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11. Tag

Seward - Palmer

kenai-karte 11tag
Datum: 4. Juli 2003, Freitag
Fahrstrecke: 269 Kilometer
Campingplatz: Homesteader RV Park
Bewertung: XXXXXX


Saubere Sanitäre Anlage, RV Park mit allem Komfort, Feuer nur im Zeltplatz möglich, ab 15 US$



Bericht:

Unser Camping-Kiesplatz hat sich gestern Abend noch bis zum allerletzten Platz gefüllt. Noch um 22 Uhr kamen sie mit ihren Motorhomes angerauscht, um irgendeinen freien Abstellplatz zu ergattern. Der Lärmpegel war dementsprechend gross. Dicht gepfercht in reih und glied standen die Autos, Zelte und Motorhomes jetzt da, so nahe das man seinem Nachbar beinahe das Essen vom Teller nehmen konnte. Hier ein Fest, da eine Party, es war eben die Nacht zu 4. Juli, amerikanischer Nationalfeiertag. Gegen 3 Uhr Morgens kehrte endlich ein wenig Ruhe ein. Nur noch ganz wenige, hartgesottene, sassen vor ihren Lagerfeuern und unterhielten sich. Bei uns klingelte bereits um 5.45 Uhr der Wecker. Heute ging`s per Schiff in den Kenai Fjords Nationalpark. Gespenstische Ruhe herrschte um 6.15 Uhr auf "unserem" Kiesplatz als wir unseren Van in Bewegung setzten. Gestern Abend hatten wir spontan diesen Ausflug gebucht. Die Schiffsfahrt lohnt sich wirklich nur bei schönem Wetter und daher ist eine frühzeitige Buchung immer mit einem gewissen Risiko verbunden.

PICT1608 PICT1611 Bereits um 7 Uhr, die Sonne stand schon lange am Himmel, waren die Strassen um Seward bereits gut besucht. Demnach feiern nicht alle Amerikaner so, wie die auf unserem Kiesplatz. Heute steht ja auch das berühmte Marathon Rennen an, und das ist mit einem Vorabend-Kater kaum zu bewältigen. Unser Ausflugsschiff startete pünktlich um 8 Uhr. Obwohl heute Feiertag war, hatte es überraschend wenig Touristen auf dem Schiff.

Der Kenai Fjord Nationalpark. Der 2631 km2 grosse Nationalpark ist ein Tierparadis, das seinesgleichen sucht. Ausflugsboote bringen den Touristen in die Nähe dieser einzigartigen Tierwelt. Highlight des Parke's ist das 780 km2 grosse Harding Icefield mit seinen 34 Gletschern. Die Fjords des Parks sind wichtige Refugien für zahlreiche Tierarten, darunter Seelöwen und Seehunde. Zwischen April und November halten sich die von Baja California 15`000 Kilometer weit angereisten Grauwale hier auf.

PICT1609 PICT1614 Am Lowell Point, wo wir die letzte Nacht verbrachten, ging es vorbei in Richtung offenes Meer, oder besser gesagt, in den Gulf of Alaska. Das Wetter war traumhaft. Wolkenloser Himmel, das ist sehr selten für diese Gegend. Solche Tage könne man an einer Hand abzählen, erzählte uns der Schiffscaptain, der übrigens während der gesamten Tour interessante Erklärungen abgab. Obwohl es relativ kühl war, konnte man den ganzen Tag an Deck verbringen.

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Die Eldorado Narrows am Ende der Resurrection Bay.
Hier sind unzählige Seelöwen zuhause. Nachdem uns der Captain mitgeteilt hatte, dass wir uns ruhig verhalten sollten, fuhr er sehr nahe an die Tiere heran. Die Seelöwen zeigten aber überhaupt keine Anzeichen von Angst.

PICT1647 PICT1648 PICT1642 Grauwale. Draussen im offenen Meer hatten wir tatsächlich das Glück die mächtigen Säugetiere zu beobachten. Schon bei der Abfahrt in Seward sagte man uns, dass die Chancen etwa 50% sind. Dann ereignete sich ein unglaubliches Schauspiel: Noch nie konnte ich aus solch geringer Entfernung Wale beobachten. Wir sind dann eine Zeitlang mit Ihnen mitgefahren. Obwohl wir auch hier für meine Begriffe relativ nahe an den Tieren dran waren, zeigten sie überhaupt keine Scheu.

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Der Nationalpark ist landschaftlich absolut der Hammer. Linkes Panoramabild zeigt die Alalik Peninsula mit dem Bear Glacier. Rechtes Bild zeigt die Aialik Bay in Richtung Aialik Glacier.

