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10. Tag

Tombstone  Campground - Eagle Plains

10-tag
Datum:
26. Juni 2010, Samstag
Fahrstrecke: 301 Kilometer
Campingplatz: Eagle Plains Campground
Bewertung: XXXXXX

 

Privater Campground. Direkt beim Eagle Plains Hotel. Es hat nichts anderes in dieser Gegend daher für eine Nacht okay. Duschen naja, gratis Wireless, einfaches Restaurant, Bar, usw. Ab 15.75C$


Bericht:

Es war eine kalte Nacht im Tombstone Park. Knapp über Null. Kein Wunder, befinden wir uns doch auf 1034 Meter über Meer. Unser Ziel heute, der Ort Eagle Plains bei km 369. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Gegen 9 Uhr verlassen wir den Campground. Zu unserem Erstaunen hat er sich noch recht gut gefüllt über Nacht.

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Nur 2 Kilometer hinter dem Campground sollte man unbedingt einen Stop machen. Vom Interpretive Signs Viewpoint (Km 74) hat man einen sehr schönen Überblick über das Blackstone River Tal.

 

IMG_1992 IMG_1991 Bei Km 82 erreicht der Dempster Highway mit den North Fork Pass den höchsten Punkt. Auf 1400 Meter über Meer ist hier gleichzeitig auch die kontinentale Wasserscheide. Flüsse, die Richtung Norden fliessen, enden in der Beaufort See und alles das südlich fliesst endet in der Bering See. Im Jahr 2003 sind wir bis hierher gefahren. Ab jetzt betreten wir Neuland auf dem Dempster.

IMG_1040_stich DSC00399 Von Km 78 bis 158 durchquert der Highway die Blackstone Uplands. Hier auf 1000-1400 Meter über Meer ist die Gegend sehr rau. Eisige Winde pfeifen durch die Täler und der Boden wird seinen Frost das ganze Jahr nicht verlieren. Wir haben zum Glück einen dieser Tage erwischt, an dem die Sonne vom Himmel scheint. Nachdem wir bei Km 87.2 den Blackstone River zum ersten Mal überquert haben, erreichen wir bei km 103.6 den Moose Lake. Diese Gegend ist sehr bekannt für Elchbeobachtungen. Wir laufen ein wenig herum, suchen mit dem Fernglas die Gegend ab, aber ein Elch lässt sich nicht blicken. Schade. Also widmen wir uns den Hinweistafeln, die von der Lost Patrol erzählen. Diese Geschichte geht unter die Haut, aber dazu später mehr.

Von hier ab verschlechtert sich der Highway enorm, es schüttelt und rüttelt gewaltig. Riesige Schlaglöcher übersään den Dempster und machen ein Vorwärtskommen zu einer mühsamen Angelegenheit. Bei km 116 erreichen wir den Chapman Lake. Es ist der grösste See, den man auf dem Dempster Highway sehen wird.

IMG_1047 IMG_1049 Von Km 168 bis 237 folgt der Dempster zuerst dem Engineer Creek und später dann dem Oglivie River. Das  Interessante hier ist aber der Red Creek bei km 169.7. Dieses Gebiet auf den nächsten 25 km ist stark Eisenoxid haltig. Es ist nicht ratsam Wasser aus dem Fluss zu nehmen. Für die knapp 100 Kilometer bis hierher hab wir 2 1/4 Stunden gebraucht. Laut Gabis Aufzeichungen sind uns seit km 0 gerademal 15 Autos entgegengekommen.

Bei Km 194 erreichen wir den Engineer Creek Campground. Wir halten kurz an und schauen uns um. Keine Menschenseele weit und breit, dafür belagert uns eine Horde Moskitos. Der Campground liegt direkt am Fluss, was auch der Grund für die Moskitos ist. So wie unsere Planung ausschaut, werden wir auf unserer Rückreise hier übernachten. Hoffen wir, dass dann die Moskitos nicht so zahlreich sind. Laut Milepost gehört diese Gegend zu den kältesten im ganzen Yukon. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei minus 10 Grad.

Nur einen Kilometer hinter dem Campground überqueren wir auf einer 110 Meter langen Brücke den Ogilvie River. Dahinter befindet sich ein Yukon Government Maintenance Camp. Die Leute, die hier arbeiten, halten auf diesem Abschnitt den Dempster Highway unter Kontrolle, was sich spürbar auf dessen Beschaffenheit auswirkt, denn seit einigen Kilometern ist die Strasse wieder in top Zustand und wir können uns wieder mit ca. 80 Km/h fortbewegen.

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Auf den nächsten 40 Kilometer ist die Strasse recht eng. Wir durchqueren das Ogilvie Tal mit dem gleichnamigen Fluss. 

