Reiseberichte, Mountainbiken und Videofilmen


1. Tag

Zürich - Whitehorse

01-tag
Datum:
17. Juni 2010, Donnerstag
Fahrstrecke: 30 Kilometer
Campingplatz: The Caribou RV Park, Alaska HWY Km 1403
Bewertung: XXXXXX


Saubere Anlage, Schweizer Eigentümer, gute Duschen, Waschmaschinen, schöne grosse Plätze teilweise im Wald, Dumpstation, Autowaschplatz, gratis Internet (Wireless). Ab 22 Dollar für Motorhomes. Besonders praktisch: Wer nicht selber kochen mag, besucht das gute Restaurant auf dem Platz.


Bericht:

Unser Ziel
Einmal den Dempster Highway befahren, einmal über dem Polarkreis die Mitternachtssonne geniessen, einmal über die Canol Road fahren, das waren die Ziele unserer diesjährigen Tour.

Nach 2003 und 2006 reisten wir zum dritten Mal in den Yukon. Auf unserer Reise werden wir auch einen Teil der Strassen befahren, die wir bereits 2003 unter die Räder nahmen. Alaska werden wir nur kurz streifen. Dafür wollen wir den Dempster Highway bis nach Inuvik hochfahren. Das war eigentlich auch der Grund warum wir nochmals in den Yukon wollten. Mal sehen ob wir unsere Reiseplanung so umsetzen können, wie wir es uns vorgestellt haben. Wenn man auf ungeteerte Strassen unterwegs ist, kann es immer Überraschungen geben.

Los geht's
Um 6.00 Uhr verliessen wir unser Domizil und machten uns auf den Weg Richtung Flughafen Zürich. Da wir nur ca. 45 Minuten vom Flughafen Zürich entfernt wohnen, haben wir unser Gepäck bereits gestern per Vorabendcheckin aufgegeben.

Wer nach Nordamerika reist, konnte bis anhin pro Person 2 mal 23 Kilo Freigepäck mitnehmen. Diese Zeiten scheinen auch vorbei zu sein. Ab Buchungsdatum 1. Juni 2010 ist bei Condor neu nur noch 1 Gepäckstück bis 23 kg frei. Da wir noch im 2009 gebucht hatten, konnten wir noch von der alten Bestimmungen profitieren. Das war auch gut so, denn wir hatten gestern 4 Gepäckstücke einchecken lassen, eines davon ein Faltkanu. Richtig, wir nehmen unser Ally Faltkanu mit. Das hat uns ein wenig Sorgen bereitet, denn die meisten Fluggesellschaften haben ja betreffend Gepäckstücke mit Uebergewicht oder Uebergrössen strickte Richtlinien. Unser Ally Packsack war mit den Gepäckmassen über dieser Norm, die von den Fluggesellschaften vorgeschrieben sind. Vorallem die vorgeschriebene Gesamtgrösse von 158cm (Länge + Breite + Höhe) war bei uns ein Problem. Hingegen lag das Gewicht mit 19 kg unter den max. erlaubten 23 kg. Zu unserem Erstaunen hatten wir aber am Checkin keine Probleme. Das übergrosse Gepäckstück wurde auf die Waage gesetzt und als die 23 kg nicht erreicht wurden, mussten wir es lediglich zum Schalter "Sperrgut" bringen. Jetzt konnten wir nur noch hoffen, dass es auch in Whitehorse ankommt und nicht auf dem "Sperrgut" landet.

DSC00102 50 Minuten nach dem Start in Zürich landeten wir in Frankfurt. Punkt 12 Uhr hob unsere Condor Maschine mit Ziel Whitehorse ab. Der Flug mit Condor ist ein Charter und daher nicht gerade komfortabel wenn man den Sitzabstand zum Vorderman als Massstab nimmt, da ist zum Beispiel Air Canada besser. Ansonsten war der Flug in Ordnung. Ich denke, die anderen Fluggesellschaften sind in diesem Bereich auch nicht viel besser und wie gesagt, wer von Europa direkt in den Yukon fliegen möchten muss die Condormaschine ab Frankfurt nehmen. Es gibt momentan nichts anderes.

Ab 2011 wird neu auch Edelweiss Air fliegen. Von Zürich aus wird Whitehorse immer Montags angeflogen. Wie ich gesehen habe sind hier noch zwei Gepäckstücke a 23Kg pro Person möglich.

IMG_1824 DSC00105 IMG_1827 Um 11.50 Uhr Landung bei schönstem Wetter auf dem internationalen Flughafen von Whitehorse. Dank der Zeitumstellung von 9 Stunden sind wir sogar 10 Minuten früher angekommen als wir in Frankfurt gestartet sind. Verändert hat sich am Flughafen in den letzten vier Jahren nicht viel. Die Imigration (Passkontrolle) sieht moderner aus. Hier wurde ein Faceliftig gemacht, was uns aber nicht von einer 30 minütigen Wartezeit verschont hat. Warum die bei Ankunft einer grossen Condormaschine nur zwei Passkontrollen geöffnet haben, verwundert. Mit unseren 4 Gepäckstücke hatten wir keine Probleme, sogar unser "Sperrgut Ally" ist unversehrt angekommen. Eine Dame von Fraserway wartete bereits auf uns. Wir waren ein wenig überrascht, dass wir die Einzigen waren, die mit der Kombination Condor und Fraserway ein Camper gemietet haben.

