoch und man braucht einige Zeit länger. Es gab aber auch immer wieder besser Abschnitte und manchmal haben wir auch einen sogenannten "Grader" gesehen. Diese Baumaschienen reparieren den Highway indem sie die zuvor von einem Lastwagen abgeladenen Erde auf dem Highway verteilen. Ich kann mir gut vorstellen, dass im Laufe des Sommers die Strecke immer besser werden wird. Wir sind ja von der Jahreszeit noch recht früh dran und nach einem Harten Winter sind viele ungeteerte Strassen aufgeweicht und müssen repariert werden. Die Strecke selber ist nicht sehr interessant. Die Landschaft ist ein wenig grüner als oben in Yellowknife. Aber die Aussicht aus dem Auto bleibt meistens gleich. Ein roter Belag, der die Waldlandschaft regelrecht zerschneidet.

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Bei Kilometer 320 kreuzt der Highway eine Abzweigung, die nur im Winter zu befahren ist. Die Strecke führt ins 126 Km entfernte Trout Lake in dem 80 Einwohner zuhause sind. Dieses "Kaff" ist tatsächlich nur im Winter auf dem Landweg erreichbar. Man stelle sich das mal vor! Kurz dahinter erreichte wir dann bei Km 323 unser heutiges Tagesziel, den Sambaa Deh Territorial Park mit Campground. Der gleichnamige Campground ist sehr schön gelegen, sauber und recht gut ausgestattet. Es hat sogar Duschen. Als wir auf den Platz fuhren, sprintete uns gleich eine ältere Indianerin entgegen um uns in Empfang zu nehmen. Es scheint nicht viel los zu sein, den ausser unserem Van sehen wir keine anderen Camper. Eine einsame Gegend hier am Mackenzie Highway.
GPS Koordinaten Sambaa Deh Campground
N 61.08.450, W 119.50.587, Höhe 243m.ü.m

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Der Territorial Park selber ist berühmt für seine zwei Wasserfälle, die durch den Trout River Canyon fliessen. Vom Campground sind beide Fälle ohne Problem zu Fuss zu erreichen. Die Coral Falls sind zu Fuss ca. einen Kilometer entfernt (rechte Bilder). Die Whittaker Falls sind sogar direkt von der darübergehenden Brücke aus zu beobachten. Ausserdem ist der Canyon bekannt wegen seiner vielen Fossilien. Geht man den Canyon entlang, liegen die verschiedenen Gesteinsschichten sozusagen aufgeblättert vor einem. So viel versteinerte Vergangenheit sieht man sonst wohl nur im Naturkundemuseeum, während man hier darüber klettern muss. In der Slavey Sprache heisst Trout River übrigens Sambaa Deh.

Am späteren Abend versuchte ich dann noch in der Nähe der Carol Falls Fische aus dem Trout River zu angeln. Leider ohne Erfolg. Der Aufenthalt draussen war auch wieder angenehmer da fast keine Moskitos da waren. Es ist schon seltsam mit diesen Viechern: Wir campieren im Wald, direkt daneben ein Fluss, es ist windstill. Ideale Voraussetzungen für Moskitos, aber dennoch fehlt von den Plagegeistern jede Spur. Na ja, uns soll's recht sein.

 

Links:  
Fort Providence Ein paar Angaben über die Community
Trout Lake Ein Dorf das nur im Winter auf dem Landweg erreichbar ist.

 

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