PICT1662 PICT1665 Kurz vor einer Inselgruppe tauchten dann auf der linken Schiffsseite Delphine auf. Auch diese Tiere begleiteten wir eine Zeitlang. Die Captain zeigte sich recht flexibel und grösszügig. Kein, jetzt haben wir die gesehen, jetzt fahren wir weiter. Nein, sobald irgendwo ein Tier gesichtet worden war, wurde sofort Kurs darauf genommen, um sie dann eine Zeitlang zu begleiten. Hier bei den Delphinen war der Abstand aber bei weitem grösser als bei den Walen. Die Erfahrung zeigt eben, dass man nicht bei jedem Tier nahe heranfahren kann oder sollte.

PICT1674 PICT1676 PICT1690 Die Inselgruppe zwischen Aialik Bay und Harding Gateway ist ein richtiges Vogelparadis. Der kleine und berühmte Puffin ist natürlich hier die Attraktion. Nur leider sind das sehr scheue Tiere und man hat fast keine Chance nahe an sie heranzukommen. Dafür waren die Seelöwen umso einfacher mit der Kamera einzufangen.

PICT1699 PICT1669 Nach dem wir die "Vogelinseln" verlassen hatten, bogen wir in die Aialik Bay hinein. Auch hier war uns das Glück hold. Orcas oder auch Killerwale genannt, bekamen wir zu Gesicht. 3-4 Tiere waren es, die sich in Richtung Holgate Fjord bewegten. Auch hier wurde ein respektvoller Abstand gehalten, um die Tiere nicht zu beunruhigen. Der Name Killerwal kommt übrigens nicht von der Behauptung, das diese Wale Menschen angreifen. Den Name "Killerwale" haben sie bekommen weil sie ab und zu Wale angreifen.

PICT1723-p PICT1714 Nach gut und gerne 4 1/2 Stunden Schiffsfahrt erreichten wir unser Endziel, der Holgate Glacier im gleichnamigen Fjord. Auch hier fuhr unser Captain mit uns sehr nahe an den Gletscher heran. Ein bitterkalter Wind pfiff uns um die Ohren und wir waren froh, hatte wir unsere warmen Kleider dabei. Wir waren relativ lange am Gletscher und konnten dabei immer wieder beobachten wie einzelne Glescherteile mit donnerdem Geräusch ins Meer fielen. Eigentlich wollte ich so einen Eisabbruch fotografieren, aber leider hatte ich nie den richtigen Zeitpunkt erwischt.

PICT1765 PICT1657 Die Rückfahrt verlief dann zügig in einem Rutsch. Wiederum kreuzen wir die Orcas, die wir 1 Stunde vorher bei der Hinfahrt begleitet hatten. Den Grosse Bear Glacier sahen wir nur aus der Entfernung. Wieder zurück in der Resurrection Bay (kurz vor Seward) konnten wir noch eine Weile den Seeottern zuschauen, wie sie sich in der wärmenden Sonnen, rücklings, ausruhten.

PICT1768 PICT1780 Gegen 14 Uhr erreichten wir wieder Seward. Eine solche Schiffstour, die zu 100% garantiert Tiere zu sehen, kosten ca. 118 US$. Wir haben den Veranstalter Kenai Fjords Tours gewählt, da er das beste Preis/Leistungsverhältnis anbot. Auch im nachhinein würde ich diesen Veranstalter empfehlen da die Tour wirklich sehr ausführlich und professionell geführt wurde. Wenn das Wetter mitspielt sollte eine solche Reise in den Kenai Fjords Nationalpark auf einer Alaskareise sicher nicht fehlen. Den Stellenwert einer solchen Schiffsreise ist in etwa mit dem Besuch des Denali Nationalparks zu vergleichen.

DSCF2890 DSCF2884 Gegen 15 Uhr verliessen wir Seward. Die Reise führte uns wieder über den Seward Highway zurück nach Anchorage. Eigentlich wollten wir in der Nähe von Anchorage übernachten, aber die Campingplätze in Stadtnähe waren alle hoffnungslos überfüllt. So fuhren wir dann auf dem Glenn Highway weiter ins Landesinnere.

PICT1787 Kurz vor Palmer, oder 58 Kilometer hinter Anchorage, fanden wir dann einen geeigneten und freien Campingplatz.
Am Abend als ich meine Bilder von der Kamera auf das Notebook überspielte, sah ich, das ich heute 217 Fotos geschossen habe. Die meiner Freundin noch nicht dazugerechnet. Ein interessanter und abwechslungsreicher Tag ging zu Ende, an dem auch das Wetter zu Hundertprozent mitgespielt hat.

 

Links:  
Kenai Fjords Tours Mit dem Schiff in den Nationalpark ( unser Veranstalter )
Kenai Fjords Marine Tours Hier werden ebenfalls Touren angeboten
Der Kenai Fjords Nationalpark Einer der schönsten Nationalparks Alaskas
Seward Webcam Kenai Marine Tours bietet hier eine sehr Gute Webcam vom Hafen in Seward

 

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