 

IMG_1052 IMG_1054 Ab Km 244 öffnet sich die Landschaft wieder. Wir befinden uns auf dem Eagle Plains Plateau, das sich bis Km 347 erstreckt und bekannt ist für seine Waldbrände. Immer wieder sehen wir riesige Flächen verbrannter Bäume, die bereits wieder in einem Blumenmeer versinken. Solche Waldbrände werden, solange sie keine Menschen oder Gebäude bedrohen, ihrem Schicksal überlassen. Ein Löschversuch in dieser Gegend wäre viel zu viel Aufwand.
Der Zustand des Highway ist in diesem Abschnitt immer noch recht gut. Aber eben, solche Aussagen sind immer Momentaufnahmen. Ein Jahr später kann es hier schon ganz anders aussehen.

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Der Dempster führt jetzt mehrheitlich am Hügelkamm entlang und bietet sehr schöne Aussichten ins Tal hinunter. Manchmal kommt es uns vor als seien wir auf dem Top of the World Highway. Dieser ist ja bekannt für seinen Kammlinie und befindent sich ebenfalls im Yukon.


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Einer der Aussichtpunkte ist bei Km 259. Hier geben auch Hinweistafeln über die geologische Beschaffenheit der Gegend Auskunft.

 

Bei Km 325 ist der Highway gleichzeitig auch Flugplatz. Keine Ahnung, was die Leute hier machen, wenn sie mit dem Flugzeug hier gelandet sind. Ein paar volle und vorallem leere Tankfässer zeugen davon, dass hier tatsächlich Betrieb herrscht. Daher gut schauen, es könnte sein, dass einem ein landendes Flugzeug entgegen kommt.

IMG_2002 IMG_1109 IMG_1097 Um 14.30 Uhr erreichen wir Eagle Plains bei Km 369. Dieses Kaff, wenn es denn wirklich ein Kaff ist, hat laut Milepost 8 Einwohner. Erwartet nicht zuviel. Das Wichtigste ist hier ganz klar der Treibstoff. Kaum ein Auto wird es schaffen hier nicht zu tanken. Daher ist ein Stop schon deswegen Pflicht. Aber immerhin, ein Hotel mit Restaurant zeugt von ein wenig Zivilisation inmitten eines schwer zugänglichen Gebietes. Im weiteren hat es einen Campground, oder besser einen "Wagenhinstellplatz", Werkstatt, Duschen und gratis Wireless Internet Empfang.

IMG_1071 IMG_1104 Die Tanksäule macht zwar nicht gerade einen vertrauenswürdigen Eindruck, aber was solls: Hauptsache Benzin fliesst und von dem wird hier einiges gebraucht, da fast jedes Auto tanken muss. Dementsprechend ist auch der Preis. Der Liter liegt mit 1.45 C$ weit über dem Yukon-Durchschnitt.

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Das Hotel mit Restaurant und Bar ist okay. Das Essen ist recht gut und die Preise nicht überteuert. Wir können jedenfalls nichts negatives berichten.

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Der Campground. Nun, vielleicht etwas hochgegriffen; es ist mehr ein "Stell den Wagen irgendwo hin und schlaf dort". Dafür muss natürlich auch bezahlt werden. Okay, wenigstens kann man die (jämmerlichen) Duschen gebrauchen und das ist in dieser Einöde ja auch was wert.

Gegen Abend kommt ein Dutzend Motorradbikers in Eagle Plains an. Und natürlich muss diese wilde Horde ausgerechnet neben unserem Truck ihr Lager aufschlagen. Es sind alles Amerikaner, nette Kerle, reden aber wie aus der Pistolen geschossen und in einer Lautstärke, die uns kaum schlafen lässt. Nun, wenn man ein paar Stunden schweigend auf dem Motorrad zugebracht hat, hat man am Abend wohl einen gewissen Nachholbedarf. Zum Glück fängt es geben 23.30 Uhr an zu regnen und die Herren verziehen sich in die Zelte. So kehrt doch noch eine gewisse Ruhe ein, obwohl draussen immer noch Tageslicht herrscht.

Fazit: Die Strecke bis Eagle Plains ist recht schön und unterhaltsam. Man sieht verschiedene Vegetationsarten und hat eigentlich immer einen Grund irgendwo anzuhalten. Schön ist auch, dass ein Grossteil der Strecke am Blackstone, Engineer und am Ogilvie River entlang führt. Der Streckenzustand ist recht unterschiedlich. Manchmal ist man mit 90 Km/h recht flott unterwegs und dann gibt es wieder Abschnitte, auf denen höchstens 30 Km/h gefahren werden kann und dies wirkt sich bei einer Länge von fast 370 Kilometer schnell mal auf die Zeit aus. Der Verkehr war recht spärlich. Gabi hat die Autos gezählt, die uns entgegen gekommen sind und ist dabei auf 26 gekommen. Zum Glück waren nur wenige grosse Trucks darunter.

 

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