IMG 1834 Die Formalitäten waren schnell erledigt anschliessend konnten wir unseren Truck-Camper in Empfang nehmen. Dieser wird jetzt für 3 Wochen unser Zuhause sein. Die Camper-Einführung war ein wenig dürftig. Das junge deutschsprechende Mädel hatte von Motorhomes weniger Ahnung als wir. Für Camper-Neulinge definitiv ungeeignet. Als Neuling sind Camper und Motorhomes nicht einfach zu verstehen. Innerhalb wenigen Minunten wird man da mit unzähligen Informationen bombadiert. Wer was nicht versteht, unbedingt nachhaken, denn später in der Wildnis ist niemand mehr da zum Fragen beantworten, wie was funktioniert. Auch wir mussten nachhaken, weil die Bedienung zum Entleeren der Abwassertanks falsch erklärt wurde. Mit der ersten Erklärung des Mädels hätten wir zuerst den Grautank (Abwasser) und dann den Schwarztank (WC) entleert und das hätte dann unangenehme Gerüche nach sich gezogen, daher immer umgekehrt vorgehen.
Auf die Frage, wo den der Wagenheber sei kam die Anwort, dass in diesen Fahrzeugen gar kein Wagenheber vorhanden sei, da die Kunden sowieso nicht selber Radwechseln dürfen. Diese Anwort ist natürlich falsch und jedes Fahrzeug hat einen Wagenheber an Bord. Mit dem Radwechseln selber hatte sie aber Recht. Als Kunde sollte man so einen Radwechsel selber nicht alleine vornehmen. Hierzu sollte man Fraserway anrufen, die würden dann eine Werkstatt in der Nähe beauftragen. Nun, das Problem ist aber, in dieser Wildnis gibt es leider keine Telefone und auch das Handynetz funktioniert da nicht. Man hätte also bei einer Reifenpanne zuerst per Autostop ins nächste, vielleicht hunderte von Kilometer entfernte Dorf fahren müssen. Die Chance, dass bei einer Reifenpanne jemand vorbeikommt und einem hilft ist somit viel grösser und daher ist ein Wagenheber unbedingt Pflicht. Wir hatten übrigens keine Reifenpanne auf unserer Tour.

Obwohl wir einen 4 Rad Truckcamper haben dürfen wir im Yukon und auch in Alaska nicht alle Strassen befahren. Zu unserem Erstauen ist die North Canol Road dabei. Genau diese steht aber auf unserem Reiseprogramm. Wir werden uns dann in Ross River erkunden, wie der Zustand der Strasse ist und dann entscheiden ob wir sie trotz Verbot doch befahren werden.

DSC00107 Nach dieser Einführung gings dann zum Einkaufen. In Whitehorse selber gibts ein paar gute Lebensmittelgeschäfte. Wir haben den Superstore ausgewählt. Ist der grösste in der Stadt und das Angebot ist riesig. Auf unserer Reise haben wir später nie mehr so ein grosses Angebot an Lebensmittel gefunden wie hier in Whitehorse. Daher sollte man schon richtig zupacken. Über 200C$ liesen wir liegen. Anschliessend gings noch zum Canadian Tire, dem Heimwerkerladen in Kanada. Hier bersorgte ich mir noch eine Yukon Fischlizenz für 6 Tage zu 20C$. Die Jahreskarte kostet übrigens 35C$. Da wir aber nur in der ersten Woche an Gewässern sind, lohnte es sich nicht eine Jahreskarte zu kaufen.

IMG 1835 Um 18.00 Uhr haben wir Whitehorse (Km 1425.3) Richtung Süden verlassen. Unser Ziel war der Caribou RV-Park bei Km 1403. Rund um Whitehorse gibt es ein paar RV-Park, da wir aber von unserer Reiseveranstalter einen Voucher für den Caribou erhalten hatten, sind wir dorthin gefahren. Wir waren bereits 2003 auf diesem Campground. Der Campground liegt einen Kilometer südlich der Kreuzung, wo der South Klondike Highway nach Skagway abzweigt. Die Eigentümer sind Schweizer und auch das Restaurant auf dem Platz ist in Schweizer Besitz. Wer also nach einem anstrengenden Tag nicht mehr selber kochen möchte, so wie wir, kann sich im Restaurant bedienen lassen. Der Campground selber ist sehr gut ausgerüstet und hat alles was man so braucht. Wichtig waren für uns die sauberen Duschen. Nebenbei gibt es hier noch gratis Internet über Wireless. Da ja gerade die Fussball Weltmeisterschaft am laufen war ein wichtiges Detail für einen Fussball-Fan. Auch toll: wir konnten grad hier eine günstige pre-paid Telefonkarte kaufen, mit der man von jedem Münztelefon aus sehr günstig nach Europa telefonieren kann, ohne Kreditkarte oder Bargeld. Wir werden auf unsere Rückreise wieder hier vorbeikommen und dann wahrscheinlich nochmals hier übernachten.

Links:  
Zürich Airport Der grösste Flughafen in der Schweiz
Frankfurt Airport Einer der grössten in Europa
Thomas Cook (Condor) Mit dieser Fluggesellschaft geht's direkt nach Whitehorse
Whitehorse City Gute Webseite über Whitehorse
The Caribou RV Park Unser erster Campingplatz
Edelweiss Air Aus Europa die zweite Fluggesellschaft die Whitehorse direkt anfliegt

 

top, weiter