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10. Tag

Yellowknife - North Arm Great (Frontier Trail)

10tag ingraham
Datum:
24. Juni 2005, Freitag
Fahrstrecke: 184 Kilometer
Campingplatz: North Arm Great Slave Lake Rec. Area
Bewertung: Freie Uebernachtung

 
Eigentlich kein richtiger Campingplatz, mehr eine Picknick Day Use Area zwischen Highway und See gelegen. Da der HW Nachts kaum befahren ist, fast kein Lärm. Vorsicht Büffel.


Bericht:

Unser letzer Tag in Yellowknife. Heute stand der Ingraham Trail auf unserem Programm. Die einzige Strasse, die weiter Richtung Norden bzw. Osten führt. Es nieselte leicht, als wir uns an diesem Freitag morgen auf den Weg machten. Zuerst aber mussten wir wieder unser Abwasser ablassen und Frischwasser auffüllen. Das stellte sich als schwieriger als gedacht heraus. Zum einen wurde ich beim Abwasser ablassen regelrecht von einer Horde Moskitos angefallen, was mich tierisch auf die Palme brachte und dann hatte auch noch das Frischwasser zuwenig Druck in der Leitung, um in unseren Wassertank zu gelangen. Toller Start in den Tag. Das sei hier halt so mit dem Wasserdruck, erzählte uns der Camp-Ranger. Wir sollten doch in die Stadt fahren, dort habe es eine Dumpstation mit Frischwasser. Leicht genervt und mit ca. 30 Mückenstichen am ganzen Körper, fuhren wir abermals in die Stadt. Nach einigem Suchen fanden wir dann endlich die besagte Dumpstation. Moskitofrei......

IMG_1090 IMG_1085 Nach dieser Wassersuch-Odysse, konnten wir dann endlich Richtung Ingraham Trail abdüsen. Der Trail führt von Yellowknife in östliche Richtung ins absolute Niemansland der Northwest Territories und endet nach ca. 70 Kilometer am Tibbitt Lake. Wir wollten aber nicht die ganzen 70 Kilometer abfahren, unser Ziel war der Prelude Lake mit seinem Nature Trail bei Kilometer 30.6. Nach knapp 3 Kilometern fuhren wir an einer riesigen Gold Mine vorbei, die seit 1947 in Betrieb ist. Bei Kilometer 20.7 erreichten wir den Prosperous Lake. Ein See in dem man ausgezeichnet fischen kann. Der Ingraham Trail schlängelt sich weiter durch eine sehr schöne Wildnis. Immer wieder fährt man an malerischen Seen vorbei, die nur so zum Fischen und zum Kanufahren einladen. Bei Km 24 der Madeline Lake, bei Km 26.4 der Pontoon Lake.

IMG_1123p Bei Kilometer 28 erreichten wir dann die Abzweigung zum Prelude Lake. Von hier aus gehts nur noch ungeteert weiter. Am Lake befindet sich ein sehr schöner Campground mit 41 Stellplätzen, ein grosser Bootssteg und laut Plan könnte man sogar Kanus mieten. Wir haben aber keine Vermietstation gesehen. Wir sind ja auch nicht zum Kanufahren hierher gekommen, wobei es uns schon gereizt hätte, hier auf dem See ein wenig rumzupaddeln. Wir wollten wandern, auf einem sehr schönen Wildnis Trail, der mit viel Liebe zum Detail angelegt wurde. Der Nature Trail ist ein Wildlife Trail, bei dem die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt unter den herrschenden klimatischen Verhältnissen erläutert werden.

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Bei kühlen 12 Grad und nicht gerade den besten Wetteraussichten, begaben wir uns auf den ca. 2 Stunden langen Rundweg. Am Anfang noch recht einfach, führte der Trail bald den Hügel hoch über viele bemooste Gletschersteine (vorsicht rutschig). An einigen Stellen bietet sich ein wunderschöner Blick auf den Prelude Lake mit seinen vielen Armen und Inseln.

IMG_1103p Neben vielen Wegweisern und Interpretive Signs, staunten wir nicht schlecht als es am höchsten Punkt sogar Parkbänke gab. Während am einen Ende des Sees rechtzeitig zu unserer Ankunft dort oben die Sonne erschien, regnete es an der anderen Seite gerade heftig und wir konnten von unserem Aussichtspunkt dieses Schauspiel mitverfolgen. Wir hätten ewig dort oben sitzen können und hätten genug zu schauen gehabt. Mit jeder Wolke, mit jedem Sonnenstrahl änderte sich das Bild. Wir verliessen aber den Hügel als es auch bei uns anfing zu regnen. Die moosbedeckten Gletschersteinen können bei Regen sehr glischtig werden, so dass sschnell mal was passieren kann. Zudem sind wir bis jetzt noch keinem Menschen begegnet. Nach gut 2 Stunden erreichte wir wieder unseren Van. Auf der ganzen Wanderung haben wir etliche Tierspuren gesehen, die dazugehörenden Tiere fehlten leider. Dank des Windes konnten wir die Wanderung sozusagen Moskitofrei absolvieren. Ein richtiges Vergnügen......
GPS Koordinaten Prelude Lake Aussichtspunkt
N 62.34.304, W 113.59.410, Höhe 227m.ü.m

Zum Lunch fuhren wir auf den Campingplatz. Der etwas verwahrloste Ranger, der uns den Weg zeigte, war glücklich als wir ihm sagten, wir hätten den Nature Trail gemacht. Er sei froh über jeden, der ihn geht. Mit gestärktem Magen ging's zurück nach Yellowknife. Der Ingraham Trail führt vom Prelude Lake weiter in die nördliche Wildnis. Hier ein paar Angaben. Bei Km 44 erreicht man den Powder Point am nördlichen Ende des Prelude Lakes. Von hier aus kann man eine sehr schöne, mehrtägige Kanutour machen, die bis nach Yellowknife zurückführt. Bei Km 45.8 erreicht man den Hidden Lake mit den Cameron Falls, die sicher bei schönem Wetter interessant anzuschauen sind. Bei Km 59 erreicht der Ingraham Trail den Reid Lake Territorial Park mit Campground. Dieser hat 56 Stellplätze und soll ebenfalls sehr schön am See liegen. Bei Km 69 stösst man dann auf den Tibbitt Lake und auf das Ende des Ingraham Trail. Weiter geht die Strasse nur noch im Winter.

IMG_1131p IMG_1132 Zurück in Yellowknife hiess es dann Benzin auftanken, Essen kaufen, Souveniers ergattern. Der Benzinpreis in der Stadt lag so um 1.03$, was der tiefste war, den wir in den Northwest Territories gesehen haben. Mit ein bisschen Wehmut und dem Gedanken, dass wir wahrscheinlich nie mehr hierher kommen werden, verliessen wir Yellowknife gegen 16 Uhr, Good Bye, the Great Northern End.

Fazit: Yellowknife ist eine Reise wert und wer die Northwest Territories bereisen möchte, sollte den Abstecher in die Hauptstadt sicher unter die Räder nehmen. Gewiss, Yellowknife ist nicht die Stadt, die man unbedingt sehen muss, aber schon der Weg dort hinauf durch die riesige Mackenzie Bison Sanctuary ist ein spezielles Erlebnis. Kurz hinter dem Airport hatte uns die Wildnis wieder und auch die 32 Kilometer lange Schotterstrasse fing kurz dahinter wieder an. Wir fuhren dann noch eine Zeitlang Richtung Süden weiter. An einer Day use Area am North Arm bei Km 108 war dann aber Schluss für heute. Hier hatten wir einen herrlichen Blick auf den Great Slave Lake. Das Wetter wurde auch wieder besser und ab und zu kamen auch die Sonnenstrahlen wieder zurück. Bei einem Rundgang erblickten wir dann zahlreiche Bären- und Büffelspuren. Die Tiere dazu sahen wir aber nicht. Moskitoplage stark.

 

Links:  
Ingraham Trail Der Highway von Yellowknife nordwärts in die Wildnis

